Laden...
LKR Haßberge

Prunkvolle Gäste an der Krippe im Stall

Während viele Menschen den Festtagsschmuck abbauen, blicken Krippenfreunde im Landkreis jetzt auf die prachtvollste Weihnachtsszene.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Rathauskrippe in Ebern huldigen die Weisen aus dem Morgenland dem Neugeborenen.  Fotos: Eckehard Kiesewetter
In der Rathauskrippe in Ebern huldigen die Weisen aus dem Morgenland dem Neugeborenen. Fotos: Eckehard Kiesewetter
+2 Bilder

Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge — Viele bauen ihre Weihnachtsdekoration und damit auch die Krippen daheim am Montag wieder ab, für andere aber geht es jetzt erst richtig los, denn mit dem Einzug der Könige, dem "Vollbild", wie es Krippenfreunde nennen, entfaltet die Darstellung der Geburt Christi erst ihre ganze Pracht.

Wenn die Könige schon zu Weihnachten an der Krippe stehen, dann ist das "eigentlich nicht korrekt", sagt Armin Dominka, ebenso wenig, die Krippen bereits an Dreikönig abzubauen. Aus dieser Überzeugung heraus lässt der 70-Jährige, der selbst vom Geburtsdatum her ein "Christkind" ist, seine Krippen bis Mariä Lichtmess (2. Februar) aufgebaut.

Bisher blieben die Könige bei ihm zu Hause versteckt im Hintergrund der Krippenlandschaft, waren unterwegs, um ab Sonntag im Mittelpunkt zu stehen, dem Jesuskind zu huldigen und und ihre Geschenke darzubringen. Dominka ist seit mehr als 35 Jahren Kopf der Krippenfreunde im Raum Ebern. Daheim, wie auch bei Krippenausstellungen im Raiffeisensaal, baut er immer wieder andere Krippenszenen aus unterschiedlichen Ländern und Materialien auf. Aktuell ziert eine Figurengruppe aus Lindenholz sein Wohnzimmer, die demnächst auch noch die Flucht nach Ägypten zeigen wird.

Die Dekorateure kommen

Eine Flucht ganz anderer Art erlebt Klaus Kneuer alljährlich. Zehn Jahre sind es inzwischen, in denen er den Krippenweg in den Zeiler Geschäften gestaltet. Seit dem Beginn der Adventszeit sind zwölf seiner Krippen bei verschiedenen Geschäften in der Innenstadt zu sehen, unter anderem auch im FT-Schaufenster.

Aber nur noch bis zu diesem Wochenende, denn dann wollen die Geschäftsleute die Weihnachtszeit aus den Läden räumen und die Frühjahrsdekoration einziehen lassen. Dies ist ein Grund, warum der 66-jährige Kneuer die Krippen jeweils komplett anliefert, die Könige also bereits zum Auftakt der Weihnachtszeit an der Krippe stehen lässt.

Im Advent hat Kneuer bei der Kontrolle einer seiner Krippen im Schuhhaus Minnich festgestellt, dass das Jesuskind aus dem Strohbett verschwunden war. Wie sich herausstellte, hatte ein Kind bemerkt, dass das Kind viel zu früh in der Krippe lag. Die Verkäuferin nahm es daher aus der Krippe und bewahrte es bis Heiligabend unter Verschluss auf, um es rechtzeitig zur Geburt wieder hineinzulegen. "Ein schönes Erlebnis", findet Kneuer und erfreut sich an der aufmerksamen Beschäftigung mit seinen Krippen.

Auch privat lässt der Zeiler, der seit 30 Jahren mit seinen Krippen und Zubehör auf Märkten unterwegs ist, die Weisen aus dem Morgenland von Anfang an vor dem Jesuskind stehen. "Die gehören mit dazu", findet er, "und das wollen die Enkel so haben", wenn sie zu Weihnachten ins Haus kommen.

Wechselnde Krippenszenen

In den sehenswerten Großkrippen in Knetzgau und Ebern (jeweils vor dem Rathaus und im Rathaushof) und in beiden Kirchen erlebt der Besucher wechselnde Krippendarstellungen.

In Knetzgau ist dafür Walter Märkl zuständig. In seinem, wie er sagt, "kleinen Krippenmuseum" daheim (er besitzt an die 100 Krippen) haben die Könige erst am Wochenende ihren Auftritt. "Das gehört sich einfach so", findet der 78-Jährige, der seine Krippen mehrmals in der Saison umbaut. Da ist die Verkündigung, der Auftritt der Base Elisabeth, die Herbergssuche, die Heilige Nacht mit der Verkündung der Hirten, die Anbetung durch die drei Könige.

Wenn man wolle, so der Sammler, der seit der Kindheit von Krippen fasziniert ist, könne man weitermachen mit der Hochzeit zu Kana, mit Osterkrippen und Jahreskrippen mit diversen christlichen Szenen.

Neue Herausforderungen

"Alles zu seiner Zeit", findet Erich Wolfert, der sich seit Mitte der 80er Jahre bei den Krippenbaufreunden in Ebern engagiert und Ausstellungen mitorganisiert. Er sieht das pragmatisch: Bei ihm ist zu Weihnachten bereits alles in der Krippe drin, der Christbaum wird nach Dreikönig aus der Wohnung befördert und die Krippen dann, je nach Umfang der Aufbauten, in den nächsten Tagen abgebaut und verstaut. Als Rentner kann man sich das einteilen, sagt der 71-Jährige, der vor allem für seine Malerei Platz benötigt. Denn "es geht schon wieder schwer auf Fasching zu", und da setzt der Kulturring auf die Künste des arrivierten Kulissenmalers.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren