Ein großer Name kommt am Sonntag um 16 Uhr in die HUK-Coburg Arena: Mit den Bayer Giants Leverkusen empfängt der BBC COBURG Deutschlands Rekordmeister zum zweiten Heimspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProB Süd. Trotz der Prominenz des Gegners wollen die bislang sieglosen Vestestädter unbedingt die Trendwende schaffen.


14 Meisterschaften

14 Meisterschaften und zehn Pokalsiege sprechen eine deutliche Sprache: Die Bayer Giants Leverkusen zählen zum Hochadel im deutschen Basketballsport. Zwischen 1990 und 1996 sammelten die "Riesen vom Rhein" gar sechs nationale Titel in Serie. Eine Erfolgsbilanz, der hierzulande bestenfalls Brose Bamberg und ALBA Berlin Paroli bieten können. Legenden wie Christian Welp, Henning Harnisch oder Michael Koch trugen das rotweiße Jersey, Erfolgscoach Dirk Bauermann stand in den glorreichen Jahren an der Seitenlinie.
Im Jahr 2008 war die Leverkusener Herrlichkeit dann allerdings vorerst Geschichte. Hauptsponsor Bayer beendete sein großzügiges Engagement und der Verein fand sich in der 1. Regionalliga wieder. Nicht lange jedoch, denn bereits ein Jahr später gelang der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga ProB. 2013 ging es sogar kurzfristig rauf in die ProA, 2016 verpasste man aber dort den Klassenerhalt.
Seit 2011 werden die "Giganten" von Achim Kuczmann trainiert, der die Mannschaft bereits in der ersten Bundesliga betreut hatte. Seine Schützlinge feierten in der laufenden Runde bisher zwei knappe Heimsiege gegen Karlsruhe und die Reserve der Gießen 46ers, während sie sich in Rhöndorf klar geschlagen geben mussten.
Ausgeglichenheit ist Trumpf bei Bayer: Fünf Akteure punkten im Schnitt zweistellig, Topscorer ist Trainersohn Michael Kuczmann mit 12,3 Zählern pro Partie.
Die Guardpositionen befinden sich bei den Rheinländern fest in deutscher Hand; neben Kuczmann teilen sich Alexander Blessig (11,7 PpS), Youngster Marvin Heckel und der erfahrene Tim Schönborn die Minuten. In Brettnähe setzen vor allem die athletischen US-Amerikaner Bruce Beckford und Donovon Jack (12 PpS, 2,7 Blocks pro Spiel) die Akzente. Sie werden ergänzt von Routinier Götz Twiehoff und der "Allzweckwaffe" C.J. Oldham, Sohn des ehemaligen BBL-Stars Calvin und wie Anell Alexis aufgrund von Einsätzen in deutschen Jugendmannschaften mit Local Player-Status ausgestattet.
Schwere Kost also für die Vestestädter, die trotzdem unbedingt endlich den Bann brechen und den ersten doppelten Punktgewinn feiern wollen. "In Elchingen waren wir wieder keineswegs chancenlos. Das ist der Silberstreif am Horizont. Wir sind mindestens ebenbürtig, solange wir uns nicht durch eigene Fehler das Leben schwermachen", weiß BBC-Forward Jordan Burris zumindest theoretisch, worauf es am Sonntagnachmittag ankommen wird.
Sein Trainer Simon Bertram, der voraussichtlich auf seine Center Daniel Stawowski und Sinan Özdil (beide mit Knieverletzung) verzichten muss, sieht es ähnlich: "Unseren Größennachteil müssen wir durch Kampfkraft und Bissigkeit wettmachen. Wir wollen ein Gegner sein, gegen den niemand spielen will, weil wir hart verteidigen und konsequent attackieren. Sollte uns das gelingen, werden wir auch irgendwann Spiele gewinnen." mat