Herzogenaurach

Projektchor hat Jubiläum

Gegründet hat Ronald Scheuer den Chor vor 25 Jahren. In der Stadtpfarrkirche wurde aus diesem Anlass das Oratorium Joshua von Georg Friedrich Händel aufgeführt.
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Der "Philharmonische Chor Herzogenaurach" sang zum Jubiläum. Auch das Orchester und vier Solisten wirkten mit.  Foto: Manfred Welker
Der "Philharmonische Chor Herzogenaurach" sang zum Jubiläum. Auch das Orchester und vier Solisten wirkten mit. Foto: Manfred Welker

Herzogenaurach — Vor 25 Jahren, 1994, erblickte der "Projektchor Herzogenaurach", der Vorläufer des "Philharmonischen Chors Herzogenaurach", das Licht der Welt. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde in der Stadtpfarrkirche Herzogenaurach das anspruchsvolle Oratorium Joshua von Georg Friedrich Händel aufgeführt.

Der Projektchor Herzogenaurach wurde 1994 von Ronald Scheuer gegründet und benannte sich 2008 in Philharmonischer Chor Herzogenaurach um. Er pflegt ein äußerst fruchtbares Zusammenwirken mit Berufsmusikern und wirkt seit der Gründung von "Klassik am See" im Jahr 2003 meistens bei den Open-Air-Konzerten am Dechsendorfer Weiher mit.

Ronald Scheuer ist Initiator und mehrmaliger Dirigent von "Klassik am See" und künstlerischer Vorstand des Vereins Klassikkultur. Scheuer studierte nach einer frühen pianistischen Ausbildung bei Natalie Tuvik Schulmusik an der Musikhochschule München, Musikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, privat Cembalo bei Prof. G. Wilson und erweiterte seine dirigentischen Studien bei Ljubka Biagioni und Enoch zu Guttenberg. Eine Konzerttätigkeit als Dirigent, Pianist und Cembalist schloss sich an seine Ausbildung an.

Scheuer ist unter anderem Mitbegründer und Erster Dirigent der "Jungen Philharmonie Erlangen". Für das Konzert in Herzogenaurach hatten Scheuer und der Chor vier Solisten verpflichtet: Karin Küsswetter (Sopran) begann ihre Laufbahn im Bereich Alte Musik, erweiterte den Bereich aber um den lyrischen Koloratursopran. Dadurch reicht ihr Repertoire von der Neuinterpretation wiederentdeckter alter Werke bis hin zur Uraufführung moderner Werke.

Gefragter Kammermusiker

Franz Vitzthum (Altus) begann mit dem Gesang bei den Regensburger Domspatzen, danach absolvierte er ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Köln. Er wirkt an zahlreichen Opern- und Oratorienproduktionen mit. Daneben ist er gefragter Kammermusikpartner.

Julian Orlishausen (Bass) begann mit dem Gesang beim Windsbacher Knabenchor, sein Gesangsstudium führte ihn an die Hochschule für Musik in Würzburg. Gast war er beim Festival "Fränkischer Sommer". In Herzogenaurach war er bereits für zwei Werke von Georg Friedrich Händel, dem "Alexanderfest" und "Samson".

Auch Philip Farmand (Tenor), war bereits als Solist bei einem Konzert in Herzogenaurach. Er erhielt seine musikalische Grundausbildung am Christian-Ernst-Gymnasium in Erlangen. Daran schloss sich das Gesangsstudium an der Musikhochschule Köln an.

Begleitet wurden die Solisten vom Orchester La Banda, einer Formation mit wechselnder Besetzung, das sich der Aufführung mit historischen Instrumenten verpflichtet hat. Die Spanne reicht hierbei von Werken der Komponisten Claudio Monteverdi über Jan Dismas Zelenka bis hin zu Georg Friedrich Händel.

Von Italien beeindruckt

Der Komponist des Abends, Georg Friedrich Händel, verbindet in seinem Schaffen die gediegene Satzkunst eines deutschen Organisten mit einem in Italien geschulten Empfinden für gefällige Melodik und durchsichtigen Klanglichkeit. Auch seine Opern und Oratorien knüpfen an italienische Vorbilder an. Seine Oratorien zeugen von starkem religiösen Gefühl, sind aber nicht für den kirchlichen Gebrauch bestimmt und als geistliche Opern anzusprechen. Nach seinem Wirken als Organist der Schlosskirche zu Halle, war er in Hamburg, der damals ersten Musikstadt Deutschlands, Geiger und Cembalist, wo er seine ersten Opern schrieb.

Das Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solisten in Herzogenaurach wurde mit einem langanhaltenden Applaus honoriert. Es ist zu hoffen, dass auch im nächsten Jahr wieder eine Aufführung folgen wird.

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