Schneckenlohe
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RSV-Mountainbiker lernten das wilde Norwegen kennen

Wie in den Vorjahren begab sich der RSV "Querfeldein" Schneckenlohe auf eine einwöchige MTB-Exkursion. Als Reiseziel wurde in diesem Jahr Norwegen mit seinen ausgedehnten, einsamen Wäldern und dem Hoc...
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Die Radsportler auf dem Hochplateau Hardangervidda Foto: privat
Die Radsportler auf dem Hochplateau Hardangervidda Foto: privat

Wie in den Vorjahren begab sich der RSV "Querfeldein" Schneckenlohe auf eine einwöchige MTB-Exkursion. Als Reiseziel wurde in diesem Jahr Norwegen mit seinen ausgedehnten, einsamen Wäldern und dem Hochplateau

Hardangervidda ausgewählt. Die Mountainbiker aus Schneckenlohe legten in sechs Fahrtagen insgesamt 481 Kilometer zurück und überwanden knapp 9000 Höhenmeter.

Nach über 1000 Kilometer langer Busfahrt trafen die Mountainbiker Steffen Schüpferling, Stefan Eckert und Wolfgang Müller in Hirtshals/Dänemark auf die in vier Tagen mit dem Fahrrad angereisten Marco Eckert und Oliver Faber. Dort legte die Fähre ab und nach einer vierstündigen Überfahrt wurde Larvik/Norwegen erreicht.

Schon auf den ersten Kilometern konnte man erste Eindrücke von der rauen norwegischen Natur sammeln. Massive Felswände grenzten teilweise den Weg ein, was auch zum ersten Problem werden sollte. Aufgrund von Sprengarbeiten war der Weg komplett gesperrt. Die zunächst einzige Möglichkeit war, die komplette Strecke zum Ausgangspunkt zurückzufahren, was allerdings 60 Kilometer Umweg bedeutet hätte. Glücklicherweise informierte ein hilfsbereiter Arbeiter über einen Umgehungsweg über Privatgelände, so dass man am Nachmittag Heddal mit seiner weltbekannten Stabkirche aus dem 12.

Jahrhundert erreichte.

Der nächste Tag führte auf welliger Strecke tendenziell bergauf bis Tuddal. Zahlreiche Flüsse und Seen säumten den Weg. Von Tuddal aus begann der Anstieg zur Passstrasse des Gaustatoppen, dem mit 1883 Metern über dem Meer höchsten Berg Südnorwegens. Bei 7 Grad und Nieselregen sowie starkem Wind und Nebel auf der

Passhöhe waren alle froh, eine Hütte mit beheiztem Kamin zum Aufwärmen und Trocknen zu finden. Nach der folgenden Abfahrt über zehn Kilometer erreichten die Schneckenloher den Wintersportort Rjukan.

Die Königsetappe

Die eigentlich kürzeste Etappe der Tour wurde kurzerhand in die Königsetappe mit über 2000 Höhenmetern umgewandelt. Da man unbedingt die Aussicht vom Gaustatoppen genießen wollte und dies am Vortag aufgrund der Wetterbedingungen nicht möglich war, nahm man die Abfahrt in umgekehrter Richtung mit knapp 1000 Höhenmetern am Stück in Angriff. Oben angekommen fanden die Mountainbiker einen Wahnsinns-Ausblick oberhalb der Wolken vor. Da gleichzeitig die Wolkendecke langsam aufriss, hatte man eine perfekte Sicht auf die Täler und Höhenzüge Südnorwegens.

Die Hardangervidda ist das größte Hochplateau Europas und der größte Nationalpark Norwegens. Der Anstieg von Rjukan auf einem Single-Trail war nahezu vollständig fahrbar. Oben angekommen offenbarte sich erstmals die wunderschöne, raue Wildnis Norwegens in voller Pracht. Unzählige Flüsse und Seen säumten die Schotterpiste. Felsen, Sträucher, gelbe und violette Blumen rundeten die Ansicht ab.

Von der weiteren geplanten Reise auf dem Hochplateau Hardangervidda wurde von einheimischen Wanderern abgeraten. Unfahrbar sei der Wanderweg. So verließ man das Hochplateau Richtung Osten, um nach weiteren 2000 Höhenmetern in Geilo, einem weiteren Wintersportort, anzukommen.

Giftige Anstiege

Am folgenden Tag ging es bei strahlendem Sonnenschein nach

Haugastol, dem Startpunkt des "Rallarvegen", einer bestens ausgeschilderten Radverbindung vom Hochplateau zum Aurlandsfjord. Der Rallarvegen gilt als einer der schönsten offiziellen Radrouten der Welt. Etliche Radgruppen waren unterwegs, doch die Anstiege wurden giftiger und nur noch ganz vereinzelt waren Radfahrer unterwegs. Gleichzeitig eröffnete sich ein unglaublich schöner Talkessel, der links und rechts von hohenBergflanken eingerahmt war. Auf den Berggipfeln zeigten sich Gletscherzungen. Nach 30 Kilometern erreichte man Finse, ein kleines Dorf mit farbigen Holzhäusern. Mit über 1300 Metern lag der höchste Punkt der Route an der Schneegrenze. Zum Abschluss stand noch ein Highlight an: eine Bergetappe mit 11 Kilometern und 700 Höhenmetern am Stück zum Aussichtspunkt "Stegastein". Oben angekommen, genoss man eine wunderschöne Aussicht auf den Aurlandsfjord mit Flam und Aurland. red

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