Johannisthal

Riesenjubel nach bangen Minuten

Bis zuletzt musste der VfR Johannisthal um die Meisterschaft zittern. Nach dem Abstieg aus der Kreisliga in der vergangenen Saison, gelang dem Team um Spielertrainer Tobias Mayer die sofortige Rückkehr.
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Dominic Buckreus

Schlusspfiff. Die Partie in Altenkunstadt endet 2:2. Reicht das Unentschieden dem VfR Johannisthal zur Meisterschaft in der der Kreisklasse 2? Alle Spieler versammeln sich vor einem Handy - Live-Schalte nach Theisenort. Dort steht es 0:0 im Topspiel zwischen den TSF und dem FC Lichtenfels II. Das würde dem VfR reichen - fällt aber ein Trefer, würde der Johannisthaler Meisterschaftstraum platzen und der Aufstieg wäre nur durch die Relegation erreichbar.
"Wir haben schon ein bisschen gezittert. Es waren vier Minuten, die wir abwarten mussten, bis das Signal aus Theisenort kam", erinnert sich VfR-Spielertrainer Tobias Mayer. Dann der erlösende Schlusspfiff in Theisenort. Es bleibt beim torlosen Remis. Die VfR-Mannschaft bricht in Jubel, die Sektkorken knallen - Johannisthal ist wieder Kreisligist.


Stammspieler fehlten lange

Dass es gegen Ende der Serie noch so knapp wurde, lag vor allem an einigen Ausfällen nach der Winterpause, erklärt der 30-jährige Coach. Mit Daniel Pötzinger und Daniel Herbst fielen zwei Stammkräfte mit Kreuzbandrissen aus. Der bis dahin zweiterfolgreichste Torschütze Mario Hofmann verletzte sich im Winter am Fuß und wird wohl noch bis Mitte August fehlen. Dazu ging Frederik Denegri für drei Monate ins Ausland. "Da sind dann Leute aus der letztjährigen zweiten Mannschaft in die Bresche gesprungen, die eigentlich gar nicht mehr spielen wollten. Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht", lobt Mayer. Dennoch blieb man im Monat April, in dem auch viele Nachholspiele anstanden, sechsmal in Folge ohne Sieg. Darunter auch in den wichtigen Duellen in Theisenort (1:2) und gegen Schwürbitz (3:3).
Glück für Johannisthal, das auch die Konkurrenz schwächelte und der VfR so trotzdem an der Tabellenspitze blieb. Dieses Ziel hatte der Verein nach dem Kreisliga-Abstieg in der vergangenen Saison nicht offiziell ausgegeben, sagt Mayer. "Als wir im Lauf der Saison vorne dabei waren und auf Platz 1 standen, wollten wir es definitiv durchziehen."
Die Mannschaft blieb nach dem Abstieg nahezu komplett - bis auf Max Mayer (zum FC Mitwitz) und Dominik Schneider (zum FC Burggrub). Und so konnte der Trainer auf ein eingespieltes Team bauen, das in der Hinrunde nur eine Niederlage einstecken musste (1:2 beim FC Baiersdorf).
Ein Garant für den Erfolg war Torjäger Markus Ludwig. Mit seinen 23 Treffern war er an rund einem Drittel aller Johannisthaler Treffer in dieser Saison beteiligt. "Er hat sicher einen Riesenanteil an der Meisterschaft. Eigentlich wollte er aus beruflichen Gründen etwas kürzer treten, hat dann aber trotzdem mehr Spiele gemacht als erwartet. Er ist unser erfahrenster Mann und hat auch Verantwortung übernommen. Das tut einer jungen Mannschaft sehr gut", lobt ihn sein Trainer.


Die Null muss stehen

Die VfR-Abwehr verstand es aber auch, Gegentore zu vermeiden - in zehn Ligaspielen stand hinten die Null. "Wir hatten eine eingespielte Abwehr. Zwar haben wir größtenteils auf eine Dreierkette umgestellt, aber die Jungs haben diesen Wechsel gut angenommen", sagt Mayer.
In der kommenden Saison in der Kreisliga gibt es für den Trainer nur ein Ziel: "Vier Mannschaften hinter uns lassen." Dass dies auch gelingt, davon ist Mayer, der seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, überzeugt: "Es herrscht jetzt eine riesige Euphorie im Verein und die nehmen wir mit in die neue Saison."
Diesen Weg wird Johannes Wittmann zumindest beim VfR nicht mitgehen. Der drittbeste Torschütze der Johannisthaler wechselt zum FC Stockheim, der am Samstag (18 Uhr) gegen den SV Steinwiesen noch um den Klassenerhalt in der Kreisliga kämpft. Dafür werden Maximilian Hartfil (SCW Obermain) und ein in Johannisthal wohnhafter Mittelfeldakteur aus der Ukraine zur Mannschaft stoßen. Auch Lukas Gernlein, der seine Fußballschuhe bereits an den Nagel gehängt hatte, wird reaktiviert. Zuletzt spielte er beim TSV Küps.
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