Neuses am Raueneck

Riesenröhre für den Mühlbach

Am Ortsrand des Eberner Stadtteils Neuses läuft eine umfangreiche Baumaßnahme. Am Wall unter der Kreisstraße Richtung Vorbach soll sich künftig bei Starkregen kein Wasser mehr aufstauen.
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Mit dem neuen Wasserdurchlass dürfte Neuses auch bei einem Jahrhunderthochwasser vor Überflutung geschützt sein. Unser Bild veranschaulicht die Dimension der Röhre und die Höhe des Straßenwalles.  Foto: Eckehard Kiesewetter
Mit dem neuen Wasserdurchlass dürfte Neuses auch bei einem Jahrhunderthochwasser vor Überflutung geschützt sein. Unser Bild veranschaulicht die Dimension der Röhre und die Höhe des Straßenwalles. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter. Normalerweise plätschert der Albersdorfer Mühlbach gemächlich gen Osten, erst recht am Ende eines trockenen Sommers. So genügen derzeit zwei vergleichsweise dünne Rohre, um das Bächlein an einer Baustelle zum Hochwasserschutz vorbeizuleiten.Bei stärkeren Regenfällen nämlich ist es mit der Harmlosigkeit des Bächleins vorbei.

Von Hochwasserschäden in ihrem Dorf können die Bürger des Eberner Stadtteiles Neuses mancherlei Geschichten erzählen. Am 29. Juli 2005 beispielsweise wurden weite Teile des Ortes überflutet, was einigen Schaden verursachte. Der heutige Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), der seinerzeit als Eberner Feuerwehrmann gefordert war, spricht etwas flapsig von der "Neuseser Badewanne", die man nun in den Griff bekommen wolle.

Die Kreisstraße HAS 50 über den rund sieben Meter hohen Damm unweit des östlichen Ortsrandes war vor etwa 50 Jahren gebaut worden. Aus heutiger Sicht viel zu gering geplant wurde damals der Querschnitt des Wasserdurchlasses. Ein Gutachten hatte nun ergeben, wie Abhilfe zu schaffen ist.

Hochwasserschutzmaßnahmen, wie sie die Bevölkerung spätestens seit der Jahrtausendwende gefordert hatte, werden nun tatsächlich in die Tat umgesetzt - durch eine Baumaßnahme in beachtlicher Dimension.

Seit rund einem Monat läuft der Einbau eines neuen Durchlasses unter der Kreisstraße östlich von Neuses durch eine Tiefbaufirma aus Hammelburg. Er wird dafür sorgen, dass der Mühlbach auch bei Hochwasser keinen Rückstau mehr bildet. 5,20 mal 4,10 Meter groß ist die ovale Wellblechröhre im Durchmesser. Ein viermal so großer Abflussquerschnitt wie bisher. Das sollte auch für Jahrhunderthochwasser reichen, meinen die Vertreter der Tiefbauverwaltung beim Landratsamt.

Der Kreis ist Bauträger

Der Landkreis tritt als Auftraggeber der Baumaßnahme auf, bei der nebenher auch gleich die Traglast der Straße an dieser Stelle erhöht wird.

Gut eine halbe Million Euro wird das Bauprojekt verschlingen, dessen Abschluss für die 42. Kalenderwoche geplant ist. Am 19. Oktober soll die Verbindungsstraße zwischen Neuses und Vorbach wieder passierbar sein. Der Termin sollte "aufgrund der bisher guten Witterung und des guten Verlaufs der Baustelle sicher zu halten sein, sofern nicht irgend etwas vorfällt", teilt Alfons Schanz, Leiter der Tiefbauabteilung am Landratsamt, auf Anfrage mit. Er wird den Kreisbauausschuss heute Nachmittag bei einer "Straßenbereisung" auch zu der Baustelle bei Neuses führen.

Aktuell wird der Verkehr über Frickendorf bzw. Bramberg umgeleitet. Rund 250 000 Euro erwartet sich die Kreisverwaltung als Zuschuss der öffentlichen Hand. Den Rest werden sich der Landkreis Haßberge und die Stadt Ebern in einem Verhältnis von 60:40 teilen.

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