Kronach

Radwegekonzept rollt voran

Der Landkreis Kronach soll fahrradfreundlicher werden. Radwege sollen ausgebaut, Lücken geschlossen werden. Am Montag wurden das bestehende Radwegenetz und anstehende Projekte vorgestellt.
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Der komplette Landkreis Kronach wurde in das Radwegekonzept aufgenommen. Wege und Schilderstandorte sind digital erfasst.  Foto: Friso Gentsch/dpa
Der komplette Landkreis Kronach wurde in das Radwegekonzept aufgenommen. Wege und Schilderstandorte sind digital erfasst. Foto: Friso Gentsch/dpa

Franziska Rieger Auf dem Rad die Region erkunden - mit dem Radwegekonzept des Landkreises soll das künftig noch einfacher gehen. Angelika Kempf, die das Radwegekonzept für den Landkreis mit erarbeitet hat, gab am Montag im Ausschuss für Kreisentwicklung und Verkehr einen Überblick über das Projekt. Außerdem informierte sie über anstehende Landkreismaßnahmen für den Radwegebau. Jens Laußmann vom Staatlichen Bauamt gab einen Überblick über Maßnahmen für den Radwegebau, für die das Staatliche Bauamt zuständig ist.

Seit 1997 gibt es bereits Radwege im Kreis Kronach, berichtet Kempf. Die wurden durch kleine gelbe Wegweiser gekennzeichnet. "Aber es gab kein zusammenhängendes Radwegenetz für den Landkreis", so Kempf. 2010 fiel dann der Startschuss für ein neues Radwegekonzept, das in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberfranken erarbeitet wurde. Initiiert wurde das Projekt durch Heinrich Gehring, ehemaliger Regierungsdirektor.

Keine Wald- und Wiesenwege

Der ganze Landkreis wurde in das Konzept aufgenommen, Wege und Schilderstandorte digital erfasst. Das Radwegenetz bestehe nicht nur aus Radwegen, sondern auch aus Landstraßen oder Gemeindeverbindungsstraßen.

Man habe sich bewusst dagegen entschieden, Radler über Wald- und Wiesenwege zu lotsen. "90 Prozent des Radwegenetzes verlaufen auf asphaltierten Straßen und Radwegen", sagte Kempf. Der Landkreis brauche sich nicht zu verstecken. Das Radwegenetz sei gut ausgeschildert.

Im Konzept habe man alle Wünsche der Bürgermeister aus den Gemeinden und Forderungen der Interessenvertreter aufgenommen, so Kempf. Auch jene, für die es zunächst keine Fördermöglichkeiten gebe. "Wir werden alles prüfen. Es gibt aber Fälle, wo es nie einen Radweg geben wird", sagte sie. So sei beispielsweise der Grunderwerb oft ein Problem.

E-Bikes als Chance für die Region

Weil immer mehr Radler auf elektrische Fahrräder umsteigen, würden auch immer mehr Radwege erkundet. Selbst solche, die sonst wegen ihrer Schwierigkeit nicht in der Gunst der Fahrradfahrer stehen. "Das Konzept trifft genau den Zeitgeist", sagte der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT). Durch die E-Bikes gebe es mittlerweile viele Radfahrer, die auch den Rennsteig erkunden.

Dem schloss sich auch der Wallenfelser Bürgermeister an: "E-Bikes sind eine riesen Chance, damit neue Strecken erschlossen werden", sagte Jens Korn (CSU). Er frage sich jedoch, ob E-Bike-Fahrer wegen ihrer Geschwindigkeit auf schmalen Radwegen ein Sicherheitsrisiko seien und man deshalb die Radwege breiter bauen sollte. Grundsätzlich seien die Radwege 2,50 Meter breit, erklärte Jens Laußmann. Es gebe jedoch bereits Schnellradwege. Kempf fügte hinzu: "Das wird kommen, das müssen wir erarbeiten."

Fernradwege nicht vergessen

Positive Reaktionen über das Radwegekonzept kamen auch von Michael Kestel, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Kronach. "Ich bin sehr froh, dass es ein Gesamtkonzept für den Landkreis gibt", sagte Kestel. Durch anstehende Baumaßnahmen dürften die drei großen Fernradwege aber nicht vernachlässigt werden.

Außerdem kritisierte er, dass es in der Stadt Kronach kein richtiges Radwegekonzept gebe. Wer sich nicht auskenne, finde mit dem Rad nur schwer zur Festung oder zum Rathaus.

Landrat Klaus Löffler (CSU) betonte, dass man die Maßnahmen nach und nach umsetzen müsse. "Wir müssen aufpassen, dass wir alles finanzieren können", sagte Löffler. Um alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, müsse in manchen Fällen die Kommune als Antragsteller auftreten und nicht der Landkreis.

Nur so könne man alle Fördermöglichkeiten ermitteln.

Am 20. Oktober hält der Kreistag eine interne Klausurtagung ab. Dann soll auch das Radwegekonzept im Mittelpunkt stehen.



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