Reckendorf
Gemeinderat

Reckendorf: Hoher Schuldenstand spiegelt nicht tatsächliche Finanzlage wider

Die Verabschiedung des Haushaltsplanes und das Investitionsprogramm für die Jahre bis 2021 standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung in Reckendorf. Dabei beträgt das Haushaltsvolumen in diesem Ja...
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Die Verabschiedung des Haushaltsplanes und das Investitionsprogramm für die Jahre bis 2021 standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung in Reckendorf. Dabei beträgt das Haushaltsvolumen in diesem Jahr 5 950 600 Euro, wovon 3 343 600 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 2 607 000 Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen.
Kämmerin Doris Müller berichtete von einem Schuldenstand von 1 094 000 Euro zum 1. Januar 2018. Das im Jahr 2017 genehmigte Darlehen in Höhe von 1 084 300 Euro wurde 2018 ausbezahlt. Die planmäßige Tilgung in 2018 beträgt 111 544 Euro, der Schuldenstand zum 31.12.2018 demnach 2 030 206 Euro. Umgerechnet auf 2029 Einwohner der Gemeinde Reckendorf beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 1000 Euro.


Bürgermeister gibt Entwarnung

Trotz des hohen Schuldenstandes spiegele dieser, so Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD), nicht die tatsächliche Finanzlage der Gemeinde wider, sei das Darlehen doch für den Grunderwerb und die Erschließung des Baugebietes Knock mit 737 000 Euro in diesem Jahr und die Sanierung der Steinernen Brücke im Jahr 2019 mit 600 000 Euro notwendig. Zurückgeführt wird das Darlehen durch die jährlichen gesetzlich vorgeschriebenen Tilgungsleistungen.
Positiv für die Gemeinde sind die gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen, die von 162 000 im Jahr 2012 auf 390 000 Euro in diesem Jahr steigen werden und die Einkommensteuerbeteiligung, die etwa 32 Prozent der Gesamteinnahmen des Verwaltunghaushaltes, also rund eine Million Euro beträgt. Bedauert wurde vom Bürgermeister die stetig steigende Kreisumlage, die im Jahr 2018 auf fast 700 000 Euro steigen wird und dabei Gemeinden mit geringeren Rücklagemöglichkeiten gegenüber "reichen" Gemeinden benachteiligt. Um die Kosten der Abwasserbeseitigung zu decken, die derzeit nur einen Kostendeckungsgrad von 87,5 Prozent erreicht, wird der Gemeinderat eine Neuberechnung der Gebühren vorschlagen, kostendeckend wird hingegen im Bestattungswesen gearbeitet.


Die dicksten Brocken

Dickste Brocken bei den Investitionen der nächsten Jahre sind die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr für insgesamt 45 000 Euro, die Kirchturmsanierung und ein Zuschuss für das Pfarr- und Jugendheim mit 117 000 Euro in 2018, die Erschließung des Baugebietes Knock mit Abwasserbeseitigung und Aufwendungen für den Bauhof, der mit Hako Citymaster, Aufsitzmäher, Salzsilo und für Pflasterarbeiten mit 184 000 Euro in Jahr 2018 zu Buche schlägt.
Ein bisschen sparen wird Reckendorf vielleicht beim Radweg Laimbach-Gerach, für den im Jahr 2019 immerhin 96 300 Euro eingeplant wurden, der aber wegen der gescheiterten Grundstückverhandlungen mit Privateigentümern erst mal auf die lange Bank geschoben werden muss. In diesem Zusammenhang hob Deinlein hervor, dass die Gemeinde bei Forderungen für private Grundstücke nicht erpressbar sei und nicht bereit sei, den zwei- oder dreifachen Preis als üblich für landwirtschaftliche Flächen zu zahlen und damit einen Präzedenzfall für die Zukunft zu schaffen.
Bezüglich der Bauplätze am Knock wies der Bürgermeister darauf hin, dass vor allem bei der Erweiterung des Baugebietes um neun Bauplätze noch einige davon frei wären und Interessenten sich direkt an die VG Baunach oder den Bürgermeister selbst wenden könnten.
Letztlich stimmte der Gemeinderat dem Haushaltsplan und Investitionsplan einstimmig zu, Lob erntete die neue Kämmerin für die übersichtliche und nachvollziehbare Präsentation, die die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Reckendorf als günstig bezeichnete. Die "freie Spitze" beträgt 557 000 Euro, dies entspricht 17,21 Prozent der bereinigten Einnahmen des Verwaltungshaushaltes.
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