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Coburg
Corona-Folgen

Rehaklinik geräumt, Küche bleibt noch kalt

Am größten Klinikum des Regiomed-Verbunds, in Coburg, ist die Lage noch ruhig. Man fühle sich gut vorbereitet, sagt Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke. Zwar steigen auch im Raum Coburg die Zahle...
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Am größten Klinikum des Regiomed-Verbunds, in Coburg, ist die Lage noch ruhig. Man fühle sich gut vorbereitet, sagt Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke. Zwar steigen auch im Raum Coburg die Zahlen, doch noch komme das Klinikum Coburg mit den vorhandenen Betten aus: Erst, wenn die Zahl der Covid-19-Infizierten in Stadt und Landkreis die Marke von 250 erreiche, greife ein Plan wie in Lichtenfels, um die Zahl der Intensiv- und Beatmungsbetten zu erhöhen.

In Coburg und Lichtenfels werden derzeit Covid-19-Patienten in den Regiomed-Kliniken versorgt, in Sonneberg gibt es einen Verdachtsfall, in Hildburghausen keinen. Dafür aber musste von Mittwoch auf Donnerstag die Reha-Klinik in Masserberg geräumt werden. Nachdem das nahe gelegene Neustadt am Rennsteig unter Quarantäne steht, wurden alle 130 Mitarbeiter der Rehaklinik getestet. Noch sind gar nicht alle Ergebnisse da, aber ein Mitarbeiter ist Covid-19-positiv. Das Landratsamt Hildburghausen verfügte die Räumung der Klinik. Von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen erhielten alle 167 Rehapatienten ihre Entlassungspapiere und Medikamente für die nächsten Tage. Wo erforderlich, wurde am Heimatort ein privater Pflegedienst organisiert, berichtet Direktor Andreas Schütz. Zwar hätten bislang keiner der Rehapatienten Symptome gezeigt, müssen alle in häuslicher Quarantäne bleiben.

Wie lange die Rehaklinik nun geschlossen bleibt, entscheidet das Gesundheitsamt in Hildburghausen. Vielleicht wird sie auch zunächst mit Corona-Patienten belegt, die keine Intensivpflege brauchen: Regiomed hatte die Rehaklinik schon weit vor der Schließung für solche Patienten angeboten.

Wird eine Klinik aufgrund des Infektionsschutzgesetzes geschlossen, hat sie Anspruch auf Entschädigung. Schmidtke geht außerdem davon aus, dass die pauschalen Entschädigungen für Kliniken, die Betten für Covid-19-Patienten freihalten, die Kosten einigermaßen decken. "Wir wollen am Ende nicht die Gelackmeierten sein", betont er.

Wenn zusätzliche Intensiv-Plätze geschaffen werden, kann Regiomed 50 000 Euro Zuschuss erwarten - wenn die Betten von den zuständigen Freistaaten genehmigt werden. 35 zusätzliche Beatmungsgeräte hat Regiomed jedenfalls schon bestellt.

Nächste Woche sollte überdies die neue Zentralküche in Lichtenfels in Betrieb gehen. Daraus wird nichts, weil das Personal nicht in der Bedienung der neuen Geräte geschult werden darf. Nun ist der Start auf 4. Mai verschoben, dann sollen zunächst die bayerischen Häuser ihr Essen von dort erhalten. Bis dahin kochen die vorhandenen Küchen weiter - und die Essenskosten für die Mitarbeiter übernimmt der Freistaat. Zumindest in Bayern. sb