Roth
lichtenfels.inFranken.de 

Roth feiert 40 Jahre Eingemeindung

Zu Beginn der 70er Jahre wurde in Bayern die kommunale Gemeindereform gestartet, um leistungsfähigere Gemeinden zu schaffen. Manche gaben recht früh ihre Selbstständigkeit auf und schlossen sich mit g...
Artikel drucken Artikel einbetten
Gerd Schuberth, Jürgen Baumgärtner, Otto Dinkel, Roland Lowig, Sabine Rießner, Winfried Weinbeer, Andreas Hügerich und Ortssprecher Reinhold Schmidt bei der Feierstunde anläßlich der Eingemeindung vor 40 Jahren in Roth. Foto: Gerd Klemenz
Gerd Schuberth, Jürgen Baumgärtner, Otto Dinkel, Roland Lowig, Sabine Rießner, Winfried Weinbeer, Andreas Hügerich und Ortssprecher Reinhold Schmidt bei der Feierstunde anläßlich der Eingemeindung vor 40 Jahren in Roth. Foto: Gerd Klemenz
Zu Beginn der 70er Jahre wurde in Bayern die kommunale Gemeindereform gestartet, um leistungsfähigere Gemeinden zu schaffen. Manche gaben recht früh ihre Selbstständigkeit auf und schlossen sich mit größeren Nachbargemeinden zusammen. In Roth ließ man sich Zeit. Bei einer Feierstunde, welche die Ansbachtaler Musikanten umrahmten, gedachte Ortssprecher Reinhold Schmidt den Ereignissen der Eingemeindung von Roth in die Stadt Lichtenfels vor 40 Jahren.
Langheim wurde nach der Säkularisation zum Dorf. Aufgrund des zweiten bayerischen Gemeindeedikts vom Mai 1818 wurden Langheim und Roth zur Landgemeinde Roth vereint. Diese Verbindung währte von 1818 bis 1951. Der erste Bürgermeister der nun selbstständigen Gemeinde Roth war seit Kriegsende Georg Funk. Nach nur 27 Jahren war die Selbstständigkeit von Roth beendet. Der Ort wird nun von der Stadtverwaltung Lichtenfels betreut. "So wurden erst noch die beschädigte Kapelle und die Schule renoviert, bevor man sich im Januar 1978 offiziell der Stadt Lichtenfels anschloss. Am Abend des 3. November 1977 fand die letzte Bürgerversammlung in der selbstständigen Gemeinde Roth statt. Zuvor besichtigten die Referatsleiter der Stadt zusammen mit Bürgermeister Günther Hauptmann auf Einladung von Roth die gemeindlichen Einrichtungen", erzählte Ortssprecher Schmidt.
Er erinnerte auch an eine Besonderheit der politisch selbstständigen Gemeinde Roth. Zur schnellen und bequemen Information der Bevölkerung leistete man sich einen "Amtsboten", der bei Bedarf mit einer Glocke durchs Dorf ging und die Erlässe und Neuigkeiten verkündete. Dieses Amt hatte Fritz Krapp von 1956 bis 1978 inne.
Der Eingemeindungsakt mit Unterzeichnung der Urkunden fand am 21. Januar 1978 in der Gaststätte "Karolinenhöhe" bei Trieb statt. Die übliche Eingemeindungsfeier ließ bis zum 13. Juni 1980 auf sich warten. Als "Begrüßungsgeschenk" für die Einwohner Roths versprach der Bürgermeister den zügigen Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Klosterlangheim.
Der Festabend wurde von der Rother Blaskapelle sowie dem Gesangverein unter der Leitung von Karl Trinkwalter umrahmt. Die Flurbereinigung und die damit eng verbundene Dorferneuerung (1991-2012) wurde vom damaligen Bürgermeister Winfried Bogdahn und der Bürgermeisterin Bianca Fischer als Gebot der Stunde erkannt und in Kooperation mit der Dorfbevölkerung konsequent angegangen.
Seit Roth keinen Stadtrat mehr stellt, vertreten engagierte Ortssprecher die Belange von "Rua". Von 1999 bis 2008 tat dies Georg Kremer und seit 2009 vertritt Reinhold Schmidt die Interessen von Roth. Bürgermeister Andreas Hügerich erinnerte an die Ausstellung im Stadtmuseum die 2015/16 stattfand. Hierbei konnte er sich mit zahlreichen Bewohnern unterhalten und stellte fest, dass es damals gar nicht so einfach war. "Man sieht, was man damals geleistet hat. Da war sehr viel Weisheit dabei, da hat man sich ganz konkret Gedanken gemacht, wie man die Gemeinde entwickelt, damit die Menschen hier eine Zukunft haben", sagte Hügerich und erinnerte anschließand an das Schulhaus, um das der Ort immer wieder beneidet werde. "Es ist so kostbar, dass man hier noch eine Schule vor Ort haben darf. Wenn man dann die Schule besucht und die Schüler und die Lehrer hört, mit welcher Heimatverbundenheit sie von ihrer Schule berichten, zeigt das, dass da vieles richtig gemacht worden ist", so Hügerich. Anschließend dankte er denen, die in der früheren Gemeinde Roth Verantwortung getragen haben. "Unsere 29 Ortsteile sind uns so wertvoll, weil jeder Teil eine eigene Geschichte hat", sagte der Bürgermeister zum Abschluss.
Auch der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner gratulierte "Rua" zu 40 Jahren Eingemeindung: "Es ist hier gelungen, Identität zu bewahren. Das ist etwas ganz Besonderes und das liegt an den Menschen, die den gemeinsamen Geist leben." Gerd Klemenz
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren