Scheßlitz

Rettet die Kitze!

Die Wiesenmahd als Todesfalle: Jäger fordern mehr Verantwortung für Wildtiere bei der Futterernte.
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Freude über ein gerettetes Rehkitz Foto: Steffi Götz
Freude über ein gerettetes Rehkitz Foto: Steffi Götz

Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren. Denn die Ernte fällt mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen, Junghasen und Wiesenbrütern zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Ihre Überlebensstrategie, das "Drücken" schützt Kitze und Junghasen vor Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Kreiselmähwerk.

Wenn die Bauern mit der Futterernte beginnen, fallen den riesigen Maschinen bundesweit jedes Jahr Hunderttausende von Rehkitzen, kleinen Hasen und Bodenbrütern zum Opfer. Allein 90 000 Rehkitze werden jährlich bei der ersten Grünlandmahd grausam verstümmelt oder getötet.

Steffi Götz, Pressesprecherin des Jagdschutz- und Jägervereins, Kreisgruppe Bamberg, im Landesjagdverband Bayern: "Das Problem: Die Jungtiere laufen auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern drücken sich instinktiv in ihr Versteck. Maschinen mit großer Arbeitsbreite fahren oft mit hoher Geschwindigkeit über die Felder. Da haben die Tiere keine Chance mehr."

Ein Problem sei der Mähtod auch für die Landwirte selbst, denn sie verstoßen gegen das Tierschutzgesetz, wenn sie Jungtiere bei der Mahd verstümmeln oder töten, ohne im Vorfeld versucht zu haben, dieses Tierleid zu verhindern. Ihnen drohen hohe Strafen.

Deshalb appelliert Steffi Götz in der Pressemitteilung an das Verantwortungsgefühl der Landwirte: "Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd!" Und: "Nur wenn die Landwirte die Mähtermine für Silage und Grünroggen zur Biomasseproduktion rechtzeitig abstimmen, hat der Jagdpächter die Möglichkeit, Wildscheuchen aufzustellen und die Wiesen und Felder nach Jungwild abzusuchen." Aber auch mit der richtigen Mähstrategie könnten viele Wildtiere vor dem Mähtod gerettet werden. red

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