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Regionalexpress nach Erfurt hängt auch von der Thüringer Regierung ab

"Südthüringens Anschluss nach Süden und Norden führt sinnvollerweise über Coburg" heißt es in einem Papier der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Aber das ist nur ein Grund, warum die BEG nun ei...
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Ein Regionalexpress auf der Neubaustrecke auf der Talbrücke Weißenbrunn. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft will die Züge ab Dezember 2023 fünfmal pro Tag bis Erfurt weiterfahren lassen. Foto: Claus Weber/DB AG
Ein Regionalexpress auf der Neubaustrecke auf der Talbrücke Weißenbrunn. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft will die Züge ab Dezember 2023 fünfmal pro Tag bis Erfurt weiterfahren lassen. Foto: Claus Weber/DB AG

"Südthüringens Anschluss nach Süden und Norden führt sinnvollerweise über Coburg" heißt es in einem Papier der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Aber das ist nur ein Grund, warum die BEG nun einen Regionalexpress Nürnberg-Erfurt ausgeschrieben hat.

Die anderen Gründe: Auch für den Bereich Bayreuth-Kulmbach-Hof könnte eine Regionalexpressverbindung über Coburg nach Erfurt günstigere Anschlüsse bieten, als wenn der ICE ab Bamberg genutzt wird. Dort halten die schnellen Züge zwischen München und Berlin stündlich. Aber über Coburg anstatt über Bamberg wäre der Weg nach Norden fast 60 Kilometer beziehungsweise 30 Minuten kürzer, heißt es in dem Papier, das kürzlich dem Coburger Stadtrat vorgestellt wurde. Auch sei das Fahrgastpotenzial für eine Verbindung zwischen Erfurt und Nürnberg vorhanden: 1210 Fahrgäste am Tag, wurde 2014 im Auftrag der IHK zu Coburg errechnet. Davon seien 800 Reisende aus Coburg und 410 weitere würden aus Räumen Bayreuth, Sonneberg und Eisfeld kommen.

Deshalb hat die BEG in die Neu-Ausschreibung des Netzes Franken-Südthüringen einen Regionalexpress Nürnberg-Erfurt als "Eventualposition" aufgenommen. "Eventual" deshalb, weil der benachbarte Freistaat Thüringen zwar der Ausschreibung zugestimmt hat, sich aber noch nicht bereiterklärt hat, die Verbindung auch mitzufinanzieren.

Geplant ist, dass der Regionalexpress von Coburg nach Nürnberg, der die ICE-Neubaustrecke nutzt, ab Ende Dezember 2023 fünf mal am Tag von Coburg auf der ICE-Neubaustrecke nach Erfurt weiterfährt anstatt nach Sonneberg. Der Anschluss nach Neustadt/Sonneberg in Coburg wird dabei sichergestellt, weil auch aus Lichtenfels Zubringerzüge zu dem Regionalexpress nach Erfurt fahren.

Der Regionalexpress auf der Neubaustrecke wird so gut angenommen, dass er ab Dezember 2023 stündlich fahren soll anstatt, wie jetzt, alle zwei Stunden. Die ICE-Halte in Coburg bleiben davon unberührt: Sie sind Sache der DB Fernverkehr, die auf eigene Rechnung fährt- Den Nahverkehr hingegen bestellt die BEG für den Freistaat Bayern und finanziert ihn auch. Deshalb sollen die Regionalexpresszüge von und nach Erfurt die ICE nur ergänzen zu einem Zwei-Stunden-Takt.

Inzwischen ist die Ausschreibung beendet. Derzeit werden die Angebote geprüft, teilt die BEG mit. Sie bestätigt nicht, dass es Angebot für die Eventualposition gibt. Aber es ist anzunehmen: Johannes Schneider von der BEG sprach unlängst im Stadtrat davon, dass Thüringen zustimmen müsse.

Fallen muss die Entscheidung laut BEG bis zum 4. Mai: Bis zu diesem Datum sind die Verkehrsanbieter an ihr Angebot gebunden. Heute soll der Thüringer Landtag erneut einen Ministerpräsidenten wählen, der dann eine Regierung bilden kann. Doch selbst, wenn das nicht gelingen sollte, dürfte das den Regionalexpress Erfurt-Nürnberg nicht gefährden, sagt ein Sprecher des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft: Die Staatssekretäre führen die laufenden Geschäfte weiter; sie könnten auch entscheiden, dass die Regionalexpress-Verbindung kommt.

Dass hier überhaupt von Nahverkehr die Rede sein kann, ist der Neubaustrecke durch den Thüringer Wald zu verdanken: Als Nahverkehr gelten Reisen bis zu 50 Kilometern oder von einer Stunde Dauer. Die Fahrt von Coburg nach Erfurt auf der Neubaustrecke wäre zwar knapp 90 Kilometer weit, würde aber nur 35 Minuten dauern, ist also Nahverkehr.

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