Katharina Müller-Sanke

IT-Systemelektro-niker, Zerspanungsmechaniker, Fertigungsmechaniker - über 30 verschiedene Ausbildungsberufe gibt es in der Metall- und Elektroindustrie. Die meisten davon sind eher unbekannt. Dabei werden Fachkräfte dringend gesucht.
Um für ihre Branche zu werben, haben die Verbände der Metall- und Elektroindustrie eine Informationsoffensive gestartet. In Bayern sind zwei Trucks eingesetzt, die Schulen im ganzen Land besuchen und Aufklärungsarbeit leisten.
Der Truck ist ausgestattet wie ein Labor. Man kann fräsen, Schaltkreise bauen und verschiedene Versuchsanordnungen durchtesten. Derzeit macht einer der beiden Trucks an der Carl-von-Linde-Realschule Station. Vor allem die Schüler des mathematischen Zweiges dürfte das interessieren.
Auf den rund 80 Quadratmetern im zweigeschossigen Truck können die Jugendlichen zum Beispiel kleine Platten fräsen, indem sie die Maschine richtig programmieren. Im ersten Stock ist ein Mini-Schulungsraum eingerichtet, in dem die Mitarbeiter des Trucks - alles selbst Metall- und Elektrofachmänner - Rede und Antwort stehen. Außerdem sind zwei Vertreter der Kulmbacher Firma Ago Energie und Anlagen vor Ort, um konkrete Fragen der Schüler zu beantworten.


Große Chancen

Alexander Moritz, der seine Ausbildung bei der Ago AG vor knapp zehn Jahren begonnen hatte, wies auf die großen Chancen hin, die eine Ausbildung in diesem Bereich bietet. "Die meisten Schüler haben keine Vorstellung davon, wie viele Berufe es hier gibt", betonte er. Unter den Schülern der Klasse 10b, die den Truck besuchten, waren auch die drei Freundinnen Madlen Bauer, Inka Schaefer und Jennifer Zeulner.
So genau wussten sie noch nicht, was sie einmal beruflich machen möchten, die Metall- und Elektroindustrie hatten sie bisher aber nicht auf dem Schirm. Ähnlich geht es Jakob Weigel, Patrick Keltsch und Lukas Münch, die an der Fräsmaschine standen. Die Zahlen für das Programm zu berechnen, fiel ihnen leicht. Aber ob es einer der genannten Berufe sein soll? Auch sie wussten es noch nicht. "Das ist normal", betonte Alexander Moritz, "solange die Jugendlichen hier drin sind, sind sie meistens zurückhaltend. Aber nicht selten kommen danach eben doch ein paar Bewerbungen ins Haus geflattert", so Moritz, der mittlerweile Ausbilder bei Ago ist.
Von vielen der Berufe erfuhren die Jugendlichen erst hier. Aber die Metall- und Elektroverbände hoffen, dass der Truck bei einigen von ihnen bleibenden Eindruck hinterlassen werde.