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Heroldsbach
Selbsthilfe

Reparieren statt wegwerfen - mit Erfahrung und Maschinenöl

Der Gedanke "Reparieren statt wegwerfen" greift um sich. In Heroldsbach übernehmen technisch erfahrene Mitglieder der Selbsthilfe-Genossenschaft "Wir für uns" diese Aufgabe. Im Pfarrheim fand das erst...
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Der Gedanke "Reparieren statt wegwerfen" greift um sich. In Heroldsbach übernehmen technisch erfahrene Mitglieder der Selbsthilfe-Genossenschaft "Wir für uns" diese Aufgabe. Im Pfarrheim fand das erste Reparaturtreffen statt. "Man kann das Engagement der katholischen Kirche gar nicht hoch genug einschätzen", betont Genossenschaftsvorstand Mathias Abbé.

Er ist mit der Resonanz sehr zufrieden. Es war eine breite Palette von Geräten, die vorbeigebracht wurden. Soweit es ging, suchten Abbé und Herbert Kemeth aus Hausen nach den Schadensursachen und behoben sie. Einfach war das bei dem Rasenmäher. Sein Besitzer hatte das Ersatzteil längst beschafft, kam aber mit der Montage nicht zurande.

Oder das kleine Radio. Einmal fachmännisch durchgemessen, war klar: Der Trafo ist hinüber. Mit einem Hinweis, was für ein Neuteil nötig ist und wo man es erhält, konnte auch dieses Problem gelöst werden. Beim Akkuschrauber desselben "Kunden" war das Ergebnis leider anders. Er eingebaute Akku hatte einfach seine Lebensdauer überschritten und kann nicht ersetzt werden. Und noch ein Tipp zur Bedienung einer anderen Bohrmaschine, damit war der Besitzer überaus zufrieden. "Erzählen Sie's weiter!", bat Abbé und dankte für die Spende.

Einige Geräte, bei denen viel auszumessen ist, um den Schaden zu finden, nahmen die beiden diensthabenden Reparateure mit nach Hause. Nahezu auf Begeisterung stieß ein anderes Gerät: eine klassische Waage, wie sie früher in Metzgereien oder Bäckereien in Gebrauch war. Durch ein Missgeschick war sie zu Boden gestürzt und maß seither nur mehr ungenau. Trotz vielen vorsichtigen Drehens an den diversen Stellschrauben und einer ordentlichen Portion Maschinenöl konnte Kemeth sie nicht mehr 100-prozentig wiederherstellen. "Wir verwenden sie nur privat; damit ist uns geholfen", verabschiedete sich der Eigentümer.

Das Technische-Hilfe-Team von "Wir für uns" bilden neben Abbé und Kemeth noch Kurt-Werner Carlheim, Ludger Löcke und Emil Lyncker. Die Gruppe bietet auch noch ein "digitales Plauderstündchen" an. Hier geht es um die Handhabung elektronischer Geräte, um Rat und Training. "Unsere älteste Besucherin ist 94. Sie hat sich erstmals ein Handy angeschafft und brauchte natürlich Starthilfe", nennt Abbé als Beispiel.

Trotz des Entgegenkommens der Pfarrei werden die Treffen in nächster Zeit in das Untergeschoss des Rathauses verlegt. Weil die Räume im Pfarrheim nur über eine Treppe zu erreichen sind. Und das fällt Älteren, noch dazu mit einem größeren Gegenstand in der Hand, oft schwer.

Zudem kann im Rathaus auf das WLAN-Netz des Gebäudes zurückgegriffen werden.

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