Coburg
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Regiomed-Defizit: Aufsichtsratschef Meißner fordert schnelle Analyse

Christian Meißner, Lichtenfelser Landrat und aktuell Vorsitzender des Aufsichtsrats von Regiomed, hat auf die Äußerungen von Martin Stingl reagiert. Stingl, dritter Bürgermeister von Neustadt, war am ...
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Christian Meißner
Christian Meißner

Christian Meißner, Lichtenfelser Landrat und aktuell Vorsitzender des Aufsichtsrats von Regiomed, hat auf die Äußerungen von Martin Stingl reagiert.

Stingl, dritter Bürgermeister von Neustadt, war am vergangenen Samstag von der SPD im Landkreis Coburg einstimmig zum Kandidaten für die Landratswahl im nächsten Jahr nominiert worden. In seiner Vorstellungsrede hatte sich Stingl zum jetzt offenbar gewordenen Defizit des Klinikverbunds in Höhe von vier Millionen Euro geäußert. "Am Jahresende von einem Millionendefizit überrascht zu sein, heißt für mich, entweder Dilettant zu sein, oder ganz andere Ziele verfolgt zu haben", hatte er gesagt. Seine Mutmaßung: Der frühere Hauptgeschäftsführer Bovelet habe den Gremien "wiederholt baren Unfug erzählt".

Mehrfach nach unten korrigiert

Auf Anfrage des Coburger Tageblatts teilt Christian Meißner mit, dass "die Informationen zu den wirtschaftlichen Zahlen in jeder Gesellschafterversammlung und Aufsichtsratssitzung vorgestellt" worden seien. Im Laufe des Jahres seien diese "immer wieder nach unten korrigiert", bis hin zu einer schwarzen Null. Meißner weiter: "Die jetzt so schlechten Zahlen wurden erst zur Sitzung am 5. November bekannt. Der Aufsichtsrat hat diese entsprechend seiner Aufsichtsfunktion ... hinterfragt und die Geschäftsführung mit entsprechenden Maßnahmen zur Analyse und Gegensteuerung beauftragt".

In den vergangen Jahren seien die Zahlen stets positiv, "zum Teil sehr positiv gewesen". so der Aufsichtsratsvorsitzende. "Die jetzt entstandenen Verluste kann und darf man damit aber nicht schön reden." Ein wichtiges Signal sei, "dass wir als kommunaler Klinikverbund zu unseren Mitarbeitern stehen". Er habe bereits vor Tagen mit allen vier Geschäftsführern gesprochen und sie beauftragt, eine Analyse vorzunehmen und Handlungsempfehlungen in der nächsten Gesellschafterversammlung oder Aufsichtsratssitzung zur Entscheidung vorzulegen. Meißner: "Wenn in den letzten Jahren ein guter Gewinn am Jahresende ausgewiesen werden konnte und in diesem Jahr ein nicht unerhebliches Defizit zu Buche schlägt, wird die Geschäftsführung sicherlich anhand von Vergleichszahlen zum letzten Jahr die Begründung finden und geeignete Lösungen präsentieren können."

Abschließend wünscht sich der Regiomed-Aufsichtsratsvorsitzende Christian Meißner, "die Zukunft unserer Kliniken und der 5000 Mitarbeiter sachlich und mit Ernsthaftigkeit zu diskutieren".

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