Ebensfeld

Reinhold Stärk leitete letztmals

Das Blasorchester Ebensfeld bot eine bunte Palette an Liedern von "Pink Panther" bis Queen.
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Auch die Posaunisten des Blasorchesters legten sich ins Zeug.
Auch die Posaunisten des Blasorchesters legten sich ins Zeug.
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Den am Obermain lebenden Fans gepflegter instrumentaler Orchestermusik wurde beim Herbstkonzert in der Pater-Lunkenbein-Halle am Sonntagabend einmal mehr bewusst, was für ein Juwel die Musikvereinigung Ebensfeld doch darstellt. Rund 350 Zuhörern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten von legendären Filmmusiken über Musicalwerke bis hin zu rockigen Klängen.

Italo-Western-Filmmusik von Ennio Morricone, das aus "Das Leben des Brian" bekannte Lied "Always Look on the Bright Side of Life" oder der Walzer "Bei Kerzenlicht" - schon der Auftakt des Konzerts mit dem 40 Musiker zählenden Blasorchester konnte sich hören lassen. Das Ensemble nahm die Zuhörer außerdem mit auf eine Reise nach Afrika mit einem Medley aus Liedern des Kinderfilms "Das Dschungelbuch". So beschwingt und heiter wie die Musiker spielten, sah das Publikum vor dem geistigen Auge Bär Balu und Mogli quasi durch die Sporthalle tanzen, als die Melodie zu "Probier's mal mit Gemütlichkeit" erklang.

Nachwuchs und "Bloos A-Moll"

Als ebenso gelungen bezeichnet werden darf die Mitwirkung des Nachwuchsorchesters U25 sowie der Erwachsenenbläserklasse "Bloos A-Moll", die im weiteren Verlauf einen Teil des Konzerts mitgestalteten. Sie präsentierten unter anderem "Bohemian Rhapsodie" von Queen oder musikalische Ausschnitte aus dem Musical "Phantom der Oper".

Wer beim Herbstkonzert, wo die Musik den Takt angibt, eine Rede hält, fasst sich deshalb kurz. An dieses ungeschriebene Gesetz hielt sich auch Bürgermeister Bernhard Storath, der Wertschätzung für die Leistung der Musiker und deren Bedeutung für das gesellschaftliche Leben am Obermain zum Ausdruck brachte: "Das Lied ,Die Sonne geht auf‘, welches das Blasorchester ja heute auch spielt, trifft es gut, denn die Orchester der Musikvereinigung verbreiten auch gute Stimmung mit ihren Auftritten", lobte er.

"Man merkt den Musikern des Vereins an, dass sie bei aller Konzentration auch immer mit großer Freude bei der Sache sind", meinte anschließend der Kreisverbandsvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Horst Sünkel.

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Diese Liedzeile aus dem Abspann der TV-Zeichentrickserie "Der Rosarote Panther", dessen Melodie das Blasorchester ebenfalls zum Besten gab, kam manchem Zuhörer in den Sinn, als sich nach wie im Flug vergangenen drei Stunden das Konzert seinem Ende näherte. Als stimmungsvolles Finale traten alle drei Orchester der Musikvereinigung gemeinsam auf mit dem Abba-Song "The Winner Takes it all". Lisa Weidner überzeugte hier gelungen mit begleitender Gesangseinlage. Das Publikum war sehr angetan, forderte "Zugabe" - und wurde nicht enttäuscht, durfte noch die Umsetzung der "Winnetou"-Filmmusik, ein Walzerstück und "What a Wonderful World" genießen.

Zum Gelingen des Abends trug Moderator Benedikt Krüger bei, der selbst als Trompeter im Blasorchester mitmusizierte.

Die Musik in Ebensfeld geprägt

Am Ende gab es aber auch einen Wermutstropfen, an dem die Musikvereinigung wohl ein Weilchen zu schlucken haben dürfte: Reinhold Stärk legte zum Ende des Konzerts das Amt des Dirigenten des Blasorchesters nieder. Ans Mikro zu treten und dies zu vermelden war sicherlich keine leichte Aufgabe für den Vorsitzenden der Musikvereinigung Ebensfeld, Rudi Dierauf. Stärk habe sich entschieden, einen Schritt kürzer zu treten, das sei zu respektieren, so Dierauf. Nach dreieinhalb Jahren mit Reinhold Stärk als Dirigenten gehe eine zwar relativ kurze Ära zu Ende, aber eine, welche die Musik in Ebensfeld sehr geprägt habe. "Er hat in seiner Zeit als Dirigent viele Impulse gegeben und die Musik und uns Musikanten in eine neue Richtung gelenkt, sich mit unglaublicher Kraft und beispielhaftem Elan eingebracht", so Dierauf. "Ich habe es schon mehrmals gesagt, und sag's jetzt wieder: Er ist der beste Dirigent, unter dem ich musizieren durfte", lobte der Vorsitzende überschwänglich. Dierauf musste einige Male um Fassung ringen in seiner Rede, die er schloss mit den Worten: "Lieber Reinhold, danke für alles."

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