Marktrodach
Gericht

Potenziell lebensgefährlich

Was hat sich in der Februarnacht vor einer Diskothek in Marktrodach tatsächlich ereignet und vor allem, wer trat gegen den Kopf einer 21-jährigen? Dies muss die Erste große Strafkammer am Landgericht ...
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Was hat sich in der Februarnacht vor einer Diskothek in Marktrodach tatsächlich ereignet und vor allem, wer trat gegen den Kopf einer 21-jährigen? Dies muss die Erste große Strafkammer am Landgericht Coburg klären. Wegen versuchtem Totschlag sitzt dort eine 24-jährige Frau aus Kronach auf der Anklagebank.

Die Beschuldigte soll ferner beim Kronacher Freischießen im Sommer 2017 ausgerastet sein und Polizisten beschimpft, getreten und gebissen haben.

Ursprünglich sollte nach drei Verhandlungstagen am Dienstag ein Urteil fallen. Da drei Verhandlungstage zur Klärung der Vorfälle nicht ausreichen, beraumte der Vorsitzende Richter Christoph Gillot zunächst noch einen weiteren Termin an.

So viel steht fest: In der Diskothek gerieten sich mehrere Frauen, vermutlich aus Eifersucht, in die Haare. Im Laufe der Auseinandersetzung sollen in der Diskothek Fäuste und eine Flasche geflogen sein. Auf dem Parkplatz eskalierte die Situation tumultartig. Eine 21-Jährige soll bei der Schlägerei zu Boden gegangen sein. Sie erlitt Verletzungen im Gesicht und am Hinterkopf, die mutmaßlich von dem Wurf einer Flasche und von Tritten kommen.

Eduard Schwabauer, Rechtsmediziner der Universität Erlangen/Nürnberg, bestätigte, dass Tritte gegen den Kopf generell potenziell lebensgefährlich seien. "Es kann durch eine kräftige Einwirkung von außen zum Atemstillstand kommen", so Schwabauer. Die Verletzung am Hinterkopf der 21-jährigen könnte seinen Worten nach von einem Fußtritt kommen.

Licht in das Dunkel sollen unter anderem mehrere Zeugen bringen. Allerdings variieren die Aussagen in vielen Punkten erheblich, ferner haben einige Beteiligte Erinnerungslücken beziehungsweise wollen sie nichts gesehen haben. "So wirklich daran erinnern kann ich mich jetzt nicht mehr", sagte beispielsweise ein junger Mann aus dem Bekanntenkreis der Beschuldigten. Der Vorsitzende Richter Christoph Gillot hakte deshalb immer wieder akribisch nach. "Die Wahrheitspflicht meine ich ganz ernst und es kommt mir komisch vor, was sie hier sagen", sagte er an den Mann gerichtet.

Die Beschuldigte hatte am zweiten Verhandlungstag von schwierigen familiären Verhältnissen berichtet. Mit elf Jahren habe sie begonnen, Cannabis zu rauchen, mit 14 Jahren konsumierte sie ihren Angaben nach Crystal und Alkohol, mit 16 Jahren sei sie das erste Mal inhaftiert worden. Als sich der Vorfall im Februar in der Diskothek ereignete, war sie auf Bewährung entlassen, zurzeit sitzt sie in Untersuchungshaft in Bamberg. Die Verhandlung wird am Montag, 24. September, um 9 Uhr fortgesetzt.



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