Herzogenaurach

Projektpreis für Cornelia Götz

Der Kulturausschuss hat beschlossen, dass die Sopranistin Cornelia Götz den Projektpreis von "hin&herzo 2019" bekommt. Gewürdigt wird ihre mit einer Lichtinstallation kombinierte Gesangsdarbietung "Seelengesang".
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"hin&herzo - Das Kulturfestival", das am letzten Septemberwochenende zum zweiten Mal in Herzogenaurach stattfinden wird, wirft mit der Entscheidung über den ersten "hin&herzo-Projektpreis" seinen Schatten voraus. Der Kulturausschuss des Stadtrats ist in seiner Sitzung am Donnerstagabend der Empfehlung der Jury des mit der Programmerstellung beauftragten Kernteams gefolgt und hat einstimmig beschlossen, den "hin&herzo-Projektpreis 2019" an Cornelia Götz für ihr Gesangsprojekt mit Lichtinstallation "Seelengesang" zu verleihen. Darauf weist Helmut Biehler, der Leiter Kultur im Herzogenauracher Rathaus, in einer Pressemitteilung hin.

Cornelia Götz stammt aus Stuttgart und studierte in Karlsruhe, Wien und München, bis sie mit ihrer Stimme am Opernhaus in Nürnberg für drei Jahre im Erstengagement brillieren konnte. Zwischenzeitlich ist sie eine national und international gefragte Sopranistin. In Herzogenaurach wirkte sie mehrmals bei Aufführungen mit dem Philharmonischen Chor in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena mit. In Herzogenaurach hat sie auch gewohnt, bis sie nach Nürnberg zog.

Königin der Nacht

Im Jahr 2009 gastierte sie unter anderem in Athen, an der Opéra Bastille und in Beaune, wo sie in einer konzertanten Aufführung von Mozarts "Cosi fan Tutte" als Fiordiligi zu hören war und den Sopranpart in Mozarts Requiem gestaltete. Seit der Spielzeit 2009/2010 war sie mit fünf Partien als festes Ensemblemitglied an der Semperoper Dresden zu hören. Sie gestaltete dort die Partien Konstanze ("Die Entführung aus dem Serail"), Gretel ("Hänsel und Gretel"), Cleopatra ("Julius Caesar in Ägypten"), Sophie ("Der Rosenkavalier") und die Königin der Nacht ("Die Zauberflöte").

Im Metropolian Opera House

Zum Jahreswechsel 2006/07 debütierte sie unter der musikalischen Leitung von James Levine mit der Partie der Königin der Nacht in Mozarts "Zauberflöte" am Metropolitan Opera House New York. Seither war sie laut Pressemitteilung an allen namhaften Opernhäusern Deutschlands, Europas, Amerikas und selbst Japans zu erleben.

Cornelia Götz ist im Opern-, Konzert- und Oratorienfach zu Hause und dem Lied zugewandt. Sie liebt die Bandbreite verschiedenster Musikrichtungen bis zum Jazz. Seit drei Jahren komponiert die Sängerin Liebeslieder, zeitkritische, philosophische und religiöse Songs und präsentiert diese Lieder auf Konzerten, bei denen sie sich selbst am Klavier oder auf der Gitarre begleitet.

Seit einigen Jahren unterrichtet Cornelia Götz zudem Klassischen Gesang. In Meisterkursen in Monterrey/Mexico 2016/17 und Gesangskursen bei der Fränkischen Kammermusikakademie 2017 und 2018 gab sie gerne wertvolle gesangstechnische und interpretatorische Tipps an Studierende und interessierte Sänger und Sängerinnen weiter. In der aktuellen Spielzeit ist Cornelia Götz unter anderem wieder im Theater der Stadt Bremen als "Königin der Nacht" in der "Zauberflöte" zu erleben.

Etwas völlig Neues

Die Jury und der Kulturausschuss würdigte bei der Bewertung insbesondere, dass sich bei ihrem Projekt "Seelengesang" zwei Kunstbereiche - Musik und Lichtinstallation - zu etwas völlig Neuem ergänzen, das zudem von Anfang an als Unikat konzipiert sei. Durch das Element der Improvisation würde keine Wiederholung des Projekts mit einer vorhergehenden Aufführung identisch sein. Improvisation - das heißt die Entstehung des Werks im Augenblick - setze, so die Jury, ein hohes Maß an Phantasie (das Thema des diesjährigen Festivals) zwingend voraus und biete sich deshalb als Umsetzung des Festivalthemas ideal an, heißt es in der Begründung.

Inspiration zur Performance

Die Veränderung des Aufführungsortes, vom Pavillon in die Kirche, rege durch eine geschickte künstlerische Lichtgestaltung neben der Gesangsdarbietung auch die Phantasie der Zuhörer durch weitere Sinneswahrnehmungen zusätzlich an. Der Raum werde neu entdeckt und inspiriere die Besucher der Performance. Der Jury war dabei durchaus bewusst, dass ein derartiges Projekt polarisieren kann. Auch deshalb sieht das Konzept des Projekts vor, dass die Verweildauer den Teilnehmern freigestellt ist.

Cornelia Götz beschreibt ihr Projekt so: "Sind Sie schon einmal ganz alleine in einer Kirche gesessen, und plötzlich begann jemand auf der Orgel zu spielen? Ohne dass Sie es erklären könnten, erlebten Sie: Alles, was davor war, wurde durch die Klänge für eine kurze Zeit unwichtig, und Sie entdeckten einen besonderen Moment ganz mit sich selbst."

Musik und Meditation

Und weiter: "Stellen Sie sich nun vor, Sie könnten in eine Kirche gehen - wüssten, dass da jemand singen würde - nichts, was komponiert wäre, sondern, was der Moment gerade suchen und finden würde. Und Sie könnten einfach hineingehen, so lange lauschen, wie Sie Lust hätten, und dann wieder gehen. Es würde Ihnen vielleicht Kraft geben, vielleicht neue Gedanken in Ihnen Raum geben, Sie vielleicht auch einfach nur kurz Auftanken lassen."

Ihr Thema "Seelengesang" bezeichnet Cornelia Götz als Musik und Meditation, als ein Erleben von Zeit und Raum und Bei-sich-selbst-Ankommen.

Zugleich seien es Augenblicke der Berührtheit mit den Elementen des Seins. Götz: "Es gibt keine Regel, kein Konzept und lebt von der Reinheit des Moments, in dem es geschieht. Berührend und beruhigend zugleich." red

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