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Ebelsbach

Prägende Gebäude neu belebt

In Ebelsbach beriet der Gemeinderat über Seniorenwohnungen und die Umnutzung des alten Baywa-Gebäudes.
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Die ehemalige Apotheke in der "Herrensteige" soll eine "Tagespflege-Einrichtung für Senioren" werden.
Die ehemalige Apotheke in der "Herrensteige" soll eine "Tagespflege-Einrichtung für Senioren" werden.
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Während in anderen Gemeinden Leerstände zunehmend zum Problem werden, freut man sich in Ebelsbach darüber, dass zwei große Leerstände nun mit Leben erfüllt werden. Der Gemeinderat behandelte die Vorhaben bei seiner Sitzung am Mittwoch.
Zunächst standen Baupläne an, die teils nur mit einer großen Anzahl von Befreiungen positiv beschieden werden konnten. Dazu regte Christian Zehendner an, dass sich die Gemeindeverwaltung über die Richtlinien Gedanken machen müsse. Im Gremium stieß er auf Zustimmung. Bürgermeister Walter Ziegler meinte, dies sei nur bei künftigen Bebauungsplänen möglich, worin ihm Mathias Strätz von der Bauverwaltung Recht gab: "Bei der Aufstellung des nächsten Bebauungsplanes sollten wir wirklich die Festsetzungen diskutieren und möglichst wenig festlegen. Dann ist auch für die Bauherren ein Freistellungsverfahren möglich."
Für zwei Gebäude, die lange leer standen, wurde eine Nutzungsänderung beantragt. So werden die ehemalige Apotheke und die Arztpraxis in der Herrensteige zu einer Tagespflege-Einrichtung für Senioren und zu einer Einliegerwohnung umgebaut. Bauliche Veränderungen am Äußeren des Gebäudes sind damit kaum verbunden. Innen wird eine Behindertenhebebühne eingebaut. Dem wurde zugestimmt.
Auch die ehemalige Baywa-Lagerhalle in der Bahnhofstraße wird saniert. Der Gemeinderat stimmte der Umnutzung zu: Hier finden ein Verkaufsraum für Einzelhandel und ein Friseurstudio Platz. Von außen her wird das Gebäude kaum verändert, nur Rampe und Treppenabgang werden umgebaut. Hierzu wurde das Einvernehmen erteilt.


Arbeiten sind schon im Gang

Bürgermeister Walter Ziegler meinte, dass der Eigentümer schon recht fleißig bei der Arbeit sei und dort ein Küchenstudio eingerichtet werde. Dies führte bei einem Ratsmitglied zu Verwunderung: "Küchenstudio und Friseurstudio?" Der Bürgermeister löste die Frage humorvoll auf: "Die Männer suchen die Küche aus, und die Frauen gehen zum Friseur."
Anders sah es mit der Nutzungsänderung der Maschinenhallen als Unterstand für Wohnmobil, Wohnwagen und Pkw-Anhänger als Winterquartier in der Schönbachsmühle aus.
Sachbearbeiter Mathias Stretz erinnerte daran, dass das Gebäude 1973 als Feldscheune errichtet wurde und 1991 der hintere Teil als Maschinenhalle dazu kam. Es handelt sich um einen Außenbereich, und somit ist das Vorhaben nur für landwirtschaftliche Nutzung genehmigt worden.


Nur Landwirtschaft ist privilegiert

Die beantragte Nutzungsänderung hat laut Stretz aber mit Landwirtschaft nichts mehr zu tun. Dazu kommt, dass es sich hier um einen schutzwürdigen und wassersensiblen Bereich handelt. Stretz: "Hier muss man sich schon überlegen, dass man mit einer Genehmigung einen Präzedenzfall schaffen würde."
Helmut Schöpplein wandte ein, dass auch an anderer Stelle in der Gemeinde Feldscheunen für Unterstellhallen genutzt würden. Hätte der Antragsteller dieses Vorhaben nicht mitgeteilt, hätte die Gemeinde sein Vorhaben gar nicht mitbekommen.
Christian Zehendner befürchtete hingegen, das eine Tür geöffnet wird. So könnte man ja eine landwirtschaftliche Maschinenhalle bauen, um sie dann fünf Jahre später gewerblich zu nutzen. Zweiter Bürgermeister Martin Horn hielt fest, es sei eine "privilegierte Halle im Außenbereich, die landwirtschaftlich genutzt wird"; auch er befürchtete, die Nutzungsänderung könnte Schule machen.
Die Räte diskutierten rege. Die eine Meinung lautete: "Man sollte es genehmigen, damit das Gebäude nicht verfällt" (Reinhold Strätz); die andere: "Lieber eine Möglichkeit, Wohnmobile unterzustellen, als in Ebelsbach an jeder Straßenecke ein solches am Straßenrand" (Helmut Schöpplein). Am Schluss wurde die Nutzungsänderung mit 10:5 Stimmen abgelehnt.