Kulmbach

Querdenken ausdrücklich erlaubt

Im Projekt "Smart City" erstellen Schüler visionäre Ideen, die das Leben im Jahr 2040 erleichtern könnten.
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Die E-Mobilität gehört zur Zukunft - das haben Kulmbacher Schüler längst erkannt. Symbolfoto: Foto: Uli Deck/dpa
Die E-Mobilität gehört zur Zukunft - das haben Kulmbacher Schüler längst erkannt. Symbolfoto: Foto: Uli Deck/dpa

In Kulmbach macht sich die Jugend von heute schon ganz konkret Gedanken über die Welt von morgen. "Smart City" heißt ein Projekt, in dem Jugendliche verschiedenster Schularten visionäre Ideen entwickeln, die das Leben im Jahr 2040 erleichtern könnten.

In der Universitätsstadt Kulmbach sei es gut möglich, dass die Studenten nicht mehr mit dem Privatauto anreisen und die Innenstadt in einen riesigen Parkplatz verwandeln, sondern mit leistungsstarken E-Bikes unterwegs sind, die an allen Ecken kostenfrei aufgeladen werden können. Nur eine der erarbeiteten Visionen.

Die Adalbert-Raps-Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein visionäres Mobilitätskonzept zu entwickeln. Auch verrückte Ideen sind erlaubt. Denn im Jahr 2040 hat die Zukunft schon längst begonnen.

Wohnen und mehr

Aber auch Jugendliche aus anderen Schulen machen mit. Die Max-Hundt-Schule möchte einen interaktiven Audioguide für die Kulmbacher Sehenswürdigkeiten entwickeln. Die Hans-Edelmann-Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pläne für ein neues Jugendzentrum zu entwerfen. Das Caspar-Vischer-Gymnasium beschäftigt sich mit einem "nachhaltigen Wohnkonzept unter Berücksichtigung der Neuansiedelung der Uni Bayreuth". Und die Carl-von-Linde-Realschule hat sich des Themas "smarte Parkbank" angenommen. Ob es sich dabei nur um eine Parkbank mit integriertem WLAN-Anschluss und Handyladebuchse handelt oder ob die Bank noch mehr Features für ihre "Gäste" bereithält, liegt in der Fantasie der Schüler. Vielleicht kann die Bank auch via Knopfdruck eine Pizza ordern, ein Anrufsammeltaxi bestellen oder Ähnliches.

"Ich finde es jedenfalls toll, dass die Schüler aktiv die Zukunft mitgestalten", sagt der Leiter des beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella. Mit im Boot bei "Smart City" sind das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft. "Am Ende soll es eine Bürgerversammlung geben. Bei den Zukunftsvisionen dürfen auch abgefahrene Ideen dabei sein - es ist ja eure Zukunft", macht Heike Pfeffer den Schülern Mut. Sie arbeitet beim Bildungswerk, das 1968 nach den Studentenunruhen in München gegründet wurde. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, Schülern Lust auf Technik zu machen. Innerhalb der letzten 15 Jahre wurden mehr als 700 Kooperationspartner gefunden. Selbst Kindergärten beteiligen sich schon an der Technikinitiative.

"Ihr müsst das machen"

Zum Auftakt war auch Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule und Wirtschaft anwesend. "Wenn ich an meine Ideen für 2040 denke, dann interessiert mich vielleicht nur noch, wie ich mit meinem Rollator vom Schulzentrum zur Eisdiele komme. Die Ideen, die ihr jetzt entwickelt, sind eure Zukunftsideen. Ihr seid in einer digitalisierten Welt aufgewachsen, ihr müsst es machen", sagte Pfitzner und ermutigte die jungen Leute, auch mutige Konzepte und Fantastereien zu verfolgen. "Querdenken ist ausdrücklich erlaubt."

Finanziert wird das Projekt vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie und vom Wirtschaftsministerium. Experten informieren die Schüler und helfen bei der konkreten Entwicklung der Ideen.

Zum Auftakt erläuterte Omid Atai, wie eine Bürgerversammlung vonstatten geht. Denn genau so eine Veranstaltung soll das Planspiel beenden.

Das Projekt "Smart City" wird Anfang Dezember fortgeführt und konkretisiert. Am Ende sollen die Ergebnisse dem Kulmbacher Oberbürgermeister und Vertretern des Wirtschaftsministeriums mitgeteilt werden.

Und möglicherweise sind ja auch Ideen dabei, die so aufgegriffen werden können ...

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