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neuenmarkt.inFranken.de  Fünf Persönlichkeiten wurden für ihre Leistungen in den Kategorien Soziales, Kultur und Denkmalpflege ausgezeichnet.

Preisträger der Oberfrankenstiftung

Einmal im Jahr zeichnet die Oberfrankenstiftung Persönlichkeiten und Institutionen für hervorragende Leistungen in den Kategorien Soziales, Kultur und Denkmalpflege aus. Die Verleihung fand im histori...
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Die Preisträger mit den Laudatoren (von links): Daniel und Corinna Rudolph, Günter Dippold, Heidrun Piwernetz, Karla Fohrbeck, Alexandra und Gernot Hesselbarth, Peter Landendörfer und Günther Denzler Fotos: Werner Reißaus
Die Preisträger mit den Laudatoren (von links): Daniel und Corinna Rudolph, Günter Dippold, Heidrun Piwernetz, Karla Fohrbeck, Alexandra und Gernot Hesselbarth, Peter Landendörfer und Günther Denzler Fotos: Werner Reißaus
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Einmal im Jahr zeichnet die Oberfrankenstiftung Persönlichkeiten und Institutionen für hervorragende Leistungen in den Kategorien Soziales, Kultur und Denkmalpflege aus. Die Verleihung fand im historischen Lokschuppen des Deutschen Dampflokomotiv-Museums statt. Die Preisträger sind Peter Landendörfer (Soziales), Karla Fohrbeck (Kultur) und Corinna und Daniel Rudolph sowie Gernot Hesselbarth (Denkmalpflege).
Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, zugleich Vorsitzende des Stiftungsrates der Oberfrankenstiftung, verwies darauf, dass der Ort der Preisverleihung nicht von ungefähr gewählt wurde, denn die Oberfrankenstiftung hat die Entwicklung des DDM mit nahezu 3,4 Millionen Euro gefördert: "Hier, am Fuße von Europas erster Eisenbahnsteilstrecke, der ,Schiefen Ebene', entstand das größte und bedeutendste Spezialmuseum seiner Art in der Bundesrepublik Deutschland - ein Leuchtturm für Oberfranken. Und das Geld ist gut angelegt." Musikalisch wurde die Preisverleihung vom Ensemble "Barfly" aus Kulmbach.
Die Oberfrankenstiftung hat 2017 für die Projektförderung rund 17,5 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt. Ein großer Teil der Zuwendungen fließt in den Erhalt von Denkmälern. 2017 waren dies 5,8 Millionen Euro, die zusätzlich zu den staatlichen Förderprogrammen ausgereicht werden. Für die Kultur wurden 2017 von der Oberfrankenstiftung 10,4 Millionen Euro Zuschüsse bewilligt. 3,5 Millionen Euro wurden für soziale Projekte und Investitionen bewilligt. Die vier oberfränkischen Hochschulen wurden 2017 mit 2,9 Millionen Euro unterstützt.
Die Laudatio auf Karla Fohrbeck hielt Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Sie verwies auf die Verbundenheit der Preisträgerin zu "ihrem" Jean Paul, den sie als Luftschiffer Giannozzo an ihr Haus in Neudrossenfeld malen ließ. Karla Fohrbeck wuchs in Bayreuth auf. Die spätere Schul- und Kulturreferentin von Nürnberg kehrte nach ihrer beruflichen Laufbahn nach Oberfranken zu ihren Wurzeln zurück und brachte hier viele Projekte voran.


Jean Paul im Blickpunkt

Piwernetz erinnerte an das Jean-Paul-Jubiläum, das Karla Fohrbeck früh als Chance erkannte, den sperrigen, heute schwer zu lesenden Schriftsteller ins Bewusstsein zu rücken. Aber auch den anderen großen Bayreuthern widmete sich Fohrbeck, der Markgräfin Wilhelmine im Vorfeld ihres 300. Geburtstags und Richard Wagner anlässlich seines 200. 2014 nahm sie neue Vorhaben in Angriff. Die evangelischen Kirchen des einstigen Markgrafentums, in barocker Pracht ausgestattet von Bayreuther Hofkünstlern, hatten es ihr angetan. Piwernetz: "Dass heute ,Markgrafenkirchen' ein fester Begriff sind, haben wir Dr. Karla Fohrbeck zu verdanken."
Den Sozialpreisträger Peter Landendörfer würdigte Bezirkstagspräsident Günther Denzler. Landendörfers Einsatz, der seit mehr als 40 Jahren in Heiligenstadt lebt und dort seine Praxis als Allgemeinarzt aufgebaut hat, gilt dem sozialen Bereich. Schwerpunkte sind die Leitung des Caritasverbandes im Landkreis Bamberg, die Betreuung des jährlich stattfindenden Pilgerzuges von 50 geistig und körperlich schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen nach Lourdes und sein Einsatz für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum und die Seniorenarbeit.
Auf Corinna und Daniel Rudolph (Denkmalpflege) hielt Bezirksheimatpfleger Günter Dippold die Laudatio. Sie hätten aus einem verwahrlosten Frankenwaldhaus in Mitwitz wieder ein Schmuckstück gemacht. Eine Besonderheit der aufwendigen Arbeiten stellt die Restaurierung der mittlerweile zu einer Seltenheit gewordenen Schiefermalerei in Stannioltechnik dar.
Gernot Hesselbarth habe ein weiteres ortsbildprägendes Kleinod mit viel Idealismus geschaffen. Weitgehend in Eigenleistung wurde das über 300 Jahre alte Gerberhaus in Lichtenfels von seinem Korsett aus Eternitplatten befreit und zeigt nun wieder sein stolzes Fachwerk.
Werner Reißaus
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