Kleinsendelbach

Rathaus bekommt keinen Zaun

In Kleinsendelbach wurde überlegt, nach der Sanierung des Rathauses die Grünanlagen einzufrieden, um Hunde abzuhalten. Das Gremium lehnte dies ab. Beim "Schwabachstüberl" läuft es wohl auf eine kleinere Sanierung hinaus.
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Um das energetisch und barrierefrei sanierte Rathaus sollte laut Vorschlag eine Einfriedung angebracht werden, um Hunde davon abzuhalten, ihr Geschäft am Rathaus und auf den Grünflächen zu verrichten. Der Gemeinderat lehnte dies ab. Foto: Karl Heinz Wirth
Um das energetisch und barrierefrei sanierte Rathaus sollte laut Vorschlag eine Einfriedung angebracht werden, um Hunde davon abzuhalten, ihr Geschäft am Rathaus und auf den Grünflächen zu verrichten. Der Gemeinderat lehnte dies ab. Foto: Karl Heinz Wirth

Der Gemeinderat Kleinsendelbach befasste sich mit der weiteren Vorgehensweise beim Vereinsheim "Schwabachstüberl" in Steinbach. Bereits in der Juli-Sitzung hatte der Gutachter Joachim Schuster auf die Gebäudemängel hingewiesen und dazu zwei Varianten vorgeschlagen.

Bei der kleinen Variante, erläuterte Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWG), würde man nur den Sockel mit einer Elektroheizung versehen, um diesen trocken zu bekommen. Bisher wurden die "Schwabachstuben" nur geheizt, wenn sie genutzt wurden. Ansonsten wurde auf eine Beheizung verzichtet, mit der Folge, dass sich Feuchtigkeit bildete, die nie richtig trocknen konnte.

Die kleine Variante

Dennoch, meinte Martin Regenfus (UWK), sehe er selbst bei der kleinen Variante, die eine Sockelbeheizung vorsieht, große Probleme. Aus heutiger Sicht, so die Meinung der Räte, sei es nicht gerechtfertigt, Unsummen zu investieren, da niemand sagen könne, ob es in zehn Jahren noch ein funktionierendes Vereinsleben gebe. "Vielleicht sollten wir etwas mehr für die Jugend tun", überlegte Michael Kellner (DG), "indem wir einen Bauwagen aufstellen und die Toiletten der ,Schwabachstuben' zur Verfügung stellen." Einige Räte wiesen darauf hin, dass diese Räumlichkeiten erst saniert werden müssten.

Die große Variante

"Wenn wir dann die Kosten hochrechnen", bilanzierte Armin Fuchs (UWK), "liegen wir bei der kleinen Variante kostenmäßig bei locker 50 000 Euro und haben lediglich eine Sockelheizung und die Sanitäreinrichtungen ertüchtigt." Da dürfte das Gremium die große Variante mit circa 150 000 Euro, die auch die Einbeziehung eines Architekten erfordert, nicht einmal ansatzweise diskutieren, war die Meinung der Räte. Die Bürgermeisterin Werner wurde beauftragt, vom Gutachter Schuster die Aufstellung der Gebäudemängelliste einzuholen und diese den Räten zur Verfügung zu stellen, um sich genauer informieren zu können, was notwendig ist und welche Kosten auf die Gemeinde zukommen.

Als erstes Ergebnis aus der Diskussion kristallisierte sich die kleine Lösung als Bestandserhaltung für die "Schwabachstuben" heraus. Maßnahmen sollen erst in den nächsten Gemeinderatssitzungen beschlossen werden.

Dienstleistungen am Friedhof

Die Gemeinde Kleinsendelbach hat mit dem Unternehmen Köcher einen Werkvertrag für Friedhofsdienstleistungen, der nun fristgerecht zum 31. Dezember 2019 gekündigt werden soll. Dem stimmte das Gremium einstimmig zu. Aus diesem Anlass wurde es notwendig, einen neuen Werkvertrag abzuschließen. Dazu wurden vier regionale Bestattungsunternehmen angeschrieben, Angebote über ihre Dienstleistungen abzugeben. Lediglich ein Unternehmen gab ein Angebot ab. Der Gemeinderat beschloss nach eingehender Beratung, den Werkvertrag für Friedhofs- und Bestattungsdienstleistungen an die Firma Be-Fu Neunkirchen am Brand mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab 1. Januar 2020 zu vergeben.

Für die Einfassung der Grünanlagen am Rathaus soll ein Zaun angebracht werden. Bürgermeisterin Werner hatte dazu ein Angebot zum Preis von 4641 Euro eingeholt und dies dem Gremium vorgestellt. Werner begründete dies damit, dass nach der Sanierung des Rathauses auch das Umfeld zum Blickfang gestaltet werden sollte. Angedacht sind, so Werner, Rosen- und Blumenbeete in den Rasenflächen sowie Ruhebänke für die Bürger.

Um Hunde davon abzuhalten, Grünflächen und Blumenbeete als Toilette zu nutzen, sollte eine circa 80 Zentimeter hohe Einfassung errichtet werden, erklärte Werner. Hundekot bereitet immer mehr Probleme und die Halter scheint dies nicht zu berühren, wenn ihre Lieblinge auch Spielplätze und öffentliche Flächen zur Verrichtung ihres Geschäftes nutzen.

Diese Argumentation teilte die Mehrheit des Gremiums nicht mit der Begründung, man sollte doch erst Schilder aufstellen mit dem Hinweis, die Hinterlassenschaften der Vierbeiner mitzunehmen, oder dafür entsprechende Abfallbehälter aufzustellen und abzuwarten, wie es angenommen werde. Bedenken wurden dahingehend geäußert, dass Abfallbehälter zwar am Ortsrand sinnvoll seien, jedoch nicht in Wohnnähe, da sich gerade im Sommer unangenehme Gerüche entwickeln können. Nach kontrovers geführter Diskussion wurde der Antrag zur Errichtung einer Einfriedung der Grünflächen am Rathaus in namentlicher Abstimmung mehrheitlich abgelehnt.

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