Bamberg
Gewerkschaft

Reinigungskräfte bereiten sich auf "heißen Sommer" vor

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der Reinigungskräfte im Raum Bamberg - rund 660 in der Stadt und 200 im Landkreis - drohen ab sofort massive Einbußen. Das ...
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Reinigungskräfte sind auf jeden Euro angewiesen. Jetzt wollen ihnen die Arbeitgeber Zuschläge und Urlaubstage streichen.  Foto: IG Bau
Reinigungskräfte sind auf jeden Euro angewiesen. Jetzt wollen ihnen die Arbeitgeber Zuschläge und Urlaubstage streichen. Foto: IG Bau

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der Reinigungskräfte im Raum Bamberg - rund 660 in der Stadt und 200 im Landkreis - drohen ab sofort massive Einbußen. Das berichtet die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau - und ruft die Beschäftigten in ihrer Pressemitteilung dazu auf, die Einschnitte nicht hinzunehmen.

"Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben", warnt Gerald Nicklas von der IG Bau Oberfranken. Sollten die Arbeitgeber bei dieser Praxis bleiben und die anstehenden Tarifverhandlungen blockieren, dürfte die Reinigungsbranche einen "heißen Sommer" erleben. "Auch in der Stadt und im Kreis Bamberg könnten dann Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben", so Nicklas.

Zum Hintergrund: Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hat den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt. Bevor Gewerkschaft und Arbeitgeber am 15. August über einen neuen Vertrag verhandeln, sollen nach Beobachtung der IG Bau in der Zwischenzeit die Standards gedrückt werden. "Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OP-Reinigung werden in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen", berichtet Nicklas. Besonders brisant: Gehe es nach dem Willen einiger

Firmen, dann sollen Beschäftigte, die bislang feste Arbeitszeiten hatten, künftig auf Abruf arbeiten. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen", kritisiert die IG Bau. Eine Reinigungskraft, die Vollzeit rund 1300 Euro netto verdiene, habe schon jetzt große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Sollte die Tarifrunde am 15. August erneut keinen Durchbruch bringen, müssten Firmen und Kunden mit Arbeitsniederlegungen auch in Bamberg rechnen. red

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