Birkenfeld

Radtourismus boomt, Kreis kann profitieren

Martin Schweiger Der Radfahrtourismus in Deutschland ist auf einem Erfolgskurs. Die Zahl der Fahrradtouristen stieg von vier Millionen im Jahr 2014 auf 5,5 Millionen im vergangenen Jahr. Die Zahl der ...
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Radler passieren das Rathaus in Ebern Foto: Naturpark Haßberge
Radler passieren das Rathaus in Ebern Foto: Naturpark Haßberge

Martin Schweiger Der Radfahrtourismus in Deutschland ist auf einem Erfolgskurs. Die Zahl der Fahrradtouristen stieg von vier Millionen im Jahr 2014 auf 5,5 Millionen im vergangenen Jahr. Die Zahl der Tagesausflüge mit dem Zweirad stieg von 150 Millionen im Jahr 2016 auf 258 Millionen im Jahr 2018.

Diese Zahlen nannte Peter Zimmer von der Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung "Futour" am Montagabend anlässlich des vierten Tourismus-treffens im Schloss Birkenfeld (Gemeinde Maroldsweisach). In seinem Vortrag wollte Zimmer den anwesenden Inhabern von Ferienwohnungen und Gästehäusern aufzeigen, wie auch sie von diesem Boom profitieren und Wünsche von Radlern erfüllen können.

Tourenvorschläge sind begehrt

Demnach wünschen sich zwei Drittel der Radfahrer fertige Tourenvorschläge. Diese könnten auf Internetseiten zusammengestellt und dann auf das Smartphone übertragen werden. Das Smartphone wird dann auf dem Rad befestigt und funktioniert wie ein Navigationsinstrument, das die Radler mit einer Frauenstimme auf dem Rundkurs hält.

Eine Benchmark-Analyse habe ergeben, sagte der Redner, dass die begleitende Infrastruktur in den Haßbergen noch hinter dem Angebot führender Radregionen hinterher hinke. Die Qualität der Gastgeber sei teilweise noch nicht auf der Höhe der Zeit, Radverleih und Reparatur seien noch nicht im benötigten Umfang vorhanden.

Da viele Radfahrer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, empfahl Zimmer den Zuhörern auf der Web-Seite ihres Unternehmens auf die Erreichbarkeit ihres Ortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzuweisen. Man müsse den Gästen "die Angst vor Immobilität nehmen", so Zimmer. Zudem sei es heutzutage unumgänglich, online buchbar zu sein und auch auf Internetplattformen wie Facebook vertreten zu sein. Auch Werbung auf Instagram oder durch Blogger sollte man sich nicht verschließen, zumal diese Werbung kostenlos sei und ein breites Publikum erreiche.

Um seine Gäste zu begeistern, müsse man ihnen Unerwartetes bieten, wie beispielsweise eine Klo-Zeitung, eine dimmbare Leselampe oder statt der Gummibärchen auf dem Kopfkissen getrocknete Apfelchips. Am Ruhetag sollte ein Hinweisschild auf den nächstgelegenen geöffneten Übernachtungsbetrieb hinweisen. Es sei ein Irrglaube, dadurch Gäste zu verlieren, sagte Zimmer.

Qualität und Nachhaltigkeit würden in den Augen der Gäste immer wichtiger. Daher empfahl Zimmer, den Einkauf auf regionale Produkte auszuweiten. Regionalität sei für deutsche Verbraucher wichtiger als Bio.

Landrat Wilhelm Schneider outete sich in seinem Grußwort als begeisterter Radler, der noch ohne elektrische Unterstützung in die Pedale tritt. Die Tourismuszahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik seien für den Landkreis erfreulich. Ein besonderer Erfolg konnte nach seinen Angaben im August dieses Jahres verzeichnet werden: Ganze 7,7 Prozent mehr Touristen seien in diesem Monat mehr im Landkreis angekommen als im August letzten Jahres. Damit habe der Kreis Haßberge die größte prozentuale Steigerung an Gästeankünften in ganz Unterfranken erreicht, so Wilhelm Schneider.

Plus und Minus

Eine Analyse der unterfränkischen Radwege habe ergeben, dass die Qualität des Untergrundes der ausgeschilderten Themenradwege zu 93 Prozent mit gut bis sehr gut bewertet wurde. "Teilweise Probleme" räumte Schneider bei der Zahl der Einkehrmöglichkeiten ein, wenngleich in unserer Region im Frühjahr fünf Gasthäuser als "Heimatwirtschaften" ausgezeichnet wurden.

36 Ferienunterkünfte wurden in den Jahren 2018 und 2019 klassifiziert und erhielten eine Urkunde. Darunter wurden insgesamt siebenmal fünf, fünfzehnmal vier und vierzehnmal drei Sterne vom Deutschen Tourimusverband vergeben.

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