Hammelburg
Bundeswehr

Recherchen über Franco A.

Arkadius Guzy Im April 2017 ist Franco A. bei einem Einzelkämpferlehrgang im Ausbildungszentrums Infanterie verhaftet worden. Er stand unter Terrorverdacht. Recherchen der taz haben nun weitere Erkenn...
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Arkadius Guzy Im April 2017 ist Franco A. bei einem Einzelkämpferlehrgang im Ausbildungszentrums Infanterie verhaftet worden. Er stand unter Terrorverdacht. Recherchen der taz haben nun weitere Erkenntnisse über Franco A. zutage befördert.

Unter der Überschrift "Hannibals Schattenarmee" berichteten taz-Reporter vor wenigen Wochen über ein bundesweites, rechtes Netzwerk bei der Bundeswehr, das auch Kontakt zu Angehörigen anderer Sicherheitsbehörden hatte. In diesem Zusammenhang tauchte auch der Name Franco A. wieder auf. Er war laut dem taz-Artikel Mitglied in einer der Chatgruppen, die die Struktur des Untergrundnetzwerks bildeten.

"Dies ist eine Recherche in einem komplexen Feld, die langen Atem und viel Geduld erfordert. Wir sind froh, in einer Redaktion zu arbeiten, die solche Recherchen ermöglicht", berichtet taz-Reporter Martin Kaul auf Nachfrage über die Recherchearbeit. Die Veröffentlichung des Artikels fand allerdings zunächst keine große Resonanz. Erst mit einigen Tagen Verzögerung machten auch andere Medien die Enthüllungen der taz zum Thema.

Neben der taz berichtete auch der Focus über das geheime Netzwerk. Später folgte zum Beispiel der Deutschlandfunk, der insbesondere das anfängliche mangelnde Interesse der anderen Medien thematisierte.

"Nein, das stört uns nicht", antwortet Kaul auf die Frage, ob er überrascht sei, dass die Recherche zunächst kein größeres mediales Echo ausgelöst habe. "Wir sehen, dass sowohl der Verteidigungsausschuss im Deutschen Bundestag als auch der Innenausschuss und das Parlamentarische Kontrollgremium das Thema sehr ernst nehmen und bereits Vertreter des MAD, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und der Bundesanwaltschaft eingeladen haben. Wenn andere Medien zunächst selbst gründlich recherchieren wollen, begrüßen wir das. Wir haben es ja bereits getan und sind weiterhin dabei", erklärt der taz-Reporter. Das Thema werde seiner Ansicht nach in der öffentlichen Debatte noch eine Rolle spielen.



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