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Poxdorf und Effeltrich in Zukunft

Wie das Gesicht der beiden benachbarten Gemeinden in 15 Jahren aussehen könnte, wollten viele Einwohner wissen. Sie informierten sich auf der ISEK-Abschlussveranstaltung.
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Bei der Priorisierung der Projekte: Hier die Effeltricher Gemeinderäte Gerd Wessels und Susanne Lasch-Siebold (beide DEL) Foto: Dagmar Niemann
Bei der Priorisierung der Projekte: Hier die Effeltricher Gemeinderäte Gerd Wessels und Susanne Lasch-Siebold (beide DEL) Foto: Dagmar Niemann
Trotz des stürmisch-regnerischen Wetters fanden sich erstaunlich viele Bewohner der beiden Partnergemeinden Effeltrich und Poxdorf in der Effeltricher Schulturnhalle ein, um sich über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die künftige Ortsgestaltung zu informieren. Der Planungsprozess für dieses städtebauliche Konzept war im Frühjahr 2016 begonnen worden. Federführend damit befasst war das Büro für Städtebau und Architektur HWP unter Leitung von Hartmut Holl.
Dieses Büro legte von Anfang an großen Wert darauf, dass die Einwohner bei Veranstaltungen ihre Ideen und Wünsche einbringen konnten. Nach zahlreichen Besprechungen, Ortsbegehungen und Gemeinderatssitzungen zum Thema liegt das fertige Konzept auf dem Tisch.
Darin enthalten sind Projektbeschreibungen und Umsetzungsvorschläge zu den sieben Handlungsfeldern Ortskernentwicklung, Wohnraumangebot, Sicherung der Nahversorgung, Mobilitätsversorgung, Naherholung und Freizeit sowie Interkommunale Zusammenarbeit. Hartmut Holl stellte das Konzept selbst vor, wobei er auf einige Aspekte ausführlicher einging: beispielsweise auf den auszulobenden Architekturwettbewerb zur Ortskerngestaltung im Umfeld des Effeltricher Rathauses und die Neugestaltung des Platzes an der Linde, dem eine barrierefreie Pflasterung, eine bessere Beleuchtung und Parkplätze bzw. Fahrradabstellplätze in der Nähe fehlen.


Ortbildprägendes erhalten

Den Poxdorfern legte er ans Herz, Gebäude mit alter Bausubstanz, wie etwa das ehemalige Raiffeisengebäude, das Schwedenhaus oder die alte Mühle nicht leichtfertig aufzugeben, und die lokale Besonderheit der vielen Baumschulen dahingehend zu nutzen, dass etwa ein Baumschulmuseum geschaffen oder eine jährliche Gartenmesse mit einem "Tag der offenen Tür" aller Baumschulen veranstaltet werde.
In Bezug auf Gaiganz stand die Mobilitätsverbesserung durch Bürgerbus und Radwegverbindungen im Vordergrund, aber auch ein neues Freizeitareal und eine Gedenkstätte für Hans Wölfel, den Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Bei den Fragen der Poxdorfer und Effeltricher ging es um den Zeitplan für den Bau des zwischen Poxdorf und Effeltrich geplanten Lebensmittelmarktes, um Seniorenprojekte, um die Umgehungsstraße und vor allem um die Kosten der ISEK-Maßnahmen. Dazu erläuterte der Poxdorfer Bürgermeister Paul Steins, dass die im Entwicklungskonzept festgeschriebenen Maßnahmen ein Programm für die nächsten zehn bis 15 Jahre darstellen. Im Übrigen sei die Teilnahme an dem ISEK-Projekt die Voraussetzung dafür, dass die Gemeinden überhaupt staatliche Förderung für örtliche städtebauliche Maßnahmen erhalten könnten.
In welcher Reihenfolge die verschiedenen Vorhaben angepackt werden sollen, werde erst noch von den jeweiligen Gemeinderäten zu entscheiden sein. In Bezug auf die Frage der Priorisierung konnten die Zuhörer ihre Meinung einbringen: Jeder erhielt sechs grüne Klebepunkte, mit denen er auf Plakaten an den Wänden der Turnhalle seine bevorzugten Projekte kennzeichnen konnte.


Mehr Wohnraum gewünscht

Ein rascher Überblick ergab, dass für die Effeltricher der Rathausplatz, der innerörtliche Verkehr und das Wohnraumangebot vorrangig sind.
Bei den Poxdorfern steht die Entwicklung des alten Raiffeisengebäudes ganz oben auf der Dringlichkeitsliste, gefolgt vom Umbau der Grundschule und dem Neubau der Kita. Sehr am Herzen liegt den Bewohnern beider Gemeinden das Hochwasserproblem; hier wünschen sie sich einen Runden Tisch und bauliche Schutzmaßnahmen.
Um der breiten Öffentlichkeit in der Verwaltungsgemeinschaft das fertige Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept zur Kenntnis zu bringen, wird es in den nächsten Tagen online veröffentlicht. Das Konzept ist dann auf der Homepage der Gemeinde zu finden.

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