Ebermannstadt

Riss in Hauswand stoppt Brückenbau

Das Anwesen eines Anwohners erlitt einen Riss aufgrund der Tiefengründung für die neuen Brücken entlang der Breitenbacher Straße. Jetzt wird erst gebohrt.
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Josef Hofbauer Noch am Montag hatte Stadtrat Ludwig Brütting (FW) am Rand der Stadtratssitzung nachgefragt, ob es bei den Ramm-Arbeiten für die Tiefengründung der Brückenbauarbeiten am Breitenbach auch Bestands-Sicherungsmaßnahmen gebe. Das bejahte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE). Sämtliche Arbeiten würden durch Ingenieure überwacht. Kontinuierlich würden die Vibrationen gemessen und aufgezeichnet.

Seit Donnerstag, 25. Oktober, herrscht allerdings Stillstand auf der derzeit größten Baustelle der Stadt. "Die Arbeiten wurden eingestellt", bestätigt Bürgermeisterin Christiane Meyer. Der Grund: Ein Anwohner hatte einen Riss an seinem Haus entdeckt, der durch die Erschütterungen verursacht worden sein soll.

"Das wird jetzt geprüft", so die Bürgermeisterin, sie fügt aber hinzu: "Von einem Drama sind wir weit entfernt." Die aufgezeichneten Messwerte lägen nämlich weit unter den Richtwerten für denkmalgeschützte Bauten. Dennoch könne natürlich ein Riss an einem Gebäude vorkommen.

Um Schlimmeres zu verhindern, habe die Bürgermeisterin nach der Schadensmeldung einen sofortigen Baustopp verfügt. Bei einer Baustellenbesprechung vor Ort überlegten am Freitag Baugrund-Gutachter, Bauleiter und weitere Experten, wie am Breitenbach weiter verfahren werden soll. In Abstimmungsgesprächen mit den Fachfirmen sollen mögliche Alternativen geprüft werden, damit der Bau weitergehen kann.

Die Längen der Spundwände variieren bei den verschiedenen Bauwerken und müssen - abhängig vom Untergrund - zwischen sieben und elf Meter tief in die Erde gerammt werden. Schließlich sollen die neuen Brücken eine Tragkraft von 60 Tonnen haben. Zum Vergleich: Ein Sattelzug bringt nur 40 Tonnen auf die Waage.

Erst bohren

In einem Schreiben an Bürgermeisterin Christiane Meyer räumt Ingenieur Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther ein, dass am Donnerstag ein Alarm bei der Einrichtung, die sämtliche Erschütterungen misst, eingegangen sei. Gleichzeitig habe ein Anwohner eine leichte Rissbildung an seinem Gebäude gemeldet.

Nach gemeinsamer Beratung der Fachplaner und der ausführenden Fachfirmen soll nun die bereits auf der Baustelle vorgehaltenen Bohrkrone zum Einsatz kommen. Das heißt, es müssen - wie von den Fachleuten erwartet - teilweise Entspannungsbohrungen im Untergrund durchgeführt werden, um den Rammwiderstand zu reduzieren und mögliche weitere Schäden zu verhindern.

Dann sollen die Spundwände wie bisher mit dem speziellen Rammgerät, das mit Hochfrequenz betrieben wird, um möglichst erschütterungsarm zu arbeiten, niedergebracht werden. Die Frequenz des Rammvibrators, schreibt Brust, könne so variiert werden, dass an Gebäuden ankommende Erschütterungen möglichst klein gehalten werden.

Wesentliche Verzögerungen, so der Ingenieur seien derzeit nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Es sei sogar vorgesehen die Baustellenbesetzung zu erhöhen. Die gesamte Maßnahme des ersten Bauabschnittes liege somit im gesteckten Zeitplan.



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