Laden...
LKR Coburg

Ran an den Wähler und kämpfen

Der wiedergewählte Kreisvorsitzende der SPD, Carsten Höllein, setzt auf den Nachwuchs, die Frauen und öffentliche Präsenz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Landesvorsitzende der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, sprach sich bei der Kreiskonferenz der Landkreis-SPD für einen starken und partnerschaftlichen Sozialstaat aus.
Die Landesvorsitzende der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, sprach sich bei der Kreiskonferenz der Landkreis-SPD für einen starken und partnerschaftlichen Sozialstaat aus.
+1 Bild

Die SPD im Landkreis setzt auf Kontinuität. Bei der Kreiskonferenz der Genossen am Freitag in der "Goldenen Rose" ist der Kreisvorsitzende, Carsten Höllein, bei einer Gegenstimme wiedergewählt worden. Als sein Stellvertreter fungiert neu der Rödentaler Stadtrat Christoph Franke, wiedergewählt wurde Ulrike Gunsenheimer (Großheirath).

Der Verlust des Landratsmandats nach 46 Jahren an die CSU war nach den Worten von Carsten Höllein "ein herber Verlust". Ebenfalls war das Bezirkstagsmandat verloren gegangen, über die Liste zog Michael Busch "gerade so" in den Landtag ein. Das könne sich auch wieder ändern, zeigte sich der Kreisvorsitzende entgegen aller schlechten Umfragewerte für die SPD unbeirrt zuversichtlich. Gegen den Trend könne angegangen werden, indem die Nachwuchsorganisation gehegt und gepflegt werden, mehr Frauen in die Politik eingebunden würden und sich die Genossen vermehrt in der Öffentlichkeit präsentierten.

Die Zahl der Sozialdemokraten im Landkreis Coburg ist auf 792 Mitglieder (64 Prozent Männer, 36 Prozent Frauen) in den 17 Ortsvereinen geschrumpft, der Altersdurchschnitt liegt bei 64 Jahren. Ursächlich sei dafür hauptsächlich die demografische Entwicklung. Seine Partei müsse das Vertrauen der Menschen wieder gewinnen und ihre guten Leistungen in der Berliner großen Koalition deutlicher machen, forderte der Kreisvorsitzende. Aktuelle Themen der Landkreis-SPD sind "das schwierige Thema Regiomed", ein ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr sowie Dorfläden im ländlichen Raum, die Digitalisierung sowie die Familienpolitik.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD ehrte Carsten Höllein den Bürgermeister der Gemeinde Itzgrund, Werner Thomas, mit der Willy-Brandt-Medaille, den Kurt-Schumacher-Preis überreichte er an Günther Kob, "den stillen Helfer".

Die Angst ist das Problem

Die Vorsitzende der Bayern SPD, Natascha Kohnen, machte den Genossen trotz des schlechten Ergebnisses bei der letzten Landtagswahl Mut. "Die Sozialdemokratie ist nicht tot, wir haben nur sehr zu kämpfen", so Kohnen. Ihre Partei müsse die Fehler der letzten Jahre korrigieren und man habe erkannt, dass der Neoliberalismus ein falscher Weg sei. "Der Markt allein richtet es nicht." Die Landesvorsitzende forderte, den Sozialstaat wieder zum verlässlichen Partner der Menschen aufzubauen und so der Ökonomisierung in immer mehr Lebensbereichen entgegenzutreten. "Die Menschen haben Angst", sich im Alter die Pflege nicht mehr leisten zu können, dass Wohnen unbezahlbar werde, Bildung vom Einkommen der Eltern und Gesundheit vom Vermögen abhänge und auf dem Land die Mobilität mangels Öffentlichem Personennahverkehr nicht mehr gegeben sei.

Menschen, die Angst haben, wählten Populisten und seien deren einfachen und vereinfachenden Antwort zugetan, schlussfolgerte Natascha Kohnen. Demokratie lebe von der Diskussion und "den besseren Argumenten". Politik müsse erklärt, dürfe aber nicht vereinfacht werden.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren