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Lichtenfels

Powerfrau mit sehr viel Gefühl

Die international bekannte Pianistin Shoko Kawasaki entführte in Lichtenfels in romantische Welten.
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Die Pianistin Shoko Kawasaki bei ihrem gefühlvollen Klavierkonzert  Foto: Karin Sträßner
Die Pianistin Shoko Kawasaki bei ihrem gefühlvollen Klavierkonzert Foto: Karin Sträßner

Die herbstlichen Sonnenstrahlen spiegelten sich im paillettenbesetzten Kleid von Shoko Kawasaki wider. Ihre zarten Finger ließ sie geschickt über die Tasten des Klavieres gleiten und entlockte diesem wunderbare Klänge von Meistern der Romantik. Chopin und Liszt standen auf dem Programm von "Weltklassik am Klavier" am Sonntagabend in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels.

Die Pianistin Shoko Kawasaki spielte sich mit ihrem unglaublichen Talent in die Herzen der Zuhörer. Mit Etüden von Chopin ließ sie die ganze Klangschönheit aufblitzen. Hingebungsvoll unterstrich sie die kostbaren Momente jedes einzelnen der zwölf Stücke.

Dramatisches und Fröhliches

So waren sowohl klassikerprobtes Publikum wie auch Neueinsteiger begeistert. Mit viel Gefühl bei dramatischen wie auch fröhlichen Passagen verstand es die Pianistin, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Mucksmäuschenstill war es. Nur die sphärischen Klänge des Klaviers erfüllten den Raum mit Leben. Schöne, flüchtige Klaviertöne wurden zur Phrase. Die Phrasen bildeten die Musik.

Die Seele wurde von dem gefühlvollen Spiel der begabten Japanerin in eine andere Zeit versetzt: nicht ins Hier und Jetzt, sondern zu Zeiten der großen Komponisten Anfang des 19. Jahrhunderts.

Auch bei der h-Moll-Sonate von Liszt ließ die Künstlerin keine Wünsche offen. Das Stück dauerte 30 Minuten. Ohne Unterbrechung. "Es ist kein Sport", wie Shoko Kawasaki betonte. Dennoch verlange die Sonate einiges vom Pianisten. "Die Sonate ist wie das Leben eines Menschen: philosophisch und dramatisch", erklärte sie.

Trotz der engagierten Veranstalters und des außergewöhnlichen Talents der Künstlerin waren allerdings noch einige Plätze frei geblieben. Dies bedauerte auch eine Besucherin: "Es ist sehr schade, dass das tolle Programm nicht besser angenommen wird. Dann darf sich auch keiner beschweren, wenn in Lichtenfels nichts los ist!" Die Zuhörer waren durchweg begeistert. Sowohl die Stammgäste, wie auch erstmalige Konzertbesucher. "Es ist schon wunderbar! Man sitzt so nah dran wie bei einem Hauskonzert", freute sich eine Dame aus dem Publikum. Sonst spielt sie vor wesentlich größerem Publikum.

Frenetischer Applaus

Kein Wunder, dass die Künstlerin mit frenetischem Beifall belohnt wurde. Als Zugabe spielte sie dann noch den romantischen "Liebestraum" von Franz Liszt. Roberto Bauer bedankte sich bei der "Powerfrau". Sie habe "in die Tasten gehauen".

Shoko Kawasaki begann bereits im zarten Alter von drei Jahren mit dem Klavierspielen. Heute ist sie eine renommierte Pianistin und promovierte Musikwissenschaftlerin. Die Japanerin ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, wie dem "Ennio Porrino". Viele ihrer Auftritte wurden für das Fernsehen oder Radio aufgezeichnet. 2017 erschien ihr Soloalbum "Visions".

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