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Rockets spielen nicht in der ProA - Heyder und Pavic verlassen Absteiger

Die Rockets werden das Startrecht in der 2. Basketball-Bundesliga ProA am Standort Erfurt nicht wahrnehmen. Diese Entscheidung trafen die Verantwortlichen nach erfolglosen Bemühungen, die wirtschaftli...
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Ivan Pavic
Ivan Pavic
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Die Rockets werden das Startrecht in der 2. Basketball-Bundesliga ProA am Standort Erfurt nicht wahrnehmen. Diese Entscheidung trafen die Verantwortlichen nach erfolglosen Bemühungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Saison des Bundesliga-Absteigers in der ProA zu schaffen.
Mit Manager Wolfgang Heyder, Trainer Ivan Pavic und etlichen Spielern, die im Brose-Nachwuchskonzept groß geworden sind, wurden die Rockets oftmals als eine Filiale des Bamberger Programms bezeichnet. Leistungsträger wie Andi Obst (geht nach Spanien), der zum besten Nachwuchsspieler der Bundesliga gekürt worden ist, und der Bamberger Johannes Richter (Würzburg) haben dem Klub schon den Rücken gekehrt.
Grund für den Rückzug aus der ProA ist die Schwierigkeit, die Anforderungen der Liga zu erfüllen und die Kosten durch Einnahmen zu decken, wie der Verein mitteilt. Bereits in der vergangenen Saison konnten die Rockets nach dem Rückzug des Hauptsponsors, der Oettinger Brauerei, die Saison nur durch das Engagement der Rockets-Gesellschafterin Astrid Kollmar gewährleisten.


Wirtschaftliche Entscheidung

"Es ist absolut nicht leichtgefallen, diese Entscheidung zu treffen", betonte Kollmar, "aber sie war aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich, da wir einen erfolgreiche Durchführung der Saison nicht garantieren können. Dies aber können wir weder den Spielern und Sponsoren und ebenso wenig den Fans zumuten."
Wie die ProA mit der Situation umgeht, dürfte sich am 23./24. Juni auf der Tagung der 2. Basketball-Liga entscheiden. Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, soll die ProA-Lizenz an den niedersächsischen Klub Artland Dragons verkauft worden sein, der sich nach der Saison 2014/15 aus der Bundesliga zurückgezogen hat und seitdem in der ProB Nord zu Hause war. Nach Platz 1 in der Hauptrunde gelang jüngst der Aufstieg in die ProA sportlich nicht.
Ob der thüringische Bundesliga-Absteiger das Startrecht in der 3. Liga ProB auch am Standort Gotha zurückgeben muss, ist unklar. Derzeit laufen Verhandlungen mit Sponsoren, um ein Engagement möglich zu machen. Von Schulden "im mittleren sechsstelligen Bereich" ist in der "Thüringer Allgemeinen" die Rede. Der Weg in die Regionalliga scheint vorgezeichnet.


Selbst ProB-Start noch offen

Eine Zusage dafür sei noch nicht möglich, so Astrid Kollmar. "Wir würden gern nach dem sportlichen Aufstieg in die ProB in dieser Spielklasse in Gotha spielen und dem Konzept treu bleiben, jungen deutschen Spieler, möglichst aus unserem Jugendprogramm, eine tragende Rolle zu geben. Wir wollen ein Club sein, der die Jugend der Region fördert und tollen Basketball mit Spielern spielt, mit denen sich Fans, Sponsoren und Stadt identifizieren können."
Unabhängig davon gibt es bei den Rockets große personelle Veränderungen: Neben Geschäftsführer Thomas Fleddermann verlassen auch Manager Wolfgang Heyder, Nachwuchsleiter Florian Gut, Trainer Ivan Pavic und der Präsident des Businessclubs, Markus Loch, den Verein. "Ihnen gilt ein großes Dankeschön", sagt Kollmar.
Der Zusammenbruch habe sich, so das Thüringer Blatt, schon seit Monaten intern angekündigt. Sportchef Heyder hatte seit Februar für ein neues Gesellschaftermodell im Verein geworben, um die Struktur auf sichere Beine zu stellen. Mehrere Interessenten hätten größere Summen investieren wollen, um das Rockets-Team in der ProA zu halten, hatte er versichert. Kurz vor Ultimo habe die Präsidentin den Sponsoren aber erklärt: keine Veränderung, die Struktur bleibe die alte. red
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