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Hiltpoltstein

Raser sollen zur Räson kommen

MarktGemeinderat Die schnellen Autofahrer machen den Hiltpoltsteinern zu schaffen. Mit einem weiteren Geschwindigkeitsmessgerät erhofft sich die Bürgermeisterin eine Entschärfung der Situation.
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Auch nach Kappel wird oft zu schnell gefahren, meint der Gemeinderat. Foto: Petra Malbrich
Auch nach Kappel wird oft zu schnell gefahren, meint der Gemeinderat. Foto: Petra Malbrich

Schon vor zwei Jahren hatte sich Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer von ihren Räten ein Geschwindigkeitsmessgerät zu Weihnachten gewünscht und bekommen. Diesmal hatte sie an Weihnachten schlichtweg darauf vergessen, ein weiteres Gerät auf ihre Liste zu schreiben, was sie jedoch in der Februar-Sitzung des Gemeinderats nachholte.

Die Bürgermeisterin will diese Messtafeln nicht für sich, sondern den Bürgern damit eine Freude bereiten. Diese haben die Raser einfach satt und erhoffen sich durch die Geschwindigkeitsanzeigen etwas mehr Rücksicht. Das neue Gerät soll an der Hauptstraße beim Tor, in der Nähe der Brennerei angebracht werden.

Der Wunsch sollte der Bürgermeisterin nicht verwehrt bleiben. Doch: "Dann brauchen wir auch eins aus Schossaritz heraus", meinte Georg Deinhardt (FW). Erst kürzlich sei wieder eine prekäre Situation durch einen Raser entstanden. Ein Unfall wurde nur knapp verhindert. Kaum, dass er das erzählt hatte, meldete sich Werner Spörl (BfH), der ebenfalls eine Ecke benennen konnte, wo ein Geschwindigkeitsmessgerät Erleichterung bringen könnte.

"Wir haben zwei Geräte. Warum können diese zwischendurch nicht woanders angebracht werden? Sie müssen nicht dauernd an einer Stelle stehen", meinte Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner (FW).

Wirkung auch ohne Blitzer

Mit einem Beispiel aus der hessischen Rhön, wo zu Ortsbeginn erst ein Geschwindigkeitsmessgerät stehe und dann der kommunale Blitzer, machte Schulze-Bauer deutlich, dass diese Geräte ihrer Meinung nach sehr wohl dazu führen, dass Autofahrer auf die Bremse treten, wenn sie zu schnell unterwegs sei. Einen Blitzer hingegen möchte die Bürgermeisterin wegen der rechtlichen Unsicherheit nicht. Aber dauerhaft installierte Messgeräte. "Wo diese stehen, fährt man langsamer. Es gibt so viele Ecken, wo ein Gerät stehen sollte", betonte die Bürgermeisterin.

Grundsätzlich hatte auch Wolfgang Engel (CSU) nichts dagegen, noch ein Gerät anzuschaffen. Allerdings plädierte er fürs "Durchwechseln". Das sei effektiver. Und die wenigen, die trotzdem zu schnell fahren, die gebe es immer. Auch Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU) fürchtet, der Effekt, auf die Bremse zu treten, entfalle, wenn die Messgeräte dauerhaft installiert sind. "Manche machen sich auch einen Spaß draus und schauen, wie viel das Gerät misst", erklärte Potzner, unter zustimmenden Nicken der dritten Bürgermeisterin. "Da kommen dann Aussagen wie: Es geht nur bis 99." Dann lieber die Kommunalüberwachung einsetzen, meinte Wolfgang Engel.

Dass diese Messungen angezweifelt werden können, gab Gerhard Leistner (CSU) zu bedenken, doch VG-Geschäftsleiter Stefan Kohlmann winkte ab. Die Gräfenberger Kommunalüberwachung sei rechtmäßig. Mit dem Markt Zapfendorf sei eine Zweckvereinbarung geschlossen. Für die Gemeinde sei damit wenig Aufwand verbunden. Die Kosten? Das hänge von der vergebenen Stundenzahl ab. Eine Probemessung würde durchgeführt und das Ergebnis samt Kosten in einer Sitzung vorgestellt.

Die Situation beim Tor könnte sich bald von staatlicher Seite aus zum Besseren wenden. Vertreter vom Straßenbauamt waren dort und bekräftigten, dass hier Zone 30 angedacht werden müsse. Als der Gemeinderat das angeregt hatte, war es mit der Begründung, dass dies auf einer Bundesstraße nicht gehe, abgelehnt worden. Umso mehr freuten sich die Räte über den Sinneswechsel, bevor sie der Bürgermeisterin ein weiteres Messgerät genehmigten, mit der Prämisse, die Geräte vier- oder sechswöchig an anderen kritischen Punkten aufzustellen.

Auch die Verkehrsüberwachung für den fließenden Verkehr möchte sich die Gemeinde anbieten lassen.

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