LKR Bamberg

ROB lässt lange auf sich warten

Seit Jahren wird über einen Regionalen Omibusbahnhof in Bamberg geredet. Getan hat sich nicht viel. Doch je mehr der öffentliche Nahverkehr ins kommunale Interesse rückt, desto offenkundiger wird die Notwendigkeit. Die Bahn mauert.
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Auf der schraffierten Fläche wurde bereits 2009 der Regionale Omnibusbahnhof geplant. Foto: Ronald Rinklef Grafik: Micho Haller
Auf der schraffierten Fläche wurde bereits 2009 der Regionale Omnibusbahnhof geplant. Foto: Ronald Rinklef Grafik: Micho Haller

Eine zentrale Drehscheibe für Regionalbusse in Bamberg ist dringend nötig, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu gestalten. Das ist nicht erst seit dem 2018 erstellten Intermodalen Mobilitätskonzept für den Landkreis Bamberg klar.

Im Jahr 2009 gab es sogar schon einen konkreten Planentwurf: Auf dem Parkplatz nördlich des Bahnhofsvorplatzes sollten zehn bis zwölf Haltestellen für den Regionalbusverkehr und weitere für Stadtbusse entstehen. 2013 war im Bamberger Stadtrat dann die Rede davon, der Busbahnhof solle 2017 in Betrieb gehen. Doch der ROB (Regionaler Omnibusbahnhof) als Ergänzung zum etablierten ZOB lässt in Bamberg immer noch auf sich warten. Und das wird noch ein ganzes Weilchen so weitergehen. Vermutlich bis ins übernächste Jahrzehnt.

Nicht vor 2031?

"Grundsätzlich ist dieses Thema in Verbindung mit dem beabsichtigten viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke durch Bamberg zu sehen", schrieb Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in einer Antwort auf eine Anfrage von Landrat Johann Kalb (CSU). Demnach benötigt die Bahn - die auch Eigentümerin des Grundstücks ist - das Areal als Baustelleneinrichtungsfläche. Sollte die Bahn die Fläche bis zum Abschluss des gesamten ICE-Ausbaus in Bamberg nicht freigeben "wäre die Realisierung des ROB erst nach Inbetriebnahme, das heißt, etwa 2031 vorstellbar", so der OB weiter.

"Dies ist für den Landkreis Bamberg grundsätzlich nachvollziehbar", meint dazu Landrat Kalb auf Nachfrage. Nun sei es jedoch wichtig, das Projekt ROB entsprechend seiner zentralen Funktion für Stadt und Landkreis Bamberg mit Vorrang in die Gesamtplanung einzutakten.

Nach Vorlage der Planungen von 2009 hatte es zunächst geheißen, die Bahn wolle das Grundstück nicht verkaufen, sondern weiterhin als Parkfläche bewirtschaften. Später kam die Unsicherheit über die ICE-Trassenführung als Grund für die Verzögerung hinzu. Nun also die jahrelange Großbaustelle.

"Bamberg hält unverändert an dem Ziel fest, den ROB am Bahnhof zu verwirklichen", betont Starke. Die Stadt bemühe sich schon seit Jahren energisch und mit aller Kraft um den erforderlichen Grunderwerb. "Regelmäßig und in kurzen Abständen wird die Stadt daher bei der Deutschen Bahn vorstellig, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Bisher jedoch vergeblich." Haltung der Bahn sei, erst wenn der Umbau des Bahnhofs und der ICE-Erweiterungsbau abgeschlossen sind, könne konkret über ein Grundstück verhandelt werden, sagt Starke.

" Je schneller auch dieses Projekt realisiert wird, desto schneller erreichen wir einen bürgerfreundlichen, nachhaltigen öffentlichen Personennahverkehr", hofft Kalb nun. "Der Stadt sind die Hände gebunden. Sie ist auf die Planungen und die Verkaufsbereitschaft der Bahn angewiesen", schränkt Starke seinen Handlungsspielraum ein. In seinem Brief an den Landrat hatte er zudem auf den aktuellen Bauzeitplan der Bahn (2022 bis 2030) verwiesen und gleichzeitig gewarnt: "Angesichts der langjährigen Erfahrungen mit diesem Projekt muss aber immer mit Terminverschiebungen gerechnet werden."

Ist-Zustand: mangelhaft

Das sind keine guten Aussichten. Denn die Regionalbushaltestellen am Bahnhof weisen jetzt schon "zahlreiche Defizite auf. Die Vor-Ort-Situation ist völlig unzureichend". So steht es zusammenfassend im Mobilitätskonzept des Landkreises aus dem Jahr 2018. Und mit der Umsetzung des Konzeptes - für den ÖPNV wird das Jahr 2024 angestrebt - werden die Anforderungen noch umfangreicher. Dabei, so wird bemängelt, sei die Kapazität der Haltestellen bereits jetzt nicht ausreichend, der sichere Zugang für Fahrgäste nicht gewährleistet, übersichtliche Fahrgastinformationen mangelhaft, Sitzmöglichkeiten und Witterungsschutz kaum vorhanden und Barrierefreiheit an keiner einzigen der Haltestellen gegeben.

Neben der Verknüpfung des Regionalbusverkehrs mit dem Bahnhof ist natürlich auch die mit dem Stadtbusverkehr ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Doch auch am ZOB sieht es für die Regionalbusse nicht viel besser aus als am Bahnhof: Die Regionalbuslinien müssen an verschiedensten Stellen der Promenade- und der Willy-Lessing-Straße ihre Fahrgäste absetzen und aufnehmen. "Die Umsteigesituation ist aufgrund der nicht einsehbaren und teilweise längeren Fußwege sehr unübersichtlich", hält das Mobilitätskonzept fest. Die Haltestellen seien nicht barrierefrei, Fahrgastinformationen mangelhaft und die Kapazität so gering, dass einige Regionalbusse die Innenstadt gar nicht erst ansteuern.

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