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Bilanz

Regen machte es Störchen schwer

Die Weißstorch-Saison 2019 ist schon weit fortgeschritten: Einige Jungvögel sind schon fast flügge, andere sind gerade erst geschlüpft. Für die gemischte Bilanz bisher sind die Regentage im Mai verant...
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Wie hier in Herzogenaurach gab es heuer in ganz Bayern zahlreiche Neuansiedlungen von Störchen. Foto: Heinz Czellnik (Archiv)
Wie hier in Herzogenaurach gab es heuer in ganz Bayern zahlreiche Neuansiedlungen von Störchen. Foto: Heinz Czellnik (Archiv)

Die Weißstorch-Saison 2019 ist schon weit fortgeschritten: Einige Jungvögel sind schon fast flügge, andere sind gerade erst geschlüpft. Für die gemischte Bilanz bisher sind die Regentage im Mai verantwortlich. Vor allem den größeren Jungstörchen in Südbayern hat der Regen stark zugesetzt, so dass regional zum Teil die Hälfte der Jungvögel starben. Das teilt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit.

Die guten Nachrichten: Die kleinen Küken haben, geschützt von den Altvögeln, die Regenfälle besser überstanden. Und: Dieses Jahr gibt es auch wieder viele Neuansiedlungen in Bayern. "Wir rechnen insgesamt mit einer gemischten Bilanz", sagt Oda Wieding, LBV-Storchenexpertin. "Rund 100 Neuansiedlungen wurden dem LBV für die Brutsaison 2019 schon gemeldet, dafür wird der Bruterfolg durch die regional starken Regenfälle wahrscheinlich eher durchschnittlich ausfallen."

Erschwerte Nahrungssuche

Regentage im Mai sind laut Pressemitteilung vor allem für mittelgroße Storchenjunge in der Hauptwachstumsphase besonders kritisch. Wegen ihrer Größe können die Altvögel sie nicht mehr so gut gegen die Witterung abschirmen. Dazu verlangt jeder hungrige Storchenschnabel bis zu einem Kilo Futter pro Tag, das die Altvögel heranschaffen müssen. "Bei Regen bleibt ein Altvogel als Schirm zum Schutz der Jungen am Nest. Der zweite fliegt mit nassem, schwerem Gefieder aber auch nur ungern los und findet bei Regen nur wenig Nahrung", so Wieding.

Da die starken Regenfälle vor allem Schwaben und Oberbayern getroffen haben, werden die höchsten Verluste aus diesen Regionen gemeldet. So zum Beispiel südlich des Ammersees, wo etwa die Hälfte der Jungstörche gestorben ist. Gute Nachrichten gibt es wiederum andernorts. In Nördlingen (Kreis Donauwörth) sind auch weiterhin sechs Junge im Nest zu beobachten. Eine beachtliche Anzahl, da Störche durchschnittlich nur etwa vier Eier legen. Auch in Uehlfeld gibt es mit über 30 besetzten Nestern dieses Jahr einen guten Bruterfolg. "Auch wenn der Bruterfolg wohl eher etwas unter dem Durchschnitt liegen wird, zeichnet sich aufgrund der vielen Neuansiedlungen schon jetzt wieder ein neuer Bestandsrekord für die bayeri-schen Weißstörche ab", sagt Oda Wieding.

Alle besetzten Storchennester in Bayern können auf der LBV-Webseite abgerufen werden unter www.lbv.de/storch. Infos zu den vom LBV mit Satellitensender ausgestatteten Störchen gibt es unter https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch/satelliten-telemetrie/. red

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