Lichtenfels
Maikunsgebung

Redner fordern mehr Solidarität und Geschlossenheit gegen Rechts

Ein Schlagbaum ist für DGB-Kreisvorsitzenden Heinz Gärtner ein Rückfall in alte Zeiten. Bei der Maikundgebung im Lichtenfelser Stadtschloss zog er mit Blick auf nationale Tendenzen in Europa die Schra...
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Mit einem Sketch erheiterten (linkes Foto v. l.) Ruth Gärtner, Dirk Sander, Wolfgang Gunzelmann und Andrea Hacker. Ben Putz (rechtes Foto) von der Verdi-Jugend fordert einen europäischen Mindestlohn. Fotos: Stöckel
Mit einem Sketch erheiterten (linkes Foto v. l.) Ruth Gärtner, Dirk Sander, Wolfgang Gunzelmann und Andrea Hacker. Ben Putz (rechtes Foto) von der Verdi-Jugend fordert einen europäischen Mindestlohn. Fotos: Stöckel
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Ein Schlagbaum ist für DGB-Kreisvorsitzenden Heinz Gärtner ein Rückfall in alte Zeiten. Bei der Maikundgebung im Lichtenfelser Stadtschloss zog er mit Blick auf nationale Tendenzen in Europa die Schranke hoch.

Der symbolische Akt gewährte den 140 Teilnehmern nicht nur freie Sicht auf den Spielmannszug Schney, sondern machte auch deutlich, dass dem Gewerkschafter ein freiheitliches, gerechtes und soziales Europa ein Herzensanliegen ist. "Wir brauchen keinen Brexit und auch keinen Dexit, sondern ein Europa, in dem die Interessen der Arbeitnehmer Vorrang vor denen der Unternehmer und Großkonzerne haben", sagte der Gewerkschafter unter dem Beifall der Zuhörer.

Der Redner freute sich darüber, dass in den vergangenen acht Jahren die Zahl der DGB-Mitglieder in Bayern um 12 000 auf rund 810 000 Personen angestiegen ist. Davon sind laut Gärtner 30 Prozent Frauen. Stellvertretende Landrätin Monika Faber (SPD) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es im Landratsamt Lichtenfels eine hohe Anzahl weiblicher Arbeitskräfte gebe: "163 der 305 Mitarbeiter sind Frauen und die Hälfte der Abteilungsleiter ist weiblich."

Mehr tun für Frauen

Daraus leitet Faber die Forderung ab, den Frauen, die oft Teilzeit arbeiten möchten, mehr Schreibtische und Platz im Landratsamt zur Verfügung zu stellen. Als ehemalige Vorsitzende des Kreisjugendrings (KJR) kritisierte sie die Forderung der AfD-Fraktion im Landtag, die finanziellen Mittel für den KJR ersatzlos zu streichen.

Ein Postulat, über das sich auch der Hauptredner der Veranstaltung, Ben Putz von der bayerischen Verdi-Jugend, empörte. "Ob Trachtenverein oder DGB-Jugend. Im KJR vertreten junge Leute aus unterschiedlichen Vereinen ihre unterschiedlichen Standpunkte. Und die AfD, diese rechtspopulistische Hetzerpartei, hat nichts anderes zu tun, als Meinungen zu unterdrücken."

Der Gast aus München nahm kein Blatt vor den Mund und erntete dafür immer wieder spontanen Beifall. Er sprach sich vehement für die Einführung eines europäischen Mindestlohnes aus.

"Wir brauchen ihn, damit Beschäftigte nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern wir uns solidarisch gegen das immer stärker werdende Unterdrük-kungsdiktat europäischer Konzerne wehren können", begründete Putz das.

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) rief dazu auf, bei der Europawahl am 26. Mai proeuropäischen Parteien die Stimme zu geben. "Setzen wir ein Zeichen, dass Lichtenfels eine bunte, lebendige Stadt ist, so wie wir es bei den Demos gegen Rechts bewiesen haben."

Frank Meixner aus Coburg, Sozialsekretär der evangelischen Kirche, nahm sich den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger zur Brust. "Er will den Sonntagsschutz schleifen und dafür sogar das Grundgesetz ändern. Dafür bekommt er von uns die Rote Karte."

Pfarrerin Tanja Vincent gelangte zu der Erkenntnis, dass gute Arbeitsbedingungen einen Teil der Würde darstellten, die Gott den Menschen gegeben habe.

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