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Memmelsdorf

Rösler und HP drucken künftig vereint

Bei der Entwicklung von 3D-Verfahren arbeiten die Memmelsdorfer Firma und der US-Konzern fortan zusammen.
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Rösler steht für glatte Lösungen, auch wenn der Name an der Werksfassade in Memmelsdorf auf Wellblech abgedruckt ist. Foto: Eckehard Kiesewetter
Rösler steht für glatte Lösungen, auch wenn der Name an der Werksfassade in Memmelsdorf auf Wellblech abgedruckt ist. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter Memmelsdorf — Wenn's glatt gehen soll, dann ist die Firma Rösler im Untermerzbacher Gemeindeteil Memmelsdorf und im Bad Staffelsteiner Stadtteil Hausen ein gefragter Ansprechpartner. Ihr Metier sind die perfekten Oberflächen. So verdanken viele Euro-Münzen dem Unternehmen ihren Glanz und im Emsland lässt die Meyer-Werft ihre Schiffe erst vom Stapel, wenn sie mit fränkischer Technologie gestrahlt und oberflächenbehandelt worden sind. Ging es früher bei Rösler vornehmlich um die Gleitschlifftechnik, so rücken heute zunehmend Lösungen für dreidimensionale Druckverfahren (3 D) in den Fokus.

Synonyme dafür sind additive Fertigung oder im Business-Deutsch Additive Manifacturing (AM). Additiv deshalb, weil bei diesen Verfahren Material Schicht für Schicht hinzugefügt, "addiert" wird, um dreidimensionale Fertigungsstücke zu erhalten. Doch da gibt's immer wieder mal Grate, Ränder und Brüche.

Die Firma Rösler spezialisiert sich mit ihrer neuen Marke "AM Solutions" auf Anlagen und Verfahren, mit denen additiv gefertigte Bauteile konstruiert, umdesigned, nachbearbeitet und mit einer möglichst perfekten Oberfläche versehen werden können. Das Zukunftsprojekt "AM Solutions" entwickelt sich vielversprechend. Laut Daniel Hund, Marketing-Leiter bei Rösler, sind am Standort Memmelsdorf, wo die "AM Solutions" im 2018 fertiggestellten Neubau angesiedelt sind, momentan knapp 20 Personen in Vertrieb und Entwicklung ausschließlich in dieser Sparte beschäftigt. Zudem greife der Konzern auf bestehende Ressourcen in den Bereichen Konstruktion, Software und Produktion zurück.

Jetzt kann Rösler eine Kooperation vermelden, die aufhorchen lässt. Künftig wird das Unternehmen mit Hewlett-Packard zusammenarbeiten, einem der größten PC- und Druckerhersteller und den Angaben zufolge "weltweit führend in den Bereichen 3D-Druck und digitale Fertigungslösungen". Im Kern geht es laut einer Pressemitteilung darum, neue Maschinenlösungen für die Nachbearbeitung 3D-gedruckter Bauteile zu entwickeln.

Neue Technologie

Das Ganze wird auf einer Technologie basieren, die HP entwickelt hat, die so genannte "HP Multi Jet Fusion". Sie bietet laut Daniel Hund erhebliche Vorteile gegenüber vergleichbaren 3D-Drucktechnologien.

HP schaffe die Möglichkeit, neue Designs, Anwendungen und serienreife Endteile auf nur einer Plattform zu entwickeln, und so Wettbewerbsvorteile zu erhalten. Das 3D-Drucksystem biete dem Kunden "ein neues Höchstmaß an Planbarkeit, Effizienz, Wiederholgenauigkeit und Qualität", heißt es in der Pressemitteilung.

"Beim Thema 3D-Druck spielt die Nachbearbeitung der Oberfläche der Bauteile nach dem Druckprozess eine entscheidende Rolle, da die Bauteile zumeist so nicht verwendet werden können. Diese Nachbearbeitung findet heute zum Großteil noch manuell statt, was die Bauteile teurer werden lässt und eine Reproduzierbarkeit der Bauteilqualität fast unmöglich macht", erklärt Daniel Hund gegenüber dem FT. Wegen der hohen Kosten sei es derzeit noch schwer, 3D-gedruckte Bauteile in Serie zu produzieren. Hund: "An dieser Stelle setzen wir an und entwickeln für HP Maschinen, die diesen manuellen Prozess durch automatisierte Lösungen ersetzen und auf deren Technologie und Anforderungen zugeschnitten sind".

Der Beitrag von "AM Solutions" reicht von Verfahren beim Entpacken und Entfernen von Stützstrukturen, anhaftendem Pulver und angesinterten Partikeln über die Reinigung, Glättung und Kantenverrundung bis zum Oberflächenfinish und Färben der Produkte. Vereint gelinge es, Kosten zu reduzieren und die Serienfertigung aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver zu machen.

Noch in den Kinderschuhen

Weil die Kooperation sehr jung ist, wagt der Marketingleiter aus Rösler-Sicht noch keine Prognose zu Umsatzpotenzialen und künftigem Personalbedarf. Auf jeden Fall sagt er: "Die Kooperation mit HP ist aus unserer Sicht sehr vielversprechend."

Von einem wichtigen Partner im AM-Netzwerk spricht Stephan Rösler, Geschäftsführer der Rösler-GmbH: "Die Zusammenarbeit ermöglicht uns, unsere automatisierten Nachbearbeitungslösungen optimal abgestimmt auf die Multi-Jet-Fusion-Technologie von HP weiterzuentwickeln."

Ramon Pastor, Interim Head of HP 3D Printing & Digital Manufacturing, würdigt das Know-how der Firma Rösler im Anlagenbau und bei der Oberflächenbearbeitung und wertet die Kooperation als "wichtiges Beispiel für das Engagement von HP bei der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen im industriellen Ökosystem, um die digitale Transformation der Fertigung voranzutreiben."

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