Coburg
Die Kritiker

"Praktizierte Desinformation und Versagen"

Schwere Vorwürfe gegen den Vorstand und die Geschäftsführung des Vereins Hilfe für das behinderte Kind Coburg erheben jetzt der ehemalige Vorsitzende (1975 bis 1989) Rolf-Jürgen Freese, der ehemalige ...
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Dirk Scharenberg und Heinz Fehling (es fehlt Rolf-Jürgen Freese) kritisieren Vorstand und Geschäftsführung vom Verein Hilfe für das behinderte Kind. Foto: Christiane Lehmann
Dirk Scharenberg und Heinz Fehling (es fehlt Rolf-Jürgen Freese) kritisieren Vorstand und Geschäftsführung vom Verein Hilfe für das behinderte Kind. Foto: Christiane Lehmann
Schwere Vorwürfe gegen den Vorstand und die Geschäftsführung des Vereins Hilfe für das behinderte Kind Coburg erheben jetzt der ehemalige Vorsitzende (1975 bis 1989) Rolf-Jürgen Freese, der ehemalige Geschäftsführer des Vereins Heinz Fehling und der ehemalige Internatsleiter Dirk Scharenberg.
"Wir sind entsetzt über die seit Jahren praktizierte Desinformation und das offensichtliche Versagen von Vorstand und Geschäftsführung hinsichtlich der erfolgreichen Führung der Geschäfte des Vereins", formulieren die drei in einem Schreiben ans Tageblatt.
Den Weg an die Öffentlichkeit würden sie wählen, da ihnen auf schriftliche Anfragen vom Vorstand nicht geantwortet worden sei. "Wir sind mit Herzblut immer noch Mitglieder und es tut uns richtig weh, die desaströse Situation, in der sich der Verein befindet, zu sehen", unterstreicht Fehling das Engagement.
Obwohl Wirtschaftsprüfer bereits seit 2013 auf die bedrohliche Lage in den Prüfungsberichten hingewiesen hätten, habe der Vorstand seine Mitglieder nicht über die hohen Defizite informiert.
Dem widersprechen der Vorsitzende Ulrich Eberhard-Schramm und Geschäftsführerin Karolin Netschiporenko aufs Schärfste. Immer wieder in der Geschichte des Vereins habe es finanzielle Engpässe gegeben. Die Dimension jetzt sei nicht absehbar gewesen. Problem ist der verzögerte Internatsbau, da die Einnahmen von fast 20 Kindern fehlen, die zur Zeit nicht unterkommen.
Was die Informationspolitik betrifft, nennen die beiden Verantwortlichen zwei informelle Mitgliederversammlungen, bei denen über die ersten Gespräche mit der Diakonie berichtet wurde. An acht Runden Tischen wurden die Fragen der Mitglieder beantwortet. Explizit Heinz Fehling sei immer wieder über Zahlen und Fakten aufgeklärt worden. Dennoch habe er den Antrag auf eine erneute Prüfung durch Unternehmensberater im November 2017 gestellt und damit die Holding letztendlich verhindert.
Auch will sich der Vorsitzende keine schlechte Stimmung im Verein nachsagen lassen. Es gebe Probleme und es gebe Kritiker, aber das Betriebsklima sei sehr gut. "Wofür auch die geringe Fluktuation spreche", bestätigt Franz Schön. Viele Mitarbeiter seien Jahrzehnte beim Verein beschäftigt. "Wir haben keinen Grund, am guten Leumund von Geschäftsführung und Verein zu zweifeln", sagt Dekan Kirchberger abschließend.


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