Reuth
reuth.inFranken.de  Vor 280 Jahren wurde St. Johannes der Täufer geweiht.

Reuther feiern ihre Kirche

Sie steht auf einer Anhöhe in Reuth und man kann sie getrost als geistliche Mitte im Ort bezeichnen: die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Vor 280 Jahren, anno 1739, wurde die alte Kirche dem Heili...
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Gemeinsam zog man in Reuth zur Pfarrkirche. Foto: Heidi Amon
Gemeinsam zog man in Reuth zur Pfarrkirche. Foto: Heidi Amon

Sie steht auf einer Anhöhe in Reuth und man kann sie getrost als geistliche Mitte im Ort bezeichnen: die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Vor 280 Jahren, anno 1739, wurde die alte Kirche dem Heiligen St. Johannes der Täufer geweiht. Bis zum Anbau der neuen Kirche vor 41 Jahren kamen dort die Reuther Gläubigen zu Gottesdiensten und zum Gebet zusammen oder suchten dort Ruhe, Geborgenheit und Zuflucht.

Pater Josef Brandl (SDB), der langjährige ehemalige Seelsorger von Reuth, wusste so einiges über die Kirchengeschichte zu erzählen. So erhielt das Gotteshaus am 10. Oktober 1739 seine Weihe. Der Weihepriester war der damalige Weihbischof Franz Josef Anton von Hahn aus Bamberg. Nachdem die vorherige Kirche auf Geheiß des seinerzeitigen Pfarrers abgerissen worden war, jedoch ohne Erlaubnis des Ordinariats, entschloss man sich, eine neue Kirche zu bauen, und zwar unter der Regie des Bamberger Architekten Rosenzweig. Die Innenausstattung im spätbarocken Stil erfolgte durch den Künstler Johann Michael Doser. Wie Brandl weiter erklärte, sei dabei Domkapitular von Ostein ein großer Spender gewesen. Er stiftete vor 280 Jahren den Hochaltar.

Für die Reuther war dies ein Anlass, das kirchliche Jubiläum gebührend zu begehen - und zwar mit einem Festzug und einem Festgottesdienst. Nun gab es an diesem Tag jedoch einen doppelten Grund, zu feiern: das Weihefest und die "Reuther Kerwa". Fast ganz Reuth hatte sich am Feuerwehrhaus versammelt um gemeinsam Richtung Pfarrkirche zu ziehen. Sämtliche Ortsvereine mit ihren Fahnen waren dabei, die Kerwasbuam und -madla in ihrer farbenfrohen Tracht sowie politische und kirchliche Vertreter. Norbert Stöhr gab das Kommando dazu und Wilhelm Zimmermann ließ die Böller krachen. Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein, Vizelandrat Otto Siebenhaar und Bezirksrat Ulrich Schürr waren zum Fest gekommen. Musikalisch begleitet wurden die Festgäste von der Reuther Blaskapelle, die auch den Gottesdienst würdig mitgestaltete.

Bis auf den letzten Platz war das Gotteshaus gefüllt, als nach dem feierlichen "Ein Haus voll Glorie schauet" Regionaldekan Martin Emge gemeinsam mit dem jetzigen Pensionärspfarrer Josef Brandl an den Altar trat. In seiner Festpredigt ging Hauptzelebrant Emge auf die bröckelnde Kirche ein. Immer weniger junge Menschen würden den Gottesdienst besuchen, beklagte er. Deshalb freue er sich umso mehr, in diese volle Kirche zu blicken. Er bewunderte die Traditionen im Stadtteil Reuth, Mit diesen solle jedoch nicht nur der äußere Schein gewahrt werden, sondern jeder solle den Sinn dahinter erkennen und verstehen. Ihm sei eine offene Kirche wichtig, die nicht nur nach außen hin auf heile Welt mache, sondern auch im Innern rein sei, wünschte sich der Dekan.

Nach dem Gottesdienst erklang unter Glockengeläut mit Orgel und Blaskapelle das "Großer Gott, wir loben dich", bevor es gemeinsam mit den Kirchweihbesuchern ins Festzelt zurückging. Dass den Reuthern Kirche, Tradition und der Zusammenhalt wichtig sind, wurde bei den Festlichkeiten wieder einmal deutlich. Heidi Amon

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