Haßfurt

Rechtsstreit erschwert Saisonstart

Beim ESC Haßfurt läuft es gut, aber einige offene Fragen machen dem Vorstand zu schaffen. Finanziell gibt es keine Probleme.
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Wer wird neuer Trainer? Martin Reichert, bis zum Ende der Saison Trainer der Haßfurter "Hawks" und seitdem "nur" noch sportlicher Leiter beim ESC, will seinen Nachfolger bis Anfang August präsentieren. Dies sagte der 55-Jährige bei der Mitgliederversammlung des ESC Haßfurt.  Foto: Ralf Naumann
Wer wird neuer Trainer? Martin Reichert, bis zum Ende der Saison Trainer der Haßfurter "Hawks" und seitdem "nur" noch sportlicher Leiter beim ESC, will seinen Nachfolger bis Anfang August präsentieren. Dies sagte der 55-Jährige bei der Mitgliederversammlung des ESC Haßfurt. Foto: Ralf Naumann

Dürfen die Haßfurter "Hawks" in der kommenden Landesligasaison offiziell - also mit dem "Segen" des Bayeri-schen Eissportverbands (BEV) - mit mehr als zwei Kontingentspielern auflaufen oder nicht? Sportlicher Leiter Martin Reichert konnte diese seit Monaten offene Frage auch bei der Jahresversammlung des ESC Haßfurt dieser Tage nicht endgültig beantworten. Nur so viel: "Wir, beziehungsweise die Anwaltskanzlei, haben darauf hingewiesen, dass es schön wäre, vor dem Saisonstart ein Urteil zu haben."

Den 35 anwesenden Mitgliedern teilte der 55-Jährige den aktuellen Stand des immer noch laufenden Rechtsstreits mit dem BEV dar. Der ESV Burgau habe die Klage, auch im Namen des ESV Waldkirchen und des ESC Haßfurt, beim Landgericht 1 in München abgegeben. Wann diese Klage verhandelt wird, könne man "leider nicht beeinflussen, da wir nicht wissen, welcher Richter dieser Klage zugeteilt wird", bat Reichert deshalb weiter um Geduld.

Mehr Neuigkeiten als bereits bekannt gab es auch bezüglich der weiteren Zusammensetzung des Landesligakaders nicht. Anfang August sollen die Trainerfrage und deren Lösung präsentiert werden. Bislang sind mit den Torhütern Martin Hildenbrand, Timo Jung und Jens Dietz, den Verteidigern Daniel Hora, Alexander Stahl, Pascal Marx und Lukas-Andreas Thebus sowie den Stürmern Michal Babkovic, Michael Breyer, Christian Dietrich sowie dem ersten Neuzugang, David Hornak, elf "Hawks" bekannt. Dazu werden noch weitere Spieler nach und nach bis zur Saisoneröffnung bekanntgegeben. "Nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden wir in der Saison 2019/2020 mit einem Kader von 22 Spielern in die Saison starten", betonte Reichert.

Finanzvorstand Jens Amarell informierte über die finanzielle Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahr und gab bekannt, dass sich der Umsatz um mehr als 22 Prozent gesteigert habe. Ursächlich waren nach seinen Angaben Mehreinnahmen durch Sponsoring, die positive Entwicklung der Zuschauerzahlen und letztlich auch "angepasste Preise bei Eintritt sowie Speisen und Getränken".

Ein dickes "Aber" schob er gleich hinterher: Bei den Ausgaben habe es einen Sprung in gleicher Höhe gegeben. Für die größte prozentuale Steigerung seien Steuern und Sozialabgaben verantwortlich gewesen. Das Gesamtergebnis könne sich "trotzdem sehen lassen. Im vierten Jahr in Folge gab es ein kleines Plus. Somit ist der Verein in finanzieller Hinsicht geordnet und am Ende dieses Jahres mit der Ablösung des letzten Darlehens auch schuldenfrei", stellte Jens Amarell zufrieden fest.

Derweil ist die Mitgliederzahl des ESC Haßfurt seit der letzten Versammlung um 20 Personen angestiegen. Für Vorstandsmitglied Andreas Kurz allerdings nicht nur ein Grund zur Freude, denn "gerade in der von uns so beworbenen Altersklasse der Sechs- bis Zehnjährigen haben wir leider nicht die Steigerungsraten, die wir uns erhofft haben." Er bedauerte auch: Ein positiver WM-Silbermedaillen-Effekt der deutschen Eishockeynationalmannschaft bei Olympia 2018 in PyongChang sei ausgeblieben. Zudem würden die eingeleiteten Maßnahmen aus dem letzten Jahr, beispielsweise die verminderten Mitglieds- beziehungsweise Spartenbeiträge, "noch nicht fruchten. Hier sind noch weitere Aktionen notwendig", sagte Kurz.

Bemühungen um den Nachwuchs

Nachwuchsleiter Frank Terhar schlug in die gleiche Kerbe. "Auch wenn wir mit unseren fünf Nachwuchsmannschaften durchweg gute Ergebnisse erzielt haben, Höhepunkt hier war sicher die Meisterschaft der U 20, wird die Luft gerade bei den jungen Jahrgängen immer dünner." Dennoch werde der ESC Haßfurt in der kommenden Saison neben der U 9, der U 11, der U 13 (wieder als Spielgemeinschaft mit Bad Kissingen), der U 15 und der U 20 mit der neugebildeten U 17 (mit dem EHC Bayreuth wird ebenfalls eine Spielgemeinschaft gebildet) eine zusätzliche Mannschaft melden. "Um auch alle Möglichkeiten zu nutzen, wird die U 15 mit einer Förderlizenzregelung, ebenfalls in Kooperation mit dem EHC Bayreuth, ausgestattet", gab Terhar bekannt. "Wir haben vor allem bei der Gewinnung von Nachwuchsspielern noch eine Menge Arbeit", fügte Kurz, der die Kooperation mit den Schulen sowie die Schlittschuhlaufkurse in den Ferien als "bereits sehr hilfreich " bezeichnete, hinzu. "Aber wir dürfen nicht nachlassen, um die Zukunft zu sichern." Die Steigerung bei den Einnahmen bezeichnete Andreas Kurz als "sehr, sehr positiv. Aber auch hier müssen wir immer schauen, wie wir die Ausgaben senken können, um noch mehr in die Infrastruktur und den Gesamtverein investieren zu können."

Für die Eiskunstlaufabteilung berichtete die Abteilungsleiterin Maria Heß unter anderem von Problemen mit der Eislaufunion. Durch die "hohen Anforderungen " gebe es "Schwierigkeiten, Trainer zu finden."

Holger Endres (Marketingabteilung) sowie in Vertretung Andreas Kurz für die Bewirtungsabteilung schlossen mit ihren Rückblicken die Bilanz für das Vereinsgeschehen.

Tom Lohs, der für die Eingliederungsverhandlungen der Hobbymannschaft "Entgleisung" als neue 1b-Mannschaft beim ESC verantwortlich ist, stellte die Planungen vor und beantwortete Fragen. Das jährliche Vereinsfest mit Spielen für die Kinder findet am Freitag, 26. Juli, ab 16 Uhr im Eisstadion statt.

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