Höchstadt a. d. Aisch

Russische Lehrerinnen erkunden Franken

Eine Woche weilte Elena Dildina aus Krasnogorsk, die neue Höchstadter Ehrenspangenträgerin, mit Sohn Rostislav und ihrer Lehrerkollegin Ljubov Riachovskaia (Leiterin der Privatschule "Eule" in Krasnog...
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Elena Dildina, Julie, Eliana, Lorena, Rosi Wagner, Ljubov Riachovskaja und Klaus Strienz (v. l.) tauschten sich über das deutsche und das russische Schulsystem aus. Foto: Johanna Blum
Elena Dildina, Julie, Eliana, Lorena, Rosi Wagner, Ljubov Riachovskaja und Klaus Strienz (v. l.) tauschten sich über das deutsche und das russische Schulsystem aus. Foto: Johanna Blum

Eine Woche weilte Elena Dildina aus Krasnogorsk, die neue Höchstadter Ehrenspangenträgerin, mit Sohn Rostislav und ihrer Lehrerkollegin Ljubov Riachovskaia (Leiterin der Privatschule "Eule" in Krasnogorsk) in Höchstadt. Klaus Strienz hatte sich um das Besuchsprogramm gekümmert und es war viel geboten.

Neben Russisch kochen in Heppstädt bei Angela Schickert, einem Besuch im Gymnasium Höchstadt und im Russlandbüro in Erlangen, dem Besuch einer Gerichtsverhandlung, einem Treffen mit dem ehemaligen Kriegsgefangenen Wolfgang Morell und mehr waren sie auch zu Gast in der Anton-Wölker-Schule in Höchstadt, wo Ljubov Riachovskaia hospitieren durfte. Am Dienstag trafen sich die beiden Lehrerinnen mit drei Schülerinnen mit russischen Wurzeln und der Rektorin Rosi Wagner.

Julie, Eliana und Lorena aus der vierten Klasse freuten sich sehr, und die kleine Eliana durfte sogar Dolmetscherin spielen. Ljubov Riachovskaia schwärmte von der Gruppensitzweise - in Russland sitzt man in der Reihe. "Bei uns gibt es keine Gruppenarbeit." Sie vermisste die Schuluniform und war begeistert vom Morgenkreis. "So etwas gibt es bei uns auch nicht!" Die drei Mädchen staunten.

Unterricht im Schichtbetrieb

In Russland frühstücken die Kinder gemeinsam im Klassenzimmer und auch das Mittagessen nehmen sie zusammen ein. Die Mäntel, Jacken und Schuhe werden am Morgen in einem Raum deponiert, der dann abgeschlossen wird. Hausschuhe wie in deutschen Schulen gibt es nicht. "Man zieht im Schulhaus feine Schuhe an, Wechselschuhe genannt." In der Pause darf niemand das Schulhaus verlassen, denn draußen ist es oft kalt und nicht so sauber. Die Lehrerzimmer in Russland sind sehr klein und es fehlt an Klassenzimmern. "In Opalicha wird in Schichten unterrichtet", erzählte Elena Dildina.

In ihrer Heimat werden die Lehrer verschieden bezahlt. Wer in Moskau unterrichtet, hat finanziell das große Los gezogen. Deswegen streben vor allem junge Lehrer - das Lehrergehalt ist nicht besonders hoch - immer in eine große Stadt.

Der "Lehrertag" wird in Krasnogorsk groß gefeiert. Die Lehrer bekommen Geschenke und Blumen, werden in Konzerte eingeladen und die Bürgermeisterin verteilt Dankesbriefe. "Das ist auch nötig", findet Elena Dildina.

Ljubov Riachovskaia bedankte sich am Schluss für die tolle Möglichkeit der Hospitation. "Es war wie ein Weihnachtsgeschenk für mich!" Elena Dildina schloss sich dem Dank an und schwärmte über das "wunderbare, wenn auch etwas volle Programm", das Klaus Strienz für sie vorbereitet hatte. "Bei jedem Besuch sehe ich etwas Neues. Und das Schönste war, dass ich meine vielen Freunde besuchen konnte!" Johanna Blum

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