Lichtenfels

Roger Martin will Rathaus erobern

Die Freien Wähler/Freien Bürger Lichtenfels nominieren den Journalisten als Bürgermeisterkandidaten
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Daumen hoch für den Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler/Freien Bürger Lichtenfels, Roger Martin (Mitte). Glück und Erfolg wünschen ihm hier (von links) Daniela Günther, Bernhard Kasper, Kreisvorsitzender Klaus Kasper und Gernot Brand. Foto: Sigrid Mager
Daumen hoch für den Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler/Freien Bürger Lichtenfels, Roger Martin (Mitte). Glück und Erfolg wünschen ihm hier (von links) Daniela Günther, Bernhard Kasper, Kreisvorsitzender Klaus Kasper und Gernot Brand. Foto: Sigrid Mager

Die Freien Wähler/Freien Bürger Lichtenfels ziehen mit einem Bürgermeisterkandidaten in den Kommunalwahlkampf 2019/2020. Bei der sehr gut besuchten Wahlversammlung im Gasthaus Fischer in Mistelfeld erhielt der 62-jährige Journalist und Redakteur Roger Martin volle Rückendeckung für seine Bewerbung. Die endgültige und förmliche Nominierung erfolgt später.

"Ich habe große Lust, für die Freien Wähler/Freien Bürger das höchste politische Amt in der Kreisstadt zu erringen", sagte Martin. Persönliche Freundschaften, politischer Stil der Freien mit klaren Ansagen, die Überzeugung, dass die Freien über ein sehr kompetentes Personal in Lichtenfels verfügten, und das Gefühl, dass in der Partei ein großartiger Teamgeist herrsche, hätten ihm die Entscheidung sehr erleichtert. "Die Freien verkörpern meine Auffassung von Kommunalpolitik", so Martin.

Erfolgreiche Bewerbung beim OT

Vor 23 Jahren habe er sich zum letzten Mal um eine Funktion beworben, sagte Martin weiter, damals in Lichtenfels als Redaktionsleiter beim Obermain-Tagblatt. Diese Bewerbung sei erfolgreich gewesen. Die Stadt und ihre Menschen seien ihm über die vielen Jahre sehr ans Herz gewachsen.

Martin meint von sich, er sei kommunikativ und gehe gerne auf die Menschen zu. Dies sei in der Kommunalpolitik mit ihren kurzen Wegen und den vielen persönlichen Kontakten Grundvoraussetzung für ein politisches Mandat. Als weiteren Pluspunkt nannte er etliche Erfahrungen mit Kommunalpolitik aus nächster Nähe, die er in seinem vielfältige Beruf, aber auch außerberuflich gesammelt habe.

Trotz guter jüngster Prognosen für die Korbstadt gebe es hier "Baustellen", die er mit den Freien bearbeiten wolle. Martin nannte an vorderster Stelle die Begriffe "Transparenz" und "bürgernahe städtische Kommunikation". "Es ist grundsätzlich nötig, politische Entscheidungen bürgernah und aktiv zu vermitteln", betont der Kandidat. Bürger seien zum Beispiel verwundert oder gar enttäuscht, wenn bekannt werde, dass Themen unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen und entschieden werden, die genauso gut auch im öffentlichen Teil einer Ausschuss- oder Stadtratssitzung besprochen werden dürften. Die Geschäftsordnung für den Stadtrat sei zwar ausschlaggebend, aber es gebe Spielraum, der im Interesse der Bürger genutzt werden müsse. "Wir müssen alles vermeiden, was Politikverdrossenheit fördert", sagte Martin. Dazu gehörten auch eine verständliche Amtssprache und keine "bürokratischen Monster".

Martin kündigte an, dass die Freien Wähler die Lichtenfelser Innenstadt nachhaltiger fördern wollen. Die Anliegen der Ortsteile würden dabei nicht vernachlässigt. Die Ortsteile bildeten einwohnermäßig die Hälfte der Stadt. Dies alleine zeige, welchen Stellenwert die Dörfer um die Kernstadt haben. "Unsere Kernstadt hat Charme und ist interessant. Sie verdient mehr Anziehungs- und Kaufkraft", so der Journalist. Es sei an der Zeit, die Besucherfrequenz außerhalb von Events und Veranstaltungen nachhaltig zu stärken.

Ausgeglichene Wohnungspolitik

Dazu müsse der Blick auch über den Tellerrand hinaus gerichtet werden. Ein Schwachpunkt sei nach wie vor der ungenügende Austausch zwischen Kernstadt und Fachmarktzentrum in der Mainau. Lichtenfels brauche weiterhin eine Initiative für eine ausgeglichene Wohnungspolitik. "Eine Kommune hat die Verpflichtung zu reagieren, wenn der Markt die Versorgung mit neuem preiswerten Wohnraum nicht gewährleistet", so Martin. Die Wohn- und Immobilienpreise in Lichtenfels würden seit längerem anziehen. Die Freien seien gerne bereit, sich für die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft stark zu machen. Die Forderung dafür sei zwar nicht neu, aber bislang leider ohne Ergebnis. Immer noch in den Kinderschuhen stecke die Modernisierung der Verkehrspolitik in Lichtenfels. Vor genau zehn Jahren habe die Stadt den Auftrag für das Städtebauliche Entwicklungskonzept Isek an die Cima erteilt. Viele Bürger hätten sich über Jahre eingebracht. Viele Stunden Arbeit und viel Geld sei in das Projekt geflossen. Natürlich seien einige Dinge umgesetzt worden, was innerhalb von zehn Jahren zu erwarten sei. Es sei aber beispielsweise unerklärlich, warum sich am bisherigen Radwegesystem in der Kernstadt kaum etwas geändert habe. Da der stark befahrene Main-Radweg immer mehr Radler in und durch die Stadt führe, bestehe dringender Handlungsbedarf. Die neuesten Planungen gäben noch keine Hinweise, dass es hier rasch zu einem Ergebnis komme.

Fragezeichen gebe es auch beim Thema Einrichtung von Verkehrskreiseln, obwohl deren Vorteile längst erwiesen seien. Das Thema beschäftige sehr viele Lichtenfelser, vor allem Verkehrsteilnehmer. Es lasse sie aber ratlos zurück. "Die meisten kennen die Gründe nicht, die in Lichtenfels Verkehrskreisel verhindern."

Martin betonte, die "Freien" wollten einen "sachlichen und inhaltsreichen Wahlkampf" führen. "Es geht um Lichtenfels, um die Menschen hier und um eine starke Vertretung der Freien im nächsten Stadtrat."

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Klaus Kasper, sowie der Kreis-Ehrenvorsitzende der Freien, Bernhard Kasper, beglückwünschten Martin zur parteiinternen Nominierung. Sie dankten ihm dafür, dass er sich für die Freien Wähler engagiere und als Bürgermeisterkandidat antreten wolle. Klaus Kasper verwies auf verbale und tätliche Angriffe auf Kommunalpolitiker in der jüngsten Zeit, was "unerträglich" sei. Dies bedeute, Bewerber um ein politisches Amt bräuchten derzeit nicht nur Zeit, sondern auch Mut. Er nannte Martin eine "herausragende Persönlichkeit in unserer Region". Bernhard Kasper bezeichnete die Bereitschaft Martins einen "Glücksfall." red

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