Coburg

Reich: Soziale Berufe sind unverzichtbar

Bereits eine lange Tradition hat der Neujahrsempfang des Caritasverbandes Coburg für seine ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter. Allein die Pflege bringt m...
Artikel drucken Artikel einbetten
Ehrungen beim Neujahrsempfang der Caritas (von links): Christine Horn, Hermann Beckering, Vorsitzender des Caritas-Verbandes, Gitta Hofmann, Marion Schuster, Johanna Kempa, Valentina Topic, Margot Dehler, Peter Vollath, Tatjana Gins, Susanne Schnabel, Katja Winkler, Erika Vollath und stellvertretender Caritas-Geschäftsführer Norbert Hartz.  Foto: Desombre
Ehrungen beim Neujahrsempfang der Caritas (von links): Christine Horn, Hermann Beckering, Vorsitzender des Caritas-Verbandes, Gitta Hofmann, Marion Schuster, Johanna Kempa, Valentina Topic, Margot Dehler, Peter Vollath, Tatjana Gins, Susanne Schnabel, Katja Winkler, Erika Vollath und stellvertretender Caritas-Geschäftsführer Norbert Hartz. Foto: Desombre
Bereits eine lange Tradition hat der Neujahrsempfang des Caritasverbandes Coburg für seine ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter. Allein die Pflege bringt mehr Wert ein als die gesamte Automobilindustrie. Caritas-Geschäftsführer Richard Reich hob besonders das hohe Engagement der Mitarbeiter hervor, die jeweils in den unterschiedlichen Diensten und Einrichtungen der Caritas mit hoher Kompetenz viel leisten. "Sie alle geben der Caritas ihr Gesicht. Sie bringen Herz, Begeisterungsfähigkeit, Fachlichkeit und Leidenschaft für die Menschen in der Region Coburg ein. Danke, dass Sie da sind, wo Menschen Hilfe, Rat, Pflege und Beistand brauchen", so Richard Reich.


Für eine humane Gesellschaft

Ein Plädoyer für die Wertschätzung von Menschen in sozialen Berufen hielt Richard Reich. "Sie sind Garanten für eine qualifizierte Beratung, Betreuung, Förderung und Pflege." Menschen in sozialen Berufen trügen dazu bei, dass für viele Menschen das Leben lebenswert und die Gesellschaft human bleibe. Der Pflegedienst sei kein Job wie jeder andere und seine Bedeutung stehe in keinem Verhältnis zu dem Ansehen, das ihm von Gesellschaft und Politik entgegengebracht werde. "Wir alle haben eine Verantwortung für menschliche und fachliche Pflege und das muss gesellschaftlich anerkannt werden", konstatierte Richard Reich.
Seit vielen Jahren mache die Caritas mit der Kampagne "Pflege in die Mitte der Gesellschaft holen" deutlich, dass Pflege für den Zusammenhalt in der Gesellschaft "systemrelevant" ist.
Als sozialpolitische Prioritäten der Caritasarbeit stellte der Geschäftsführer Pflege, Armutsbekämpfung, Kinder- und Familienhilfe, Gesundheitswesen, Bildung- und Befähigungsgerechtigkeit sowie die Integrationsarbeit heraus. Je besser Befähigung zu einem gelingenden Leben führe, desto eher werde es gelingen, den Sozialstaat zukunftsfähig zu machen. Der Caritas gehe es hierbei auch um eine "Kultur der Achtsamkeit und Solidarität", so Richard Reich.
Von einer neuen Bundesregierung erwartet er eine verlässliche und nachhaltige sozial- und bildungspolitische Agenda, welche von Generationengerechtigkeit und Solidarität getragen ist. Die wachsende Zahl von Ratsuchenden bei den Beratungsstellen der Caritas sei auch ein Zeichen dafür, dass sich in einer komplexer werdenden Lebenswelt mehr Konfliktfelder auftun. Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen nehme zu. Auch der Anteil der überschuldeten Haushalte sei gestiegen. In 48 Prozent der Fälle, in denen Betroffene zur Schuldnerberatung der Caritas gehen, seien Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse der Hauptauslöser. "Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Schere zwischen denen, die materiell und mit Chancen gut ausgestattet sind, und denen, die von beiden viel zu wenig haben, immer weiter auseinandergeht." Dies gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt, betonte Richard Reich.
"Jeder Mensch braucht ein Zuhause", sagte Hermann Beckering. Jeder Mensch habe ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum. Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen führe dazu, dass immer mehr Menschen auf dem Wohnungsmarkt Probleme hätten. Hermann Beckering wies auf kommende Aufgaben hin wie das Quartiersprojekt in Creidlitz.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter für ihre Treue und ihr Engagement mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. Es sind Christine Horn, Gitta Hofmann, Marion Schuster, Johanna Kempa, Valentina Topic, Margot Dehler, Peter Vollath, Tatjana Gins, Susanne Schnabel, Katja Winkler und Erika Vollath. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Caritaschor unter der Leitung von Romy Dellert. Mitarbeiter der Caritas trugen humorvolle und kabarettistische Stücke vor und sorgten so für Belustigung, aber auch für ein Nachdenken im Kreise der Kollegen. Wolfgang Desombre

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren