Geiselwind

Puma baut klimaneutralen Riesen

In Geiselwind baut der Sportartikelhersteller für 200 Millionen Euro ein neues Zentrallager. Beim Richtfest gestern stellten die Verantwortlichen vor allem die klimafreundliche Bauweise heraus.
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Aufmerksame Autofahrer dürften es längst bemerkt haben, wenn sie auf der A 3 an Geiselwind vorbeifahren. Am Ortsrand entsteht aktuell ein 70 000 Quadratmeter großer, grauer Bau. Er wird das neue Zentrallager des Sportartikelherstellers Puma.

Nachdem im Februar dieses Jahres der Grundstein für das Lager gelegt wurde, feierte Puma mit seinen vier Partnerfirmen am Donnerstagvormittag Richtfest. Aktuell arbeiten 180 Leute auf der Baustelle.

Die Firma Puma ist dabei lediglich der spätere Mieter des Zentrallagers, die Dietz AG der Bauherr. "Es ist unglaublich wichtig, sich auf seine Partner verlassen zu können", sagt Puma-Finanzvorstand Michael Lämmermann. Und das könne man bei dem aktuellen, 200 Millionen Euro teuren Bauvorhaben, die Zusammenarbeit sei sehr gut.

"Puma und Geiselwind: Das wird in Zukunft ein großer Name werden", verkündete am Donnerstag Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (FW). Sie freute sich sehr, dass sich Puma in der Gemeinde Geiselwind ansiedelt. "Das sind auch sehr, sehr viele Arbeitsplätze, die hier hinzukommen", sagte sie in ihrer Rede weiter.

Jobmotor in Geiselwind

Bis zu 500 Menschen sollen hier einmal arbeiten und Sportartikel nach ganz Europa verschicken. Wie Finanzvorstand Lämmermann erklärte, will Puma 122 000 Artikel in dem Lager vorrätig haben. Pro Jahr sollen dann 75 Millionen Artikel das Lager durchlaufen.

Bisher verlief der Bau reibungslos, wie Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG, erklärt. Bei dem gigantischen Projekt achte man darauf, möglichst klimafreundlich zu sein. Das Logistikzentrum werde nach "strengen Nachhaltigkeitsrichtlinien" entwickelt. Demnach werden ein effizienter Wasserverbrauch, der Umgang mit Energie und Atmosphäre, der Einsatz von Materialien und Ressourcen, die Innenraum-Luftqualität und eine innovative Bauweise bewertet.

Firma legt Wert auf Umweltschutz

"Wir begrünen eine große Fläche des Dachs", erklärt Dietz. Auf einer 14 000 Quadratmeter großen Dachfläche soll die Bienenpopulation gefördert werden. Außerdem sollen im Außenbereich 400 Bäume gepflanzt werden. "Wir sind stolz darauf, dass wir ein CO2-neutrales Gebäude erreichen", sagt Dietz. Dieses Ziel wirkt ambitioniert angesichts der Zahlen: Mehr als 250 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, fünf Kilometer Leitungen im Erdreich verlegt, insgesamt 7000 Fertigteile werden für den Rohbau angeliefert, 4000 von ihnen werden mit der Bahn transportiert, mit rund 1000 Lkw-Ladungen wird dann das Innenleben bestehend aus Regalen und Förderbändern angeliefert werden.

"Es ist ein einmaliges Gebäude, das hier in der Gemeinde entsteht", meint Ernst Nickel, Geiselwinds Bürgermeister (FW). Das Zentrallager ist damit Teil des Gewerbegebiets "Inno-Park", das 2016 erschlossen wurde.

Die Firma BLG Logistics wird das Zentrallager betreiben. Aktuell ist das Unternehmen bereits für das Puma-Lager im Schlüsselfelder Ortsteil Elsendorf zuständig. Im März 2020 will man die Schlüssel für das Gebäude in Geiselwind übergeben, ab 2021 soll das neue Lager in Vollbetrieb laufen.

Anfangs möchte man 200 bis 300 Mitarbeiter beschäftigen. Laut Andreas Hoetzel von BLG Logistics werde man allen rund 160 Mitarbeitern, die aktuell in Elsendorf beschäftigt sind, eine Stelle in Geiselwind anbieten. "Das wird ein langsamer Übergang werden", erklärte Hoetzel. Was allerdings aus dem Gebäude in Elsendorf wird, war am Donnerstag noch nicht bekannt.

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