Mühlhausen

Poststelle in Mühlhausen schließt

Über 18 Jahre war im Geschäft "Textil Zürl" eine kleine Poststelle. Christa Schmitthammer leitete diese über die lange Zeit und nimmt nun mit 73 Jahren Abschied vom Postamt.
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Zum Dank bekam Christa Schmitthammer (von links) von erstem Bürgermeister Klaus Faatz, Helmut Muhr und Jürgen Hartmann von der Deutschen Post ein kleines Geschenk für ihre langen Dienste. Foto: Theresa Schiffl
Zum Dank bekam Christa Schmitthammer (von links) von erstem Bürgermeister Klaus Faatz, Helmut Muhr und Jürgen Hartmann von der Deutschen Post ein kleines Geschenk für ihre langen Dienste. Foto: Theresa Schiffl
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Theresa schiffl Das letzte Päckchen, das in der Poststelle bei "Textil Zürl" in Mühlhausen übergeben wurde, ging an das Rathaus. Bürgermeister Klaus Faatz sagte bei der Übergabe: "Wir haben alles versucht, um einen Nachfolger zu finden." Was diese Sorge betrifft, konnte Helmut Muhr, regionaler Politikbeauftragter der Deutschen Post, gleich beruhigen: "Es wird in Mühlhausen weiterhin eine Poststelle geben."

Da sich jedoch sogar nach einer Ausschreibung im Gemeindeblatt kein Nachfolger fand, wolle die Post nun eine eigne kleine Filiale eröffnen. Die Räume dafür seien schon gefunden: Die alte Apotheke in der Bamberger Straße soll bald eine Poststelle werden.

Personal dringend gesucht

Das Einzige, was nun noch fehlt, sind zwei Mitarbeiter. Was die Arbeitszeiten betreffe, gäbe es etwas Spielraum. Die Post werde von Montag bis Samstag immer zwei Stunden geöffnet sein, so Helmut Muhr. Hinzu komme noch ungefähr eine Stunde für die Vor- und Nachbereitung. "Wir suchen zwei Angestellte, da sie sich so gegenseitig vertreten oder auch abwechseln können." Dieses System werde an anderen Orten praktiziert und funktioniere gut.

Schließung nach über 18 Jahren

Für Christa Schmitthammer, die die Poststelle schon seit über 18 Jahren geführt hat, bedeutet das jetzt etwas mehr Ruhe. "Die letzten zwei Tage waren sehr emotional. Die Arbeit hat Spaß gemacht, wir haben Höhen und Tiefen erlebt", sagt sie und wirkt dabei etwas traurig. "Aber mit 73 darf man sich auch mal zur Ruhe setzen."

Es habe auch viele skurrile und lustige Momente gegeben. Einmal habe ein Kunde ein Päckchen mit einer Taucherpumpe vorbeigebracht. Was niemand wusste: Sie war gebraucht und nicht gereinigt. Am nächsten Tag roch die Filiale in der Hauptstraße schrecklich modrig und es hatte sich eine große Dreckpfütze unter dem Päckchen gebildet.

Ein anderes Mal habe ein Päckchen immer wieder vibriert. Nachdem die Absenderin kontaktiert wurde, stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine elektrische Zahnbürste handelte. "Wir haben das noch für die Kollegen in Bamberg auf einen Zettel geschrieben", sagt Christa Schmitthammer und lacht.

Mit den Kunden hätte es relativ selten Probleme gegeben. Über die Preise der Post hätten sich manche immer wieder aufgeregt. Dennoch seien die meisten nett gewesen und zudem Stammkunden. "Da sind wir vielen, was das Abholen von Päckchen betrifft, entgegengekommen. Manche haben angerufen, dass sie zehn Minuten später kommen. Ich meinte dann nur, dass das kein Problem ist und sie vorsichtig fahren sollen", erzählt die 73-Jährige mit einem Lächeln.

"Ach, ja." Diesen wehmütigen Seufzer hätte man die letzten zwei Tage öfters gehört. Nun da das letzte Päckchen bei seinem Empfänger Klaus Faatz angekommen ist, wird die Poststelle im Geschäft "Textil Zürl" endgültig schließen.

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