Tretzendorf
Leserbrief

Rechtswidriges Vorgehen

Zum geplanten Radweg im Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" wird uns geschrieben: Anfang Mai 2019 sind mir im Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" umfangreiche Mäharbeiten entlang der Staatss...
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Zum geplanten Radweg im Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" wird uns geschrieben: Anfang Mai 2019 sind mir im Naturschutzgebiet "Tretzendorfer Weiher" umfangreiche Mäharbeiten entlang der Staatsstraße von Unterschleichach nach Tretzendorf aufgefallen. Dies wurde den Naturschutzbehörden gemeldet. Eine Reaktion erfolgte nicht.

Das abgesteckte Baufeld für den geplanten Radweg, gegen dessen Zulassung ein Klageverfahren anhängig ist, das unstreitig eine sogenannte aufschiebende Wirkung (Baustopp) entfaltet, wurde auf einer Breite von etwa sieben Metern seither mindestens dreimal gehäckselt oder gemulcht.

Auf hartnäckige Nachfrage teilt nun die Naturschutzbehörde zögerlich mit, dass dies im Vollzug des sogenannten "landschaftspflegerischen Begleitplanes", der für die naturschutzrechtliche Zulassung des Weges erforderlich gewesen sei, geschehen ist.

Dieser Plan sieht unter anderem die "Vergrämung" des streng geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläulings durch intensive Mahd vor, damit dieser auf der geplanten Wegetrasse bei Baubeginn "verschwunden" ist und sich möglichst auf Ersatzflächen ansiedeln soll. Deshalb sei bereits kurz nach Bescheiderteilung im Mai 2018 mit intensiven Mäharbeiten begonnen worden.

Selbst ein Jura-Student im ersten Semester kann unschwer erkennen, dass diese Maßnahme erst dann zulässig sein kann, wenn sicher ist, wann und ob der Radweg überhaupt gebaut werden kann. Hier werden streng geschützte Arten auf einer Fläche von über 15 000 Quadratmetern vernichtet, obwohl über die Klage noch nicht entschieden ist und eine seit Jahren eingereichte Genehmigung für die geplante Verlegung der Aurach ebenfalls noch immer aussteht.

Dieses rechtswidrige Vorgehen in einem Naturschutzgebiet, das zudem FFH-, Spa- und Naturra-2000-Gebiet ist, erscheint strafrechtlich relevant und muss von den zuständigen Stellen unterbunden werden.

Artur Geheeb

Fatschenbrunn

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