Hirschaid

Ruhig bleiben heißt die Devise

Zusteller haben es nicht leicht - zumal, wenn Hunde ihnen bei ihrer Berufsausübung auf den Leib rücken. In Hirschaid übte ein Experte mit den Betroffenen das richtige Verhalten für den Fall der Fälle.
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Nur keine Panik: Bei der Begegnung mit Hunden ist erst einmal Ruhigbleiben angesagt.  Foto: Andrea Spörlein
Nur keine Panik: Bei der Begegnung mit Hunden ist erst einmal Ruhigbleiben angesagt. Foto: Andrea Spörlein

Briefträger und Paketzusteller haben sicherlich keinen leichten Beruf. Bei jedem Wetter wird erwartet, dass sie ihre Arbeit machen, dazu kommt die zunehmende Arbeitsbelastung durch den boomenden Versandhandel und die Gefahr durch Hunde, die nicht zu unterschätzen ist. Jedes Jahr werden mehrere Hundert Zusteller so schwer verletzt, dass sie zeitweise arbeitsunfähig sind.

Neben den körperlichen Verletzungen leiden die Betroffenen häufig auch unter den psychischen Folgen. Laut einer Statistik der Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr werden Zusteller überwiegend im Bereich des Kniegelenks und des Unterschenkels gebissen. Es sind dies 42 Prozent der gemeldeten Unfälle. Danach kommen 23 Prozent im Bereich der Hüfte und Oberschenkel, zehn Prozent im Unterarm und im Handgelenk, sieben Prozent in die Hand und 18 Prozent in sonstige Körperteile.

Sache des Geruchs

Für die Hunde sind die Gerüche interessant, die der Zusteller auch von anderen Hunden mitbringt. Zusätzlich dringt er in das eigene Revier des Hundes ein, das es zu verteidigen gilt.

Auf dem Betriebsgelände des Zustellstützpunktes in Hirschaid wurden unlängst Postbotinnen und Postboten im Umgang mit den Vierbeinern geschult und Strategien für die Bewältigung kritischer Situationen aufgezeigt. Entwickelt wurde das Training von Präventionsexperten der BG Verkehr in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post AG und Fachleuten, darunter Ausbildungsleiter für Diensthunde.

Die Angst nehmen

Johann Fruth, ehemaliger Hundeführer und Ausbilder für Hundeführer bei der Polizei, war mit zwei seiner Hunde - Rock, einem Belgischen Schäferhund, und Hanni, einem Labrador - nach Hirschaid gekommen. Neben der Vermittlung von theoretischem Wissen ging es auch darum, den Zustellern die Angst zu nehmen und einen sicheren Umgang mit Hunden zu trainieren. Anhand von konkreten Situationen aus dem Alltag der Zusteller wurden Gefahren analysiert und mögliche Gegenstrategien bis hin zum Gebrauch des Pfeffersprays erläutert. Fruth zeigte den Zustellern, wie sie ruhig und richtig reagieren und wie gefährliche Situationen vermieden werden können.

Hat ein Hund zugebissen, dann sollte man versuchen, so ruhig und passiv wie möglich zu bleiben, um einen weiteren Hundebiss zu vermeiden.

Sicherheit geht vor

Er warnte davor, sich darauf zu verlassen, wenn die Hundebesitzer ihren Hund als "gut erzogen" und "der macht doch nichts" einschätzen. Bei kritischen Situationen sollte immer das Gespräch mit dem Hundebesitzer gesucht werden, doch letztendlich bleibt die oberste Priorität die "eigene Sicherheit des Zustellers".

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