Enchenreuth

Publikum verbeugt sich zweimal tief

Der Chor des Gesangvereins "Cäcilia" Enchenreuth und die Bläser des "Enchenreuther Blechs" interpretierten weihnachtliche Weisen in großartiger musikalischer Qualität und gestalteten einen ruhigen adventlichen Abend.
Artikel drucken Artikel einbetten
Einfache Choralsätze trug das "Enchenreuther Blech" zum Weihnachtskonzert bei. Fotos: Klaus Klaschka
Einfache Choralsätze trug das "Enchenreuther Blech" zum Weihnachtskonzert bei. Fotos: Klaus Klaschka
+1 Bild

"Perspektiven- wechsel" war das Zauberwort, das Pater Adrian Manderla zum Abschluss des Weihnachtskonzerts des Gesangvereins "Cäcilia" Enchenreuth traditionell am dritten Adventssonntag vorschlug - und dies auch gleich üben ließ: Nicht der Chor solle sich nach einem Konzert vor seinem Publikum verbeugen, sondern das Publikum vor dem Chor, schlug Pater Adrian vor.

Und so geschah es dann auch: Das Publikum in der vollbesetzten St.-Jakobus-Kirche verbeugte sich zweimal tief vor dem Chor, der abermals eine eineinhalbstündige Wanderung durch die traditionelle Chormusik zur Weihnachtszeit unternommen hatte - und das abermals in bestechender Qualität.

"Perspektivenwechsel" ist auch der Titel eines Gedichtes von Iris Macke, das Pater Adrian vortrug, das, je nach der Reihenfolge der einzelnen Sätze, das genaue Gegenteil aussagt: "Advent heißt warten?" Der Advent soll ruhig und besinnlich sein, und doch ist er alle Jahre Hektik und Eile. Es geht nur noch von Veranstaltung zu Lieferterminen zu Feiern ... Doch: "Advent heißt warten!" - eben auf die Geburt des Heilands.

In diesem zweiten Sinn gestaltete der Männerchor im Wechsel mit den Bläsern des "Enchenreuther Blechs", beide unter der Gesamtleitung von Bernd Ring, einen ruhigen adventlichen Abend mit bekannten und auch berühmten Gesängen zur Vorweihnachtszeit. Ohne Glanz, Gloria und Pomp, sondern in Erinnerung an die kleinen und feinen von Generation zu Generation überlieferten Lieder, die man in der heutigen Zeit immer weniger in den heimischen Stuben singt, die man allenfalls noch aus der Konserve über sich rieseln lässt, von denen man aber in "Kauf-Geschenke-Tempeln" mit rhythmischer Verstärkung fast schon belästigt wird.

Die Enchenreuther Tradition kommt nicht von ungefähr: Seit 300 Jahren gab es in Enchenreuth eine Stiftung, die gewährleistete, dass jedes Jahr vier Bläser und zwei Streicher Instrumentalunterricht erhalten konnten, damit es in St. Jakobus immer Musiker gab, die die Liturgie mitgestalten würden.

In diesem Sinne pflegt der Gesangverein "Cäcilia" auch weiterhin die dezenten Lieder der Volksfrömmigkeit und trägt diese in ausgesprochen großartiger musikalischer Qualität vor.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren