Wallenfels

Rastplatz mit Aussicht

Seit 1962 gibt es die Wanderhütte am Herrgottswinkel oberhalb von Wallenfels. Der Heimat und Wanderverein "Frankenlust" feiert dort am kommenden Sonntag sein Bergfest.
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Josef Schlee, der Vorsitzende des Heimat- und Wandervereins Frankenlust und die Hüttenwirtin Hilde Gleich arbeiten mit ihren Helfern für das Fest vor der Hütte am 4. August alles vor. Foto: Manfred Nürnberger
Josef Schlee, der Vorsitzende des Heimat- und Wandervereins Frankenlust und die Hüttenwirtin Hilde Gleich arbeiten mit ihren Helfern für das Fest vor der Hütte am 4. August alles vor. Foto: Manfred Nürnberger

Eine der beliebtesten Wanderregionen Deutschlands ist der Frankenwald. Und hier, im wildromantischen Wilde-Rodach-Tal, liegt das Wandertouren-Paradies Wallenfels, wo den Wanderer derzeit 22 Wandertouren erwarten - 16 Wanderungen und sechs Fernwanderwege führen durch diese Region. Die aufeinander abgestimmten Rundwanderwege ermöglichen eine Rückkehr zum Ausgangspunkt. In und um Wallenfels findet man etliche Einkehrmöglichkeiten. Eine Einrichtung verdient aber besondere Erwähnung: die Wanderhütte am Herrgottswinkel, errichtet 1962 unter Führung von Bartl Querfurth.

Hoch über der Stadt gelegen ist sie bequem sowohl für Wanderer als auch mit dem Mountainbike oder dem Auto erreichbar. Der Heimat- und Wanderverein "Frankenlust" ist hier die treibende Kraft. Der Verein besteht nunmehr 100 Jahre und feiert mit dem Bergfest am kommenden Sonntag, 4. August, den Höhepunkt des Vereinsjahres. Dabei bildet der Gottesdienst am Vormittag ein besonderes Erlebnis in freier Natur.

Nach dem Gottesdienst erwarten die Gäste dann an und in der Wanderhütte wieder regionale Spezialitäten, Feines vom Grill bis zu Kaffee und Kuchen. Die Hütte ist während des Jahres im Sommer täglich ab 14 Uhr (Montags Ruhetag) und in den Wintermonaten an Sonn- und Feiertagen ab 14 Uhr geöffnet.

Wirtin Hilde ist eine "Institution"

"Herrin" in dieser Idylle ist die Hilde, die ewig junge und agile Hüttenwirtin Hildegard Gleich, und man glaubt es fast nicht, sie ist nunmehr im 55. Jahr für die Gäste zuständig.

Ab ihrem 18. Lebensjahr war sie, zusammen mit ihrer Mutter Berta von 1964 bis 1989 und ab diesem Zeitpunkt alleine, die Ansprechpartnerin für die zwischenzeitlich mehrere tausend Besucher jährlich. Mit im Boot Schwägerin Karin Gleich, sie feiert dieses Jahr ihr dreißigstes Jahr auf der Hütte, sowie Helferinnen aus der Familie und Freundinnen.

Und, Hilde dürfte wohl die bekannteste Hüttenwirtin Bayerns, wenn nicht Deutschlands sein. Ihr Ruf reicht auch, dank der Flößerei, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Auf jeden Fall freuen sich die Mitglieder der "Frankenlust" unter der Führung ihres Vorsitzenden Josef Schlee auf viele Besucher am 4. August.

Apropos Flößerei: Auf der Wilden Rodach finden gewöhnlich in den Sommermonaten an festgelegten Samstagen Floßfahrten statt, die, touristisch vermarktet, Gäste aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland nach Wallenfels bringen. Allerdings müssen die Männer der Flößergemeinschaft Wallenfels dem derzeitigen heißen Wetter Tribut zollen, denn das Aufstauen des Flusses ist nur bis zu einer festgelegten Höhe möglich. So blieb es nicht aus, dass Fahrttermine gecancelt werden mussten, sehr zum Leidwesen auch der Gastronomie und des Vermietergewerbes.

Geplantes Aufstauen scheiterte

Man sucht zwar nach Auswegen, aber dies ist nur schwer zu realisieren. Hierbei verweisen die Veranstalter, die Stadt Wallenfels und die Flößergemeinschaft darauf, dass es bereits in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen, durch die EU bewilligten Plan gegeben hat, welcher das Aufstauen zu einem größeren Wasserreservoir im nahe gelegenen Tal in Richtung Neuengrün ermöglicht hätte, mit Zuwendungsbescheid gesichert, aber durch "Finder" von Fieberklee torpediert und letztlich wegen Ablauf des Bewilligungsbescheides "zu Grabe getragen" werden musste. Aber, es wäre nicht Wallenfels, die Stadt kämpft weiter um eine Wassersicherheit.

So gibt es eine Information aus dem vergangenen Jahr, wonach eine Machbarkeits studie auf den Weg gebracht wurde, vom Freistaat Bayern finanziert und mit rund 100 000 Euro zu Buche schlägt. Hierbei seien drei Säulen im Gespräch, der Hochwasserschutz, die Biodiversität und der sanfte Tourismus. Und, so die Meinung der aktiven Flößer, wenn man eine riesige Hängebrücke im Bereich des Naturschutzgebietes Höllentales bauen möchte, dann sollte es auch möglich sein, im Naturpark Frankenwald die Jahrhunderte alte Tradition der Flößerei für die Zukunft zu sichern und dem touristischen Anreiz im Landschaftsschutzgebiet weiter Anschub zu leisten.

Und gerade deshalb wird unter dem Motto "Neue Wege gehen", das Wegenetz im Wanderzentrum Wallenfels neu strukturiert.

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