LKR Bamberg

Regen ist jetzt nötig

In Medlitz im Itzgrund hofft BBV-Kreisobmann Edgar Böhmer, dass er genug Regen für seinen Mais bekommt. Für die ziemlich letzte Feldfrucht, die geerntet wird, hat es bislang gar nicht so schlecht ausgesehen.
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Foto: Babara Herbst
Foto: Babara Herbst

Anette Schreiber Draußen in der Flur sieht's herbstlich aus. Nächte um die zehn Grad lassen frösteln und doch soll's diese Woche noch mal Richtung 30 Grad gehen. Wie geht es unseren Landwirten mit den Wetterkapriolen in diesem Jahr? Edgar Böhmer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, steht an einem seiner Maisfelder und beäugt die Kolben kritisch: "Die bräuchten jetzt Wasser, jeder Tropfen täte ihnen gut," meint er.

Mais ist so ziemlich die letzte Frucht auf den Feldern. Alles, bis auf die Zuckerrüben und eben den Mais, ist bereits abgeerntet. Nur auf den Grünflächen, also Wiesen, könnten die Landwirte noch etwas Futter für die Rinder einfahren.

Letztes Jahr noch schlechter

"Ich bin zufrieden", bilanziert der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Bamberg. Er relativiert das aber auch umgehend: "Weil es im letzten Jahr noch wesentlich schlechter war." Er spielt damit auf die lange Periode mit über 30 Grad und ganz ohne Regen an. Zum Glück gab es heuer Niederschläge. Aber auch wieder extreme Hitze. Mit der Folge, dass beim Getreide alles praktisch in mehr oder weniger einer Woche reif war und ziemlich zeitgleich geerntet werden musste.

Im letzten Jahr gab es im Itzgrund nur 350 Liter Regen, "da liegen wir bis jetzt schon 100 Liter drüber, Gott sei Dank", zeigt sich der 56-Jährige erleichtert.

Böhmer ist als BBV-Kreisobmann für die rund 3700 Mitglieder im Landkreis Bamberg zuständig. Freilich stellt er mit Bedauern fest, dass die Zahl stets sinkt. Von 2015 auf 2017 allein um 3,1 Prozent. Von den 1616 Betrieben im Jahr 2017 wurden 70 Prozent im Nebenerwerb betrieben.

Böhmer ist ein Praktiker durch und durch. Er hält einerseits 150 Milchkühe, bewirtschaftet andererseits eine Fläche von rund 260 Hektar und betreibt zudem eine Biogasanlage. Das alles zusammen mit seiner Ehefrau, der Tochter, den beiden Söhnen und zwei Lehrlingen.

Auf den Grünflächen wächst, was Böhmer an Futter für seine Rinder benötigt - Gras für Silage oder auch für Heu. Im vergangenen Jahr gab es wegen der großen Trockenheit Durststrecken. So musste der Betrieb auf die Vorräte zurückgreifen.

Der erste Grasschnitt in diesem Jahr, Anfang Mai, sei gut gewesen, so Böhmer, der zweite dann sogar überdurchschnittlich gut, "weil es im Juni viel geregnet hat". Nun wartet man, was der letzte Ende August bereit hält. Aber futtertechnisch sollte es langen, weil der Familienbetrieb Böhmer immer Futtervorräte anlegt. Zusammen mit Mais wird Gras zu Silage als Tierfutter, aber auch als Energielieferant für die Biogasanlage.

Noch nicht so gewachsen

Jetzt bräuchte der Mais dringend Regen, "jeder Tropfen zählt," macht der BBV-Kreisobmann deutlich. Im Feld kann der 1,69-Mann den Bestand gut überblicken. Der Mais ist also doch nicht so gewachsen. An etlichen Gewächsen sind Trockenschäden, braune, dürre Blätter zu erkennen. "Aber sie haben Kolben." Und die machen immerhin die Hälfte des Gewichts aus. Am besten wäre es, wenn die Körner in den Kolben jetzt schön langsam reifen würden. Dazu brauchen sie Sonne, aber auch Regen, im richtigen Verhältnis.

Die Maisfelder fallen auf in der Landschaft, eben weil alles andere schon abgeerntet ist. Böhmer baut Roggen, Weizen und Triticale an. In einem guten Jahr bringt der Hektar Ackerfläche einen Ertrag von sieben Tonnen und mehr. Im vergangenen waren es gerade mal 4,5 Tonnen. So ist Böhmer mit den rund sechs in diesem Jahr eigentlich zufrieden. Preislich läuft es nicht ganz so gut. "Die Getreidepreise sind etwas gesunken." Für den Doppelzentner Weizen gibt's zwischen 14,50 und 15 Euro.

Da kommt die Politik ins Spiel. Böhmer schüttelt den Kopf. "Mit dem Wetter, da kennen wir die Kapriolen, aber die Politik macht uns das Leben schwer."

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