Herzogenaurach

Runder Tisch für Wohnungen

Bezahlbarer Wohnraum in Herzogenaurach ist schnell weg. Bedürftige sollen schneller zum Ziel kommen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Annika Lang (links) berichtete über die Ergebnisse des ersten Runden Tischs zum Thema.  Foto: Bernhard Panzer
Annika Lang (links) berichtete über die Ergebnisse des ersten Runden Tischs zum Thema. Foto: Bernhard Panzer
+1 Bild
Bernhard Panzer

Bezahlbarer Wohnraum in der Stadt ist Mangelware. Und besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen ist es noch schwieriger, etwas zu finden. Das sagte Marcus Neeser, der seit kurzem die Koordinierungsstelle Wohnraum in der Stadt leitet.
Deshalb wurde zum einen diese Stelle ins Leben gerufen und zum anderen gibt es einen Runden Tisch, der sich regelmäßig trifft, um diesem Problem zu begegnen. Am Montagvormittag trafen die Teilnehmer erneut im Sitzungssaal des Rathauses zusammen, um darüber zu sprechen, wie der Koordinator künftig arbeiten möchte und welche Chancen für die Wohnungssuchenden bestehen.
Bürgermeister German Hacker erläuterte eingangs, dass schon durch die Aktivität auf der Herzo Base bald eine große Anzahl an staatlich geförderten und, durch Mietpreisdeckelung, an weiteren günstigen Wohnungen dazu komme. Nichtsdestotrotz brauche man Netzwerke und Ansprechpartner.
Die Projektbeauftragte der Lebenshilfe, Annika Lang, warf einen Blick zurück auf die Anfänge des Rundes Tischs. Da ging es zunächst darum, belastbare Informationen zu erhalten. Man wollte wissen, wie der Bestand an barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnungen sei. Und man will herausfinden, wie man diese wenigen Wohnungen denn an die richtigen Bezieher vermitteln könne.
Marcus Neeser berichte von 76 konkreten Anfragen, die er seit Antrittsbeginn im August des vergangenen Jahres erhalten habe. All diese Personen seien auf Wohnungssuche, wobei zwei Drittel angegeben haben, dass sie ALG II also Hartz 4 beziehen und 26 Prozent keine Angaben gemacht haben. Nur acht Prozent sagten, sie könnten auf ein eigenes Einkommen zurückgreifen. Seit des Bekanntwerdens seiner Stelle über entsprechende Presseberichte in den Tageszeitungen hätten sich die Anfragen gehäuft.


Private Anbieter erreichen

Für Neeser ist es wichtig, vor allem die privaten Hausbesitzer und potenziellen Vermieter von Wohnungen zu erreichen. Man wolle nicht in Konkurrenz zu den Immobilien-Profis treten. Aber man könne gerne Hilfestellung für Interessierte geben. Denn: "Ich kann natürlich keinen Wohnraum schaffen, den es nicht gibt", sagte Neeser.
Freilich ist auch die nennenswerte Zahl an günstigen Wohnungen, die bald auf der Herzo Base entstehen, kein Garant dafür, dass man wirklich eine dieser Wohnungen bekommt. So gibt es offenbar schon zahlreiche Anfragen und auch Wartelisten, wie Sandra Wießner von der Joseph-Stiftung Bamberg erläuterte. Sie gehe davon aus, dass es mit der Vermittlung sehr schnell gehen werde und dass die Wohnungen, wenn sie dann mal belegt sind, auch lange nicht mehr frei würden.
Horst Naser von der Sozialen Beratung der Caritas sprach ein anderes Problem an. Manche Interessenten bräuchten zwar nicht zwingend eine barrierefreie Wohnung. Aber vor allem ältere Menschen führen an, dass sie Schwierigkeiten mit ihren Einkäufen haben und sie die schweren Taschen nicht die Treppen hochtragen könnten. Da greift Neesers Stelle freilich nicht mehr.
Aber Ille Prockl-Pfeiffer von der Agenda 21 kennt diese Dringlichkeit. "Wir wollen eine Unterstützung entwickeln", sagte sie. Diese soll dann für die Zeit gelten, bevor die Pflege eintritt. Also genau für Menschen, die einfach bei alltäglichen Dingen Hilfe benötigen.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren