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Bamberg

René will es wissen

Für die Reality-Show "Big Brother" legt sich auch ein Kung-Fu-Lehrer aus Bamberg mächtig ins Zeug.
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René zeigt Kante. Foto: Sat1
René zeigt Kante. Foto: Sat1

"Die Tür ist zu. ,Big Brother' hat angefangen." Mit diesem Satz eröffnete Moderator Percy Hoven am 28. Februar 2000 die erste "Big Brother"-Staffel auf Sat.1. Der Rest ist ein Stück deutscher Fernseh-Geschichte. Diese will "Big Brother" 20 Jahre später weiterschreiben. 14 Bewohner stellen sich dem einzigartigen TV-Experiment und der Frage: "Was ist ein Mensch wert?"

Rund 14 000 Bewerber waren bereit, sich dem Sozialexperiment "Big Brother" 2020 zu stellen, berichtet der privateTV-Sender. 14 von ihnen haben es in die Show geschafft und müssen sich nun in Glashaus und Blockhaus behaupten. Wer wird zum Liebling der Zuschauer, und wen trifft ein Shitstorm? "Big Brother" gibt seit dem gestrigen Montag in Sat.1 die Antwort. Sieben Frauen und sieben Männer ziehen ein. Mit dabei: René (44), Kung Fu-Lehrer aus Bamberg, ist der älteste Bewohner bei "Big Brother" und behauptet von sich, in seiner inneren Mitte angekommen zu sein. Wird der spirituelle Kung-Fu-Lehrer und Gesundheitscoach (Beziehungsstatuts: vergeben) durch seine spezielle Art zum Außenseiter oder sorgt er für Balance unter den Bewohnern? Warum hast du Dich bei "Big Brother" beworben?

René: In meinem normalen Alltag habe ich eine Regelmäßigkeit. Ich gebe Chi-Gong-Kurse und Yoga-Kurse, habe viel Zeit für mich selber und meditiere viel. Aber ich habe aber auch noch eine andere Seite. Ich mag die Herausforderung, diesen Reiz, neue Erfahrungen zu machen, und das ist bei "Big Brother" eine Extremsituation, der ich mich gerne stellen möchte.

Hast du die erste Staffel damals gesehen?

Ich habe die erste Staffel geguckt und alles mitbekommen. Schon damals hatte ich den Wunsch, dabei sei zu sein. Aber ich war zu schüchtern und habe es mir dann nicht zugetraut. Heute sehe ich das ein bisschen anders. Natürlich habe ich immer noch echt Bammel vor der Situation selbst. Ich bin ein Mensch, der sich zurückzieht, viel meditiert und das habe ich dort nicht. Aber das ist ja auch das Experiment.

100 Tage unter ständiger Kameraüberwachung: Was wirst du im Haus wohl am meisten vermissen?

Natürlich meine Freundin und meine zwei Katzen. Es ist einfach schön, wenn du jemanden hast, wo du dich wohl fühlst und mit denen du dich blind verstehst.

Was haben deine Partnerin, Familie und Freunde zu deiner Teilnahme bei Big Brother gesagt?

Aus meiner Familie fanden es fast alle super, außer mein Vater. Der sagt, was machst du da für einen Quatsch. Meine Mutter war begeistert, meine Schwestern finden das super und sagen, du rockst das Ding. Meine Freundin war geteilter Meinung. Sie freut sich für mich, aber dass sie jetzt so lange alleine ist, ist natürlich ein bisschen schwierig. Aber sie sagt, sie kommt damit klar.

Wie stellst du dir das Leben unter 24-stündiger Beobachtung vor?

Man macht sich schon ab und zu vorher Gedanken. Aber letzen Endes kann man sich null darauf vorbereiten wie es sein wird.

In welchen Situationen möchtest du am liebsten nicht gefilmt werden?

Beim Duschen werde ich eh eine Badehose tragen ...

Was wird für dich im Haus deine größte Herausforderung sein?

Ich denke, dass man sehr wenig Zeit nur für sich hat, um sich zurückzuziehen. Das ist für mich die größte Herausforderung. Ich bin empathisch, kann mich relativ gut einstellen. Klar, mag ich aggressive Energien nicht so, aber das kann ich auch akzeptieren.

Gehst du auf Konfrontation oder gehst du dem eher aus dem Weg?

Ich werde auf jeden Fall meinen Standpunkt klar machen, aber nicht direkt auf Konfrontation gehen. Feuer und Feuer bringt nichts.

Wie aktiv bist du im Netz/Social Media? Wie lange hältst du es ohne aus?

Ich denk nicht, dass mir Social Media und Ähnliches fehlen wird. Ich habe alle Triebe und Süchte schon Jahre zuvor gut in den Griff gekriegt beziehungsweise abgelegt. Um mich vorzubereiten und nichts zu haben, was mir fehlen könnte, habe ich extra vor drei Wochen mit dem Kaffeetrinken aufgehört. Ich weiß ja, was sonst passiert. Wenn sich jemand damit nicht auseinander setzt, kriegt er plötzlich das Zittern oder wird müde. Die ersten paar Tage sind halt schwierig, wenn du jeden Tag Espresso trinkst.

Hast du WG-Erfahrung?

Ja, und sehr unterschiedliche Erfahrungen damit gesammelt. Mit einem Mitbewohner habe ich zwei Jahre zusammen in einer WG gewohnt. Das hat sehr gut funktioniert. Wir haben super harmoniert, waren beide unkompliziert und er wurde dann ein guter Freund. Der andere Typ war immer sehr unordentlich, das war ein bisschen schwierig. Sein Zimmer war wirklich eine Katastrophe. Ich habe auch schon in vielen Beziehungen zusammengelebt und da muss man sich ja auch arrangieren.

Was werden deine Mitbewohner an dir lieben?

Ich kann eigentlich die Leute ganz gut wieder aufbauen und motivieren. Ich bin ein sehr guter Diplomat, der zwischen zwei Fronten gut vermitteln kann. Und ich bin stark empathisch, spüre schon sehr viel, bevor es entsteht. Mal schauen, wie ich das dann umsetzen kann.

Wie wichtig ist es dir, "Big Brother" zu gewinnen?

Ich gewinne gerne. Wenn ich so was mache, dann will ich auch gewinnen. Aber letzten Endes liegt das nicht in meinem Entscheidungsfeld. Ich kann natürlich durch meine Person mitwirken, aber am Ende entscheidet das Publikum.

Was würdest du im Fall eines Gewinnes mit dem Geld machen?

Ich würde gerne mit meiner Mutter und meiner Freundin nach Asien fliegen. Meine Mutter wünscht sich das schon lange. Meine Freundin kommt von den Philippinen und sieht ihre Familie nicht so oft. Dann könnte ich die ein bisschen unterstützen. Das Gespräch führte Maren Mossig.

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